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Die Eltern eines beim Amoklauf getöteten 24-Jährigen auf dem Weg zur gerichtlichen Anhörung.
Die Eltern eines beim Amoklauf getöteten 24-Jährigen auf dem Weg zur gerichtlichen Anhörung.(Foto: AP)

Legales Arsenal: Aurora-Amokläufer hortete Waffen

Bei einer gerichtlichen Anhörung zum Amoklauf in einem US-Kino mit zwölf Toten kommen immer weitere Details über die exakte Planung des Verbrechens an den Tag. Dabei soll entschieden werden, ob ein Prozess eröffnet oder ob der Attentäter für unzurechnungsfähig erklärt wird.

Ein halbes Jahr nach dem Amoklauf in einem Kino der US-Stadt Aurora werden neue Details über die Tat und den Schützen bekannt. Der Amokläufer hat sich in den Wochen vor seiner Tat bei mindestens 16 Gelegenheiten legal Waffen und Munition gekauft. Insgesamt habe James Holmes zwischen Mai und Juli des vergangenen Jahres vier Schusswaffen und fast 6300 Patronen erworben, erklärte ein Agent der US-Waffenkontrollbehörde ATF vor Gericht. Außerdem habe sich Holmes "explosive Chemikalien" besorgt.

Der 25-Jährige soll in der Nacht zum 20. Juli in die Premierenvorstellung des neuen "Batman"-Films im Kino von Aurora im US-Bundesstaat Colorado gestürmt sein und wahllos um sich gefeuert haben. Bei dem Amoklauf wurden zwölf Menschen getötet und Dutzende verletzt. Am Montag hatte vor einem Gericht in Centennial nahe Denver eine mehrtägige Anhörung begonnen. Dabei wird geklärt, ob die Beweise für einen Prozess ausreichen und ob Holmes überhaupt zurechnungsfähig ist.

Der ATF-Agent Steve Beggs sagte, der mutmaßliche Todesschütze habe sich zwei Glock-Pistolen, ein halbautomatisches Gewehr und eine Shotgun zugelegt. Die Käufe habe Holmes sowohl im Internet als auch in Waffengeschäften getätigt. Holmes' Anwältin Tamara Brady fragte Beggs, ob es in Colorado eine rechtliche Möglichkeit gebe, den Verkauf solcher Waffen an eine "schwer psychisch kranke Person" zu verhindern. Der ATF-Agent verneinte dies.

Diskussion um Waffenrecht

Nach dem Amoklauf von Aurora hatten die USA über ein schärferes Waffenrecht debattiert, die Diskussion darüber ebbte aber bald wieder ab. Das Massaker an einer Grundschule in Newtown, bei dem Mitte Dezember 20 Kinder getötet worden waren, setzte die Forderung nach strengeren Waffengesetzen dann wieder auf die politische Agenda. Derzeit prüft eine Arbeitsgruppe unter Führung von Vizepräsident Joe Biden Vorschläge für ein neues Waffenrecht.

Ein Bombenexperte der Bundespolizei FBI sagte aus, dass Holmes den Ermittlern nach der Festnahme mitgeteilt habe, dass er sein Apartment mit Sprengfallen versehen habe. Unter anderem seien in der Wohnung drei Behältnisse mit selbst hergestelltem Napalm, elf Benzinflaschen und andere Chemikalien gefunden worden, sagte Garrett Gumbinner. Die Wohnungstür sei verdrahtet gewesen, um die Sprengfallen zu zünden.

Außerdem soll Holmes drei Fernzünder in der Nähe des Apartments platziert haben, in der Hoffnung, dass Passanten sie auslösen. Gumbinner berichtete etwa von einem ferngesteuerten Spielzeugauto, das der Angeklagte in der Nähe eines Müllcontainers abgelegt habe. Die Fernsteuerung hätte die Sprengfallen in der Wohnung gezündet.

Quelle: n-tv.de

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