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Routinemaßnahme bei Amokverdacht: Schwer bewaffnet rücken Sicherheitskräfte in San Diego vor.
Routinemaßnahme bei Amokverdacht: Schwer bewaffnet rücken Sicherheitskräfte in San Diego vor.(Foto: REUTERS)

Fehlalarm im Militärkrankenhaus?: "Aktiver Schütze" schockiert San Diego

Aufregung im idyllischen Südwesten Kaliforniens: Am frühen Morgen gehen bei der Polizei beunruhigende Notrufe ein. In einem Krankenhaus der Marine soll ein bislang unbekannter Schütze um sich feuern. Die anrückenden Einsatzkräfte können niemanden finden.

Die Warnung vor einem Schützen in einem US-Militärkrankenhaus hat sich offenbar als Fehlalarm herausgestellt. Bei einer ersten Durchsuchung des Gebäudekomplexes der US-Marine im kalifornischen San Diego seien keine Hinweise gefunden worden, dass Schüsse gefallen seien, teilte ein Militärsprecher mit.

Zuvor hatte das Naval Medical Center in San Diego auf Berichte über Schüsse in einem Gebäude der weitläufigen Anlage reagiert und öffentlich dazu aufgefordert, sich vor einem "aktiven Schützen" in Sicherheit zu bringen.

Erste Bilder aus dem US-Fernsehen: Der Sender NBC7 zeigt Aufnahmen vom Tatort.
Erste Bilder aus dem US-Fernsehen: Der Sender NBC7 zeigt Aufnahmen vom Tatort.(Foto: twitter.com / nbc7.com)

Der Amokalarm in der von der US Marine betriebenem Krankenhaus erreichte die Behörden am frühen Morgen (Ortszeit US-Westküste). Das Krankenhaus rief Angestellte, Besucher und Patienten über die sozialen Netzwerke dazu auf, "wegzurennen, sich zu verstecken oder zu kämpfen".

Der Auslöser des Vorfalls lag demnach im Gebäude Nr. 26 des riesigen Krankenhauskomplexes. Militärsprecher Kevin Dixon erklärte dem Nachrichtensender CNN, ein Zeuge habe drei Schüsse im Keller eines Gebäudes gehört, in dem ein Fitnesscenter und Soldatenunterkünfte untergebracht seien. Die Aussage ließ sich später aber nicht erhärten. Die Einsatzkräfte wollten das Krankenhaus allerdings noch ein zweites Mal durchsuchen, um ganz sicher zu gehen.

Das Krankenhaus wurde - wie für entsprechende Notfälle vorgesehen - umgehend abgeriegelt. US-Medien zeigten Bilder von schwer bewaffneten Polizeieinheiten, die im Umfeld der Klinik in Stellung gingen. Menschen kamen den bisher vorliegenden Informationen dabei nicht zu Schaden.

Pazifikstützpunkt der US-Marine

Das Militärkrankenhaus liegt mitten im Stadtzentrum in unmittelbarer Nähe zur Museumszeile "El Prado", dem kulturellen Mittelpunkt der Millionenmetropole. San Diego liegt im Bundesstaat Kalifornien im äußersten Südwesten der USA. Das Stadtgebiet stößt im Süden an die Staatsgrenze zu Mexiko an. Rund um den Naturhafen der San Diego Bay liegen mehrere große Stützpunkte des US-Militärs, darunter auch größere Einrichtungen der U.S. Navy.

Der Amokalarm weckte in der US-Öffentlichkeit umgehend Erinnerungen an frühere Vorkommnisse in US-Militäreinrichtungen. Im September 2013 zum Beispiel hatte ein Marine-Reservist auf der Militärbasis Navy Yard in Washington zwölf Menschen erschossen. Der offenbar psychisch kranke Mann wurde anschließend bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Im November 2009 hatte ein Militärpsychiater auf dem Stützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen erschossen, angeblich aus radikalislamischen Motiven. Der Schütze wurde zum Tod verurteilt.

Quelle: n-tv.de

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