Panorama

Großstädte nur schlecht erreichbarBahn hängt den Osten ab

30.11.2011, 20:06 Uhr

Eine Bahnfahrt, die ist lustig - aber nicht, wenn man in den Osten Deutschlands reisen möchte. Denn ostdeutsche Großstädte sind im Vergleich mit westdeutschen mit der Bahn ziemlich schlecht erreichbar. Das finden Forscher der TU Dresden heraus.

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Selbst Berlin schafft es nur auf Platz 11. (Foto: dpa)

Westdeutsche Städte sind überwiegend gut, ostdeutsche eher schlecht mit der Bahn erreichbar. Das ist das Ergebnis einer Studie von Verkehrswissenschaftlern der TU Dresden. Ganz vorn landete demnach Frankfurt am Main, gefolgt von Düsseldorf, Hannover und Köln. Schlusslicht ist Trier. Die Mehrzahl der ostdeutschen Städte liegt beim Ranking abgeschlagen im letzten Drittel.

Von den zehn untersuchten ostdeutschen Großstädten schnitt Magdeburg - die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt - mit Platz 53 noch am besten ab. Insgesamt wurde die Anbindung der 80 größten deutschen Städte untersucht. In die Bewertung gingen verschiedene Faktoren ein, darunter auch die tatsächliche Reisezeit in Nachbarstädte im Vergleich zu einer Zeit bei einer perfekt ausgebauten Strecke.

Erhebliches Gefälle

Co-Autor Christos Evangelinos sagte sagte, die Forscher seien selbst überrascht gewesen von den Ergebnissen. Sie hätten nicht damit gerechnet, dass die Unterschiede so deutlich seien. Mit Ausnahme Berlins seien alle Städte in den neuen Ländern nur "unterdurchschnittlich bis sehr schlecht erreichbar". Evangelinos räumte ein, dass Städte mit einer zentralen Lage bei der Untersuchung in der Regel besser weggekommen seien. So würde beispielsweise München mit seiner relativen Randlage, das immerhin Platz 15 erreichte, nach seinen Angaben noch weiter vorne liegen, wenn nicht die Anbindung in Deutschland, sondern im europäischen Maßstab untersucht worden wäre.

Für Berlin, das auf Rang elf kam, habe die starke Konzentration von ICE-Strecken in der Vergangenheit zwar punktuell Verbesserungen gebracht. Allerdings sei dies "auf Kosten anderer ostdeutscher Städte" geschehen. Die Autoren der Studie empfehlen, künftig ein größeres Augenmerk auf die bundesweite Wirkung von Schieneninfrastrukturprojekten zu legen. Dabei muss es nach Ansicht der Verkehrsexperten auch darum gehen, noch bestehende Lücken im Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn zu schließen und weitere ostdeutsche Städte anzubinden.

Quelle: sba