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Das Kapitol und das Weiße Haus waren unmittelbar nach dem Vorfall abgeriegelt worden.
Das Kapitol und das Weiße Haus waren unmittelbar nach dem Vorfall abgeriegelt worden.(Foto: dpa)

Schießerei am US-Kapitol: 66-jähriger Täter ist kein Unbekannter

Eine Schießerei im US-Kongress löst am Ostermontag Alarm aus. Nun stellt sich heraus, der Angreifer ist ein Wiederholungstäter. Vor wenigen Monaten schrie er von der Besuchertribüne des Repräsentantenhauses, er sei der "Prophet Gottes".

Einen Tag nach der Schießerei am Sitz des US-Kongresses haben die Ermittler noch keine Klarheit über die Motive des Täters gewonnen. Der polizeibekannte Mann, der bei dem Vorfall von Beamten durch Schüsse verletzt wurde, soll sobald wie möglich einem Richter vorgeführt werden, wie die Polizei mitteilte. Er wurde aber offensichtlich schwer verletzt, so dass ungewiss blieb, wann ein solcher Gerichtstermin möglich sein würde.

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Der 66-Jährige hatte am Montag während der Einlasskontrolle am Kapitol, dem Sitz des Kongresses, plötzlich eine Waffe gezückt und sie auf Polizisten gerichtet. Daraufhin schossen die Beamten auf ihn, er wurde laut der Zeitung "Washington Post" von Kugeln in die Brust und in den Oberschenkel getroffen. Ihm werden nun Angriff mit einer tödlichen Waffe und Angriff auf einen Polizeibeamten zur Last gelegt.

Verletzte auf Seiten der Polizei gab es bei der Schießerei nicht. Eine Frau, die sich zufällig nahe der Einlasssperre aufhielt, wurde leicht verletzt. Der Vorfall löste kurzzeitig Großalarm in der US-Hauptstadt aus. Kapitol und Weißes Haus wurden vorübergehend abgeriegelt. Nach kurzer Zeit wurden die Sperren aber wieder aufgehoben. Die Polizei teilte mit, es bestehe keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit mehr.

Täter störte von der Besuchertribüne

Der Täter befand sich nach seiner Operation laut Polizei in "stabilem Zustand". Er stammt laut Medienberichten aus dem Bundesstaat Tennessee und hatte bereits im vergangenen Oktober für einen Vorfall im Kongress gesorgt. Damals schrie er laut "Washington Post" von der Besuchertribüne des Repräsentantenhauses, er sei der "Prophet Gottes", und zitierte Verse aus der Bibel.

Der Mann leistete damals Widerstand gegen seine Festnahme und versuchte, zu flüchten. Er wurde dann in Handschellen abgeführt. Ihm wurden damals Angriff auf einen Polizeibeamten und Störung der öffentlichen Ordnung zur Last gelegt, allerdings wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Dabei wurde ihm laut "Washington Post" auferlegt, dass er sich nicht wieder dem Kongress nähern dürfe.

Einen für November angesetzten Gerichtstermin habe der Mann dann versäumt. Stattdessen habe er im Januar einen Brief an das Gericht geschrieben, in dem stand: "Ich stehe nicht unter dem Gesetz! (...) Deshalb werde ich der Gerichtsanordnung nicht folgen und nicht in Ihr Büro kommen", zitierte die "Washington Post" aus dem Schreiben.

Quelle: n-tv.de

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