Panorama

Elfjährige futtert Haare: Ärzte finden riesigen Klumpen im Bauch

Jahrelang kaut ein junges Mädchen an seinen Haarspitzen. Schließlich kann sie nicht einmal mehr einen Schluck Wasser trinken. Dehydriert und mit quälenden Magenschmerzen kommt sie in ein Krankenhaus. Dort machen die Ärzte eine grausige Entdeckung.

Am Anfang wundert sich die Familie nur über die Appetitlosigkeit ihrer Tochter. Doch als die Elfjährige aus Kasachstan immer weniger isst und immer häufiger über Bauchschmerzen klagt, werden sie langsam unruhig. Schließlich stellt das Mädchen die Nahrungsaufnahme komplett ein. Selbst ein Glas Wasser kann sie nicht mehr schlucken.

Dehydriert und mit lähmenden Bauchschmerzen bringen die besorgten Eltern sie in ein Krankenhaus in Taraz, im südlichen Kasachstan. Dort kommen die Mediziner der Ursache ihrer Beschwerden schnell auf die Spur, wie die "Sun" berichtet. Im Magen des Mädchens finden sie einen riesigen Haarballen mit einem Gewicht von mehr als einem Kilogramm. Der Klumpen füllte bereits stolze 17 Zentimeter ihres Bauches und 35 Zentimeter ihres Darmes aus.

Das Mädchen litt unter dem sogenannten Rapunzel-Syndrom, einer Störung, bei der die Betroffenen ihre eigenen Haare ausreißen und essen - oft büschelweise. Weil der Mensch Haare nicht verdauen kann, ballen sie sich zu einem sogenannten "Trichobezoar" im Magen zusammen und verursachen schwere Magenprobleme. Das Mädchen hatte großes Glück, denn das Rapunzel-Syndrom ist ein Krankheitsbild, das auch tödlich enden kann.

40 bekannte Fälle

Weltweit sind insgesamt rund 40 Fälle eines Trichobezoars mit Rapunzel-Syndrom beschrieben. So beförderten US-amerikanische Ärzte 2007 einen zehn Pfund schweren Haarballen aus dem Bauch einer 18-Jährigen. Durch die Schlagzeilen ging 2009 auch der Fall einer fünfjährigen Britin, die ihre Haarspitzen abkaute und seit ihrem dritten Lebensjahr so viel ihres Schopfes aß, dass sie kahle Stellen auf dem Kopf hatte. Ihre Eltern ahnten wie die Ärzte zunächst nichts von dem grausigen Mageninhalt.

Erst ein halbes Jahr später fanden Mediziner in einem Liverpooler Krankenhaus im Bauchinnern etwas, das sie zunächst für einen Tumor hielten. Bei einer sechsstündigen Operation entpuppte sich dieser aber als verstrickter Haarzopf, der sich bereits um innere Organe gewunden hatte. Auch dieses Kind entkam nur knapp dem Tod.

Quelle: n-tv.de

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