Panorama

Von eisig und trocken zu kalt und nassAuf Eiseskälte folgt gefährliche Glätte

11.02.2012, 14:35 Uhr
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Morgenstunden auf den verschneiten Elbwiesen in Dresden. (Foto: dpa)

In der Nacht zum Sonntag stürzt das Thermometer noch einmal auf bis zu minus 30 Grad. Dann verabschiedet sich die Eiseskälte langsam. Dafür muss mit gefährlicher Glätte gerechnet werden. Wo Autofahrer besonders aufpassen müssen weiß n-tv Meteorologe Björn Alexander.

In der Nacht zum Sonntag stürzt das Thermometer noch einmal auf bis zu minus 30 Grad. Dann verabschiedet sich die Eiseskälte langsam. In Kombination mit Nieselregen und leichtem Schneefall sorgen die milderen Temperaturen aber für gefährliche Glätte. Wo Autofahrer besonders aufpassen müssen weiß n-tv Meteorologe Björn Alexander.

n-tv.de: Björn, wie lange muss Deutschland noch bibbern?

Björn Alexander: Allzu lange bleibt uns diese extrem eisige Wetterlage nicht mehr erhalten. Denn zu Beginn der neuen Woche stellt sich unsere Wetterlage um. Bis dahin bleibt es aber zunächst noch eisig. Mit dem schwächer werdenden Hoch, das von der Ostsee westwärts zieht, hält sich nämlich erst einmal noch die sibirische Kaltluft mit entsprechenden Tiefstwerte auch in der Nacht zum Sonntag.

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Schon in der letzten Woche sorgte Glatteis in Teilen Deutschlands für kilometerlange Staus. (Foto: dpa)

Es wird also noch kälter als bisher?

Auf jeden Fall wird es ein weiteres Mal eisig. Verbreitet liegen die Tiefsttemperaturen in der Nacht zum Sonntag im zweistelligen Minusbereich. Unter Aufklaren und über Schnee sind durchaus minus 15 bis minus 25, stellenweise auch um die minus 30 Grad möglich. Dabei werden sich später Wolken von Nordwesten mit etwas Schneegriesel ausbreiten und damit wird es dann leider am Sonntag auch wieder glatt auf den Straßen.

Wo genau wird es rutschig?

Das betrifft am Sonntag die Gebiete nördlich der Mittelgebirge. Denn während in Richtung Süden die Sonne dominiert, bringen die Wolken auch Niederschläge mit. Gebietsweise wird es zumeist leichter Schneefall sein, der stellenweise für Glätte sorgt. Allerdings mischt sich gerade im Nordseeumfeld auch Sprühregen ein. Und wenn der auf die tiefgründig gefrorenen Böden fällt, dann kann es gefährlich glatt werden. Am größten dürfte die Glatteisgefahr im Norden und der Mitte Niedersachsens sowie in Schleswig-Holstein sein. Die Temperaturen steigen dabei schon etwas an und erreichen zwischen minus 10 Grad im Südosten und bis plus 2 Grad im Norden.

Wird uns die Glätte auch am Montag im Berufsverkehr beschäftigen?

In einigen Regionen auf jeden Fall. Denn am Montag dringt die mildere und feuchte Luft mit einem auflebenden Nordwestwind von der Nordsee weiter ins Landesinnere vor. Bevorzugt entlang der Mitte - also von der Eifel und dem Niederrhein bis herüber nach Sachsen und den Norden Bayerns - kann es in der Nacht zum Montag sowie am Montagvormittag schwache Niederschläge in Form von Schnee oder Nieselregen mit Glatteisgefahr geben. Aber auch in den Regionen im Süden, wo es teils neblig in die neue Woche geht, ist stellenweise Glätte durch Reif möglich. Bis zum Montagabend kommt die mildere und feuchte Luft noch weiter südwärts voran und bevorzugt im Übergangsbereich zur Eisluft kann es weiterhin sehr glatt werden. Entweder durch etwas Schnee oder gefrierenden Regen beziehungsweise Nieselregen. Dabei gibt es im Westen und Norden häufig zwischen null und plus 5 Grad. Und auch in der Südosthälfte ist es mit meist minus 6 bis null Grad schon weniger eisig.

Wie geht es am Dienstag weiter?

Auch am Dienstag müssen wir uns leider auf Behinderungen im Berufsverkehr einstellen. Abgesehen von den tieferen Lagen im Westen und Norden, wo die Milderung sich schon besser durchgesetzt hat, kann es häufig zu Glätte durch Eis oder Schnee kommen. Oberhalb von etwa 300 Metern dürfte es bevorzugt an den Nordwesträndern der Gebirge ergiebiger schneien. Verantwortlich ist ein Tief, das von Skandinavien nach Deutschland zieht und auch am Mittwoch für teils kräftige Schneefälle im Bergland sorgen wird. Dabei kann es auch im Flachland - abgesehen vom Westen, wo die Schneefallgrenze bei circa 500 Metern liegt - im Bereich der Staulagen schon mal für Schneeglätte reichen. Und das liegt unter anderem daran, dass mit dem Tief von Norden her wieder Winterluft zu uns kommt. Kurzum: Die Eiseskälte geht, aber der Winter bleibt. Die Temperaturen bewegen sich dann häufig um minus 3 bis plus 4 Grad. In den tieferen Lagen im Westen vielleicht mal um 5 bis 6 Grad.

Der Februar bleibt also kalt?

Erst einmal schon. Aber, wie gesagt, es geht jetzt von trocken und eisig hin zu nass und kalt. Ob sich im Laufe der Woche dann die mildere Variante durchsetzt, die im Flachland schon mal 6 bis 9 Grad bringt oder ob sich der Winter hält oder sich sogar neuerlich verstärkt ist leider noch offen. Ziemlich sicher aber sind bei diesen Wetterlagen teilweise ergiebige Neuschneezuwächse im Bergland. Besonders in Richtung Alpen. Um aber nochmals die Frage aufzugreifen: Das erste Februardrittel war knapp 11 Grad zu kalt. So extrem sind die Abweichungen jetzt erst einmal nicht mehr. Aber dass der Februar 2012 am Ende ein zu kalter, vielleicht auch deutlich zu kalter Monat sein wird, davon ist mal auszugehen.

Müssen wir uns angesichts der Schneemassen auf den Bergen eigentlich auf ein schlimmes Hochwasser im Frühjahr einstellen?

Das hängt natürlich vom Ablauf eines Tauwetters ab. Kommt es sehr massiv und ist vielleicht noch von ergiebigem Regen begleitet, dann ist die Situation natürlich eine ganz andere als in schneearmen Wintern. Insofern könnte es durchaus passieren, dass uns ein größeres Frühjahrshochwasser erwartet. Aber bis dahin fließt ja - nicht nur sprichwörtlich - viel Wasser den Rhein herunter. Und übrigens im Moment auch noch die ein oder andere kleine Eisscholle. Selbst in Köln wurden welche gesichtet. Das kommt auch nicht jeden Winter vor.