Panorama
Eddie Ray Routh auf einem Foto der Polizei von Erath County.
Eddie Ray Routh auf einem Foto der Polizei von Erath County.(Foto: Reuters)

"Seele gegen Pickup getauscht": Auto Motiv für Sniper-Mord?

Eddie Ray Routh, der mutmaßliche Mörder des "American Sniper", soll den Wagen seines Opfers als Mordmotiv angegeben haben. Er habe "seine Seele gegen einen neuen Pickup eingetauscht", wird er im Festnahmeprotokoll zitiert. Im Gefängnis setzen Wärter einen Elektroschocker gegen Routh ein, weil sie sich bedroht fühlen.

Der mutmaßliche Mörder des Scharfschützen Chris Kyle ist im Gefängnis in Stephenville im US-Bundesstaat Texas von Wärtern mit einem Elektroschocker außer Gefecht gesetzt worden. Der 25-jährige Eddie Ray Routh sei aggressiv geworden, sagte der örtliche Sheriff Tommy Bryant zur Begründung.

Gefängnisaufseher seien in Rouths Zelle gekommen, nachdem dieser sich geweigert habe, sein Tablett herauszugeben. Die Wärter hätten die Elektroimpulswaffen eingesetzt, da sie den Eindruck hatten, dass Routh sie angreifen wollte. Anschließend sei der 25-Jährige auf einen Stuhl gefesselt worden.

Routh gilt als selbstmordgefährdet und steht unter besonderer Aufsicht. Die nordtexanische Zeitung "Star-Telegram" berichtet, der junge Mann habe schon früher damit gedroht, sich umzubringen. Zwei Mal sei er auf Veranlassung der Polizei in einem psychiatrischen Krankenhaus untersucht worden. Der Irak-Veteran wird beschuldigt, Kyle und einen Freund des Scharfschützen ermordet zu haben. Die beiden Leichen waren am Samstag auf einem Schießstand in Texas gefunden worden.

150 Menschen getötet

Das Motiv für den Doppelmord ist weiterhin unklar. Nach der Tat fuhr Routh mit Kyles Wagen zu seiner Schwester und sagte ihr, dass er zwei Menschen getötet habe. Nach einem Bericht des Senders WFAA erwiderte er auf eine Frage nach dem Fahrzeug, er habe "seine Seele gegen einen neuen Pickup eingetauscht". Dieser Satz findet sich in dem Festnahmeprotokoll der Polizei, das der Sender im Netz veröffentlichte.

Kyle ist als "American Sniper", als der amerikanische Scharfschütze, bekannt. Er war zehn Jahre lang Mitglied der Navy Seals, einer Spezialeinheit der US Navy. Bei vier Einsätzen als Scharfschütze im Irak tötete er mehr als 150 Menschen. Später schrieb er ein Buch über seine Zeit beim Militär. Titel: "American Sniper".

Kyle und sein Freund hatten Routh Berichten zufolge mit zum Schießstand genommen, weil sie ihm so bei der Bewältigung seiner posttraumatischen Belastungsstörung helfen wollten. Dieses Vorgehen wurde von Experten kritisiert. "Es war nicht das Beste, was er für ihn (Routh) tun konnte", zitiert der "Star-Telegram" die Leiter eines "Soul Repair Center" im texanischen Fort Worth, das sich um traumatisierte Ex-Soldaten kümmert.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen