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Hunderte Unfälle durch Blitzeis: Auf Deutschlands Straßen kracht es

Dauereinsatz für Feuerwehr und Polizei: Glatte Straßen machen den Auto- und Lkw-Fahrern zu schaffen. Bundesweit kracht es zuhauf, Dutzende Menschen werden verletzt. Die Polizei warnt weiterhin vor unnötigen Fahrten.

Autos ineinander verkeilt, auf dem Dach liegend oder im Fluss schwimmend: Blitzeis und Schnee haben bundesweit zu Hunderten Unfällen geführt. Erhebliche Probleme gab es seit dem späten Freitagabend vor allem im Südwesten und Osten. Dutzende Menschen wurden verletzt, die meisten glücklicherweise nur leicht.

Vielerorts in Deutschland wurden nach Unfällen Autobahnen zeitweise gesperrt, Winter- und Abschleppdienste waren im Dauereinsatz. Auch der Flugverkehr war zum Teil betroffen. Mit Kranwagen wurden umgekippte oder in Böschungen gerutschte Lastwagen geborgen. In Stuttgart wurde ein Auto aus dem Neckar geholt.

Schnee und Regen auf gefrorenem Boden verwandelten Straßen und Gehwege vielerorts in gefährliche Rutschbahnen. Allein in Baden-Württemberg wurden bis zum Vormittag mehr als 300 Unfälle erfasst, in Hessen mehr als 200, in Rheinland-Pfalz mehr als 100. Mindestens fünf Menschen seien schwer, viele weitere leicht verletzt worden, hieß es beim Innenministerium in Baden-Württemberg. Der Gesamtschaden belaufe sich auf rund 1,5 Millionen Euro.

Auto in den Neckar gerutscht

Das Auto war bei spiegelglatter Fahrbahn in den Neckar gerutscht.
Das Auto war bei spiegelglatter Fahrbahn in den Neckar gerutscht.(Foto: dpa)

Auf der A81 nahe Heilbronn krachten neun Fahrzeuge ineinander, darunter ein Sattelzug und ein Reisebus. Eine 25-Jährige erlitt schwere Verletzungen. In Stuttgart rutschte ein Auto vom Uferdamm in den Neckar. Fahrer und Beifahrer wurden von Rettungskräften aus dem eisigen Wasser gezogen.

Auch in anderen Regionen wurde Schnee und Blitzeis etlichen Fahrern zum Verhängnis. In Thüringen krachte es auf der A4, A9 und A71 mehrfach. Zudem sorgten vor allem in den östlichen Bundesländern quer stehende Laster zeitweise für Staus. Auf der A9 Richtung Berlin kam der Fahrer eines mit Äpfeln beladenen Lastwagens von der Fahrbahn ab. Der Lkw sei einen Abhang hinuntergerutscht und der Fahrer eingeklemmt worden, berichtete die Polizei. Auf der A71 überschlug sich ein Auto und blieb auf dem Dach liegen. Der Fahrer wurde verletzt.

Bei Rommersheim in der Eifel kam ebenfalls ein Sattelzug von der Straße ab, der Fahrer wurde schwer verletzt. Im Saarland registrierte die Polizei neun Verletzte bei Glätte-Unfällen - acht von ihnen waren Fußgänger. Bei Ankum in Niedersachsen wurden vier Insassen eines Kleinbusses leicht verletzt, deren Wagen in der Nacht von einer eisglatten Bundesstraße in den Straßengraben rutschte.

Briefe nicht zugestellt

Hier krachte es nach Eisregen auf der B10 bei Hedelfingen.
Hier krachte es nach Eisregen auf der B10 bei Hedelfingen.(Foto: imago/7aktuell)

Auf Nummer sicher ging die Deutsche Post in München: Im kompletten Stadtgebiet trugen die Briefträger keine Sendungen aus. Die Münchner Abteilungsleiter hätten entschieden, dass die Arbeit für die Mitarbeiter unter den herrschenden Wetterbedingungen zu gefährlich sei, sagte ein Pressesprecher. Aufgrund von Glatteis wurden am Samstagmorgen am Flughafen München auch Dutzende Flüge annulliert. Um die beiden Start- und Landebahnen enteisen zu können, mussten diese abwechselnd gesperrt werden, wie ein Sprecher sagte. Damit fehlten vorübergehend 50 Prozent der Kapazität.

Der Deutsche Wetterdienst hatte Blitzeis in weiten Teilen Deutschlands von Freitagabend an angekündigt. Blitzeis entsteht, wenn es nach einer winterlichen Kälteperiode wieder wärmer wird und Niederschlag als Regen auf den gefrorenen Boden trifft. In einigen Regionen schneite es zunächst noch. Polizei und Wetterdienste warnten am Nachmittag weiterhin vor sehr schwierigen Straßenverhältnissen zunehmend auch im Osten Deutschlands. Wiederholt wurden Straßen zeitweise gesperrt. Vielerorts zogen sich auch Fußgänger bei Stürzen Verletzungen zu.

Mindestens drei Menschen seien bei Unfällen schwer, viele weitere leicht verletzt worden, teilten Polizei und Innenministerium in Baden-Württemberg mit. Auf der A81 nahe Heilbronn krachten neun Fahrzeuge ineinander, darunter ein Sattelzug und ein Reisebus. Eine 25-Jährige erlitt schwere Verletzungen. In Stuttgart rutschte ein Auto vom Uferdamm in den Neckar. Fahrer und Beifahrer konnten sich befreien und wurden von Rettungskräften aus dem eisigen Wasser gezogen. Insgesamt wurden in Baden-Württemberg zunächst mehr als 140 Glätte-Unfälle erfasst. Für die nächsten Tage gab der Deutsche Wetterdienst Entwarnung: In der Nacht auf Sonntag dürfte es deutlich seltener zu Glätte kommen.

Quelle: n-tv.de

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