Panorama

Prozess um den Tod von Jonny K.: "Als ob man gegen einen Fußball tritt"

Ein Augenzeuge der Prügelattacke gegen Jonny K. erinnert sich im Prozess an die brutale Szene und schildert sie. Er spricht von ausholenden Tritten gegen Kopf und Körper des Opfers.

Die Angeklagten wollen nicht erkannt werden.
Die Angeklagten wollen nicht erkannt werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Im neuen Prozess um die tödliche Prügelattacke gegen Jonny K. am Berliner Alexanderplatz haben fünf Augenzeugen ausgesagt. Aus mindestens 50 Metern Entfernung hat einer der Zeugen beobachtet, wie ein Jugendlicher "mit ausgeholten Tritten" zwei- bis dreimal gegen Kopf und Körper des am Boden liegenden Jonny trat. "Es war, als ob man gegen einen Fußball tritt", erklärte der 28-Jährige Student vor dem Berliner Landgericht. Weder der Student, noch seine vier Freunde konnten die sechs Angeklagten allerdings identifizieren.

Der 20-jährige Jonny K. starb nach dem Angriff im Oktober 2012 an massiven Gehirnblutungen. Die sechs Angeklagten im Alter zwischen 19 und 24 Jahren müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung oder Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Im Prozess hatten sie Schläge oder Tritte eingeräumt, aber eine Verantwortung für den tragischen Tod des jungen Berliners zurückgewiesen. Bei der Schlägerei wurde auch ein Freund von Jonny K. schwer im Gesicht verletzt.

In der vergangenen Woche hatte ein Verteidiger Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Bei Facebook seien Fotos der Angeklagten aufgetaucht, sie würden in dem sozialen Netzwerk beleidigt, es werde zu Gewalt gegen sie aufgerufen. Einer der Angeklagten traue sich nicht mehr aus dem Haus. Eine öffentliche Vorverurteilung kann laut Gericht zudem zu einer Strafmilderung führen. Der erste Prozessanlauf war wegen Befangenheit eines Schöffen geplatzt.

Quelle: n-tv.de

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