Panorama

Vom Aussterben bedrohtAmazonas-Volk schlägt Alarm

02.12.2009, 08:53 Uhr
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Viele indigene Völker Südamerikas leiden zunehmend unter der Abholzung und Erschließung des Regenwaldes. (Foto: dpa)

Gerade noch 2400 Candoshi leben im Amazonas-Regenwald Perus. Und es werden immer weniger: Viele Mitglieder der Volksgruppe sterben an Hepatitis B - eingeschleppt von Mitarbeitern von Ölkonzernen.

"Mein Volk leidet, wir sind in Gefahr auszusterben", warnte Candoshi-Chef Venancio Ucama Simon. Nach Angaben der Candoshi grassiert die Virus-Erkrankung bereits seit dem Jahr 2000.

Ucama warf den Gesundheitsbehörden jahrzehntelange Nachlässigkeit beim Umgang mit Hepatitis B und anderen schweren Krankheiten vor. Auch andere indigene Volksgruppen wie die Shapra, die Awajun, Achuar und Huambisa seien in Gefahr. Sie alle leben in der entlegenen Provinz Datem del Maranon im Norden des Landes.

Kurz nach Ucamas Auftritt berief Perus Gesundheitsminister Oscar Ugarte eine Pressekonferenz ein, um einen Gesundheits-Notstand in der Region auszurufen. Die Regierung will die Krankheit jetzt unter Kontrolle bringen.

Seit 2000 seien bei den Candoshi bereits 80 Menschen an Hepatitis B gestorben, sagte eine zu der Volksgruppe gehörende Krankenschwester. Die Krankheit sei in den 1990er Jahren ausgebrochen, als ein Öl-Konzern die Gegend erforscht habe. "Vorher gab es die Krankheit bei uns gar nicht." Noch immer gebe es keine verlässlichen Statistiken zur Zahl der Infizierten in ihrer Volksgruppe. Die aktuellste Statistik stamme aus dem Jahr 2000, hier seien 169 Infektionen verzeichnet. Ucama zufolge sind die hohen Kosten der Hepatitis-B-Behandlung ein Grund für die Nachlässigkeit der Behörden. Es gibt noch rund 2400 Candoshi.

Quelle: AFP