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In den Überresten der Maschine suchen die Experten nach Hinweisen auf die Absturzursache.
In den Überresten der Maschine suchen die Experten nach Hinweisen auf die Absturzursache.(Foto: dpa)

Nach Moskauer Flugzeugunglück: Ärzte kämpfen um Überlebende

Nach dem Flugzeugunglück in Moskau ringen russische Ärzte um das Überleben von vier Schwerverletzten. Ein junger Mann sei erfolgreich operiert worden, sagte Ansor Chubutija vom Moskauer Notdienst der Agentur Interfax. Die vier Crewmitglieder hatten schwere Kopfverletzungen erlitten und schweben in Lebensgefahr.

Die aus Pardubice in Tschechien kommende Maschine war nach Angaben eines tschechischen Flughafenmitarbeiters auf einem Leerflug zurück nach Moskau. An Bord der 210 Sitze zählenden Maschine der russischen Fluglinie Red Wings befanden sich acht Besatzungsmitglieder, vier von ihnen starben. Mediziner begannen mit der Identifizierung der Toten. Rettungskräfte bargen bereits den Flugrekorder.

Aufschluss über die Unglücksursache erhoffen sich die Ermittler von den sichergestellten Flugschreibern. Die Maschine vom Typ Tupolew Tu-204 war am Samstag mit acht Menschen an Bord über die Landebahn hinausgeschossen, durch einen Zaun gerast und in mehrere Teile zerbrochen. Teile des Wracks prallten auf einer Schnellstraße gegen ein vorbeifahrendes Auto. Dessen Fahrer blieb unverletzt.

Wie das Staatsfernsehen berichtete, wollte der Pilot möglicherweise durchstarten und habe auch in Erwägung gezogen, auf einem anderen der drei Moskauer Flughäfen zu landen. "Das Flugzeug landete im richtigen Landebereich, konnte dann aber aus irgendeinem Grund nicht anhalten", sagte der Chef der Flugverkehrsbehörde, Alexander Neradko, im Fernsehen. Inzwischen gilt ein defektes Bremssystem als mögliche Unglücksursache. Eine Untersuchung wurde eingeleitet.

Nachdem zunächst schlechte Wetterbedingungen sowie ein möglicher Pilotenfehler als Ursachen für das Unglück in Erwägung gezogen wurden, schlossen die Ermittler dies nach Angaben aus Sicherheitskreisen schließlich aus. Am wahrscheinlichsten seien technische Probleme mit der Maschine vom Typ Tupolew 204, hieß es. "Vorläufigen Erkenntnissen zufolge wurde die Wnukowo-Katastrophe durch Probleme mit dem Flugzeug verursacht, die bei den schlechten Wetterbedingungen zutage traten", sagte ein Sicherheitsbeamter der Nachrichtenagentur Interfax. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte starker Wind mit Schneefall.

Der russische Finanzmagnat Alexander Lebedew, dem die Fluglinie Red Wings gehört, erklärte, der vier Jahre alte Jet sei erst kürzlich sorgfältig überprüft worden. "Flugzeug Nummer 47 hatte 8500 Flugstunden angesammelt und wurde am 23. November letztmals einer genauen Untersuchung unterzogen", schrieb Lebedew über den Kurznachrichtendienst Twitter. Möglicherweise habe eine anfängliche Weigerung der Fluglotsen, die Maschine landen zu lassen, zu dem Unglück beigetragen. Das Flugzeug habe deshalb mehrere Kreise über Wnukowo ziehen müssen. "Jede Maschine hat ihr Limit, auch wenn sie neu ist", twitterte Lebedew.

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Quelle: n-tv.de

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