Panorama
Video

"Stolz" auf "Ariertum": Amokläufer hatte rechtsextremes Weltbild

Was trieb den Deutsch-Iraner David Ali S. dazu, in München neun Menschen umzubringen? Die Polizei verfolgt einem Bericht zufolge eine neue Fährte: Demnach könnte er als Rechtsextremist gezielt Jagd auf Menschen mit Migrationshintergrund gemacht haben.

Der Amokläufer von München soll einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ein rechtsextremes und rassistisches Weltbild gehabt haben. Das Blatt beruft sich auf Sicherheitskreise und stützt sich auf Aussagen aus dem engsten Umfeld des Täters. Bisher war der Amoklauf von München überwiegend als die Tat eines Jugendlichen gedeutet worden, der gemobbt worden sei und an einer psychischen Erkrankung gelitten habe.

Der FAZ zufolge soll es David Ali S. als "Auszeichnung" begriffen haben, dass sein Geburtstag auf den von Adolf Hitler gefallen sei. Als Iraner und Deutscher habe er sich als "Arier" gesehen und sei darauf stolz gewesen. Türken und Araber habe er dagegen gehasst und ein "Höherwertigkeitsgefühl" empfunden.

Dem Blatt zufolge gehen die Ermittler daher dem Verdacht nach, dass S. gezielt Menschen mit ausländischer Herkunft töten wollte. Alle neun Todesopfer hatten einen Migrationshintergrund, sie waren überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene. Das Blatt führt aus, für diese Theorie spreche, dass S. mit 300 Schuss Munition wesentlich mehr Menschen hätte ermorden können.

Zudem verweist die Zeitung auf den in einem Handyvideo dokumentierten Wortwechsel von S. auf dem Parkdeck des Olympia-Einkaufszentrum. S. habe dabei unter anderem "Scheißtürken!" gerufen. Zudem habe er Wert darauf gelegt, als in Deutschland Geborener Deutscher zu sein.

S. beging seinen Amoklauf am fünften Jahrestag des Massakers in Norwegen. Der norwegische Rechtsextremist Anders Behring Breivik brachte am 22. Juli 2011 in Oslo und auf Utoya 77 Menschen um. S. soll Breivik verehrt haben.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen