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Nach dem Tod eines achtjährigen Mädchens hat die Feuerwehr am Wohnort der Familie auf einem ehemaligen Militärgelände nach möglichen gefährlichen Stoffen gesucht.
Nach dem Tod eines achtjährigen Mädchens hat die Feuerwehr am Wohnort der Familie auf einem ehemaligen Militärgelände nach möglichen gefährlichen Stoffen gesucht.(Foto: dpa)

Grippe-Fälle am Niederrhein: Achtjährige stirbt, Geschwister sind krank

Ein achtjähriges Mädchen stirbt aus zunächst unklarer Ursache. Weil die Familie auf einem alten Militärgelände lebt, suchen Experten nach gefährlichen Stoffen. Doch inzwischen zeigen auch vier Geschwister der Verstorbenen grippeähnliche Symptome.

Im Uni-Klinikum Essen ist am Ostersonntag ein achtjähriges Mädchen gestorben. Das Kind wurde vor fünf Tagen mit starken Grippe-Symptomen ins Krankenhaus nach Geldern gebracht und schließlich am Sonntag nach Essen verlegt. Dort verstarb es in der Nacht zu Ostermontag.

Der Tod des Mädchens löste einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Weil die Ärzte zunächst nicht sicher waren, woran das Mädchen gestorben war, ließen die Ermittlungsbehörden den Wohnort der Familie in Kevelaer nach möglichen gefährlichen Stoffen absuchen. Die Familie lebt in einem umgebauten Bunker auf einem ehemaligen Militärgelände.

Mehr als 100 Einsatzkräfte seien an dem Einsatz beteiligt gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Eine Belastung des Wohnorts mit atomaren oder chemischen Stoffen sei aber anhand von Proben schnell ausgeschlossen worden.

Inzwischen zeigen auch vier Geschwister der Verstorbenen grippeähnliche Symptome. Drei Kinder im Alter von sechs, sieben und neun Jahren wurden nach Essen auf eine Isolierstation verlegt. Ihr Zustand soll kritisch sein. Ärzte diagnostizierten bei allen Dreien eine Influenza Typ-B (Grippe). Möglicherweise war der Virus auch Auslöser für den Tod der Achtjährigen. Das gestorbene Mädchen habe die gleichen Symptome gehabt. Deshalb deute vieles darauf hin, dass das Mädchen an Grippe gestorben sei, teilte die Polizei mit. Endgültige Sicherheit soll eine Obduktion bringen.

Bis 1974 hatten Briten auf dem Gelände Munitionsdepots, später dann die Bundeswehr. Einige der 325 Munitionsbunker wurden in Ferienhäuser umgewandelt, außerdem gibt es Restaurants und Spielplätze.

Quelle: n-tv.de

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