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Albert Woodfox ist nach mehr als vier Jahrzehnten wieder auf freiem Fuß.
Albert Woodfox ist nach mehr als vier Jahrzehnten wieder auf freiem Fuß.(Foto: picture alliance / dpa)

Längste Einzelhaft in US-Geschichte: Albert Woodfox ist wieder auf freiem Fuß

Ohne Beweise und nur auf Grundlage der Aussage dreier Häftlinge wird ein junger Schwarzer wegen des Mordes an einem Gefängniswärter zu lebenslanger Haft verurteilt. 44 Jahre lang wird Albert Woodfox praktisch jeder menschliche Kontakt verweigert.

In den USA ist ein Häftling nach mehr als vier Jahrzehnten in Einzelhaft entlassen worden. Der 69-jährige Schwarze Albert Woodfox war zusammen mit zwei anderen Schwarzen, Robert King und Herman Wallace, wegen der Ermordung eines Gefängniswärters in der Haftanstalt Angola in Louisiana im Jahr 1972 verurteilt worden. Woodfox kam am Freitag, seinem 69. Geburtstag, frei.

Die drei Männer gehörten zur radikalen Bewegung der Black Panthers, die sich dem Schutz von Schwarzen vor Polizeigewalt verschrieben hatte. Woodfox hatte eine Verantwortung für den Mord an dem Wärter immer bestritten. Er war ohne Beweise auf der Grundlage der Aussage von drei Häftlingen verurteilt worden.

Die Strafe von King wurde annulliert, nachdem er drei Jahrzehnte in Einzelhaft verbracht hatte. Woodfox war der Häftling, der in den USA am längsten in Einzelhaft verbrachte. Der Fall der drei Männer sorgte seit Jahren für scharfe Kritik von Menschenrechtsorganisation wie Amnesty International.

"Auch wenn wir extrem glücklich sind, dass Albert Woodfox endlich frei ist, ist es nicht zu rechtfertigen, dass er gezwungen war, Jahrzehnt um Jahrzehnt diese (...) Isolationshaft zu erdulden, länger als irgendein anderer Häftling in der Geschichte der Vereinigten Staaten", erklärte Woodfox' Anwalt.

Rund 100.000 Häftlinge in den USA sind 23 von 24 Stunden am Tag in einer Einzelzelle inhaftiert. Sie haben praktisch keinen menschlichen Kontakt. Präsident Barack Obama will diese Praxis künftig einschränken.

Quelle: n-tv.de

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