Panorama

Deutscher Expo-Pavillon "Balancity" in Shanghai

08.07.2009, 12:19 Uhr

Sie soll die größte aller Zeiten werden, der Weltausstellung 2010 in Shanghai. So hat Deutschland 50 Millionen Euro für sein Expo-Gebäude veranschlagt, um die "Stadt im Gleichgewicht" zu bauen.

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40.000 Besucher sollen täglich in dem deutschen Expo-Pavillon Platz haben. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Das Stahlgerüst steht schon mal: Sieben Monate nach Baubeginn nimmt der Deutsche Pavillon für die Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai langsam Formen an. "Wir liegen sehr gut im Zeitplan", sagt Dirk van der Coelen, Geschäftsführer der Koelnmesse International, die vom Bundeswirtschaftsministerium mit der Gesamtorganisation des Pavillons beauftragt ist. Die Uhr tickt: Denn vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2010 sollen täglich mehr als 40.000 Besucher durch das vieleckige Gebäude geschleust werden. Nun wurde auf der Baustelle neben dem Fluss Huangpu Richtfest gefeiert.

"Stadt im Gleichgewicht" - kurz "balancity" - ist das Motto des deutschen Beitrags. Gezeigt werden soll eine Stadt in der Balance zwischen Tradition und Moderne, Arbeit und Freizeit, Architektur und Natur. Die Besucher werden über Rollbänder durch verschiedene Stadträume geführt - durch ein Hafenbecken und Gärten, vorbei an einer Fabrik und einem Opernhaus. Mittelpunkt des Pavillons wird eine "Energiezentrale": Dort können bis zu 600 Gäste gleichzeitig eine riesige mit Leuchtpunkten besetzte Kugel durch Bewegungen und Rufe zum Schwingen bringen. So sollen die Zuschauer erfahren, dass man gemeinsam buchstäblich etwas bewegen kann.

Größte Weltausstellung aller Zeiten

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Deutschland fährt mit dem Motto "Stadt im Gleichgewicht" nach Shanghai. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Zur Expo in Shanghai mit dem Thema "Better City, Better Life" (Bessere Stadt, besseres Leben) erwartet China innerhalb von sechs Monaten 70 Millionen Besucher. Als Aussteller sind rund 240 Länder und internationale Organisationen angemeldet. Zur bislang einzigen Expo in Deutschland kamen im Jahr 2000 in fünf Monaten rund 18 Millionen Menschen nach Hannover. Die Weltausstellung in Shanghai soll die größte aller Zeiten werden - und dementsprechend baut Deutschland dort auch seinen bislang größten Expo-Pavillon auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern. Insgesamt sind knapp 50 Millionen Euro für den deutschen Beitrag veranschlagt.

"Gleich zu Beginn des Baus stand eine besondere Herausforderung", erzählt der stellvertretende Pavillondirektor Joel Willers. "Denn der Untergrund ist so weich, dass er eigentlich kein Gebäude trägt." Also mussten mehr als 400 Pfähle bis zu 30 Meter tief in den Boden gerammt werden, um ein Fundament zu schaffen. Dann wurde das Pavillongerüst aus mehr als 1200 Tonnen Stahl montiert. In den nächsten Wochen wird der Rohbau mit einer silbrigen Kunststoff-Membran überzogen. "Das gesamte Baumaterial kann nach dem Ende der Expo wiederverwendet werden", betont Willers.

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Die Expo findet vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2010 statt. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Viele Mitarbeiter der Koelnmesse International haben bereits Expo-Erfahrung - schließlich hat die Tochter der Kölner Messegesellschaft bereits die Deutschen Pavillons bei mehreren früheren Weltausstellungen konzipiert, unter anderem 2005 in Japan. Eine Firmen-Arbeitsgemeinschaft kümmert sich um Bauausführung, Architektur- und Ausstellungskonzept. Die Kölner werden während der Expo auch für das Management und das Kulturprogramm des Pavillons zuständig sein. Geplant sind Auftritte von Musik- und Tanzgruppen sowie Bundesländer-Wochen.

Quelle: Petra Albers, dpa