Panorama

15 Monate für früheren Lokführer: Bahn-Erpresser muss in Haft

Um Aufmerksamkeit zu bekommen, fordert ein Häftling 19 Millionen Euro von der Deutschen Bahn. Der frühere Lokführer, der schon in den 90ern entlassen wird, droht mit einem schweren Zugunglück. Jetzt kommt die Quittung vom Gericht.

Der Mann schickte auch Drohbriefe an Bahnchef Rüdiger Grube.
Der Mann schickte auch Drohbriefe an Bahnchef Rüdiger Grube.(Foto: picture alliance / dpa)

Ein früherer Lokführer wollte 19 Millionen Euro von der Deutschen Bahn erpressen und muss deshalb 15 Monate in Haft. In E-Mails unter anderem an Bahnchef Rüdiger Grube hatte der 37-Jährige ein Zugunglück mit vielen Toten angedroht. Das Berliner Landgericht verurteilte den Mann wegen versuchter Nötigung und Störung des öffentlichen Friedens.

"Die Tat war so dilettantisch, dass für jeden klar war, dass keine Gefahr bestand", urteilte das Gericht. Es sei zweifelhaft, ob es dem Berliner überhaupt um das Geld ging. Dem Gutachter nach heischte der Mann um Aufmerksamkeit. Der vielfach vorbestrafte Mann sei nach langen Gefängnisaufenthalten vereinsamt.

Die E-Mails, die der Verurteilte im vergangenen Jahr während eines Freigangs an seinen früheren Arbeitgeber und an Medien verschickt hatte, führten schnell auf seine Spur. Die Strafanstalt lag nach Angaben eines Ermittlers nahe einer für Logistik zuständigen Tochterfirma der Bahn, die den Lokführer früher beschäftigt habe.

Der 37-Jährige hatte im Prozess geschwiegen. Sein Traum vom Lokführer sei schon vor Jahren geplatzt - so hatte das Gericht es verlesen. Die Deutsche Bahn habe ihn in den 90er Jahren krankheitsbedingt entlassen.

Quelle: n-tv.de

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