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Brände bedrohen Wohngebiete: Australien ächzt unter der Hitze

In Australien schmilzt der Teer der Straßen, Buschbrände bedrohen Städte, Hunderte Menschen müssen ihre Häuser verlassen. Temperaturen von über 45 Grad versetzen das Land in den Ausnahmezustand. Und es soll noch heißer werden.

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In Australien haben die schlimmsten Buschbrände seit Jahren einen Höhepunkt erreicht. Die Feuerwehr war im Einsatz gegen Hunderte von Bränden, die von der extremen Hitze und den kräftigen Winden immer wieder angefacht wurden. Im Südosten des Landes mussten Hunderte Menschen ihre Häuser verlassen, zahlreiche Menschen wurden vermisst. Die Feuerwehr warnte am Dienstag davor, mit Eimern und Gartenschläuchen gegen die Flammen zu kämpfen. Bei jedem Anflug von Gefahr sei es klüger, zu fliehen. "Die äußeren Umstände könnten schlimmer nicht sein", sagte ein Feuerwehrsprecher.

Die Temperaturen kletterten auf mehr als 45 Grad. Die Wetterbehörden mussten ihre Messskala nun sogar um zwei Farbkategorien erweitern, um den erwarteten Temperaturanstieg abbilden zu können. Die Einsatzkräfte hoffen nun auf eine kurzzeitige Entspannung, denn es wird mit einem vorübergehenden Temperaturabfall um rund 20 Grad gerechnet. Bis Montag allerdings sollen sie im Landesinneren wieder deutlich steigen – auf bis zu 54 Grad.

Größte Autobahn gesperrt

Feuer wüten in fünf von sechs Bundesstaaten. In dem zu Australien gehörenden Inselstaat Tasmanien wurden zahlreiche Häuser zerstört. Allein am Dienstag gerieten 40 Brände außer Kontrolle. Im bevölkerungsreichsten Bundesstaat New South Wales wurden fünf Regionen zum Katastrophengebiet erklärt. Hier können die Einsatzkräfte die Brände nicht in den Griff bekommen. Die Menschen sind angewiesen, ihre Häuser zu verlassen.

Riesige Flächen sind bereits zerstört.
Riesige Flächen sind bereits zerstört.(Foto: dpa)

In Sydney, der größten Stadt des Landes, strömten Tausende Menschen bei Temperaturen von 41,8 Grad an den Strand. Die größte Autobahn des Landes zwischen Sydney und Melbourne war kurzzeitig wegen der Brände gesperrt. "Die Hitze ist so intensiv, dass der Teer auf der Straße anfängt zu schmelzen und an meinen Schuhen haftet", sagte ein Australier.

Premier vermutet Brandstiftung

Bislang sind in der betroffenen Region keine Opfer zu beklagen. "Wir hatten bis jetzt sehr viel Glück", sagte der Feuerwehrchef des Bundesstaats New South Wales. "Wir haben zurzeit noch keine Berichte über Opfer oder zerstörte Häuser." Die Brände hätten jedoch 55.000 Hektar Land zerstört.

Viele Feuer wurden durch Blitze ausgelöst, doch auch Brandstiftung soll es gegeben haben. Der Premierminister von New South Wales, Barry O'Farrell, warnte, dass auf Brandstiftung bis zu 25 Jahre Gefängnis stehen. "Alle, die auch nur einem Moment daran denken, ein Feuer anzuzünden, sollten sich das noch mal sehr gut überlegen."

Tausende Freiwillige schlugen Brandschneisen. Erstmals in der Geschichte wurden sämtliche Nationalparks im Südwesten des Landes geschlossen. Campingtouristen mussten abreisen. "Die Feuerwehr benutzt das Wort katastrophal aus gutem Grund", sagte Regierungschefin Julia Gillard.

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Quelle: n-tv.de

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