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Am Ende konnte der Tod des Sohnes nicht eindeutig rekonstruiert werden.
Am Ende konnte der Tod des Sohnes nicht eindeutig rekonstruiert werden.(Foto: dpa)

Leichenteile in Jauchegrube: Bauer wird freigesprochen

Eine zerstückelte Leiche in der Jauchegrube eines Bauernhofs. Was nach einem Verbrechen aussieht, bleibt möglicherweise ungesühnt. Das zuständige Gericht spricht den Vater des Opfers vom Mordvorwurf frei. Aus Mangel an Beweisen.

Er zerstückelte die Leiche seines Sohns und schmiss die Überreste in die Jauchegrube - dennoch hat das Landgericht Kiel den ehemaligen Schweinemäster aus Schleswig-Holstein freigesprochen. Der Vorwurf des Mordes könne dem 63-Jährigen nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachgewiesen werden, sagte der Vorsitzende Richter. Der Vater hatte nur die Beseitigung der Leiche eingeräumt.

Freispruch: Der Landwirt verlässt das Gericht.
Freispruch: Der Landwirt verlässt das Gericht.(Foto: dpa)

Die Entscheidung des Schwurgerichts fiel nach dem Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten". Nach Auffassung der Richter ist es ebenso wahrscheinlich wie unwahrscheinlich, dass der Vater den Mord beging. Das Gericht folgte damit am vierten Verhandlungstag der Verteidigung, die auf Freispruch plädiert hatte.

Staatsanwalt Torsten Holleck hatte in dem aufsehenerregenden Indizienprozess lebenslange Haft gefordert. Nach seiner Auffassung geriet der Vater im vergangenen Juni mit seinem betrunkenen Sohn in Streit. Als der 27-Jährige eingeschlafen sei, habe ihm der 63-Jährige einen angezündeten Böller in den Mund geschoben. Der Sohn sei daran erstickt. Anschließend habe der Vater den Toten zerstückelt und die Leichenteile in eine Jauchegrube auf seinem Bauernhof geworfen.

Der Rentner bestritt den Mord. Er gestand aber, dass er den 90 Kilogramm schweren Körper seines Sohnes zersägte, um ihn transportieren und in der Jauchegrube beseitigen zu können. Angeblich wollte er damit der Schwester des Toten einen Schock ersparen. Nach Darstellung des Vaters war der Tod des 27-Jährigen ein Unfall. Der Sohn habe ihn provozieren wollen, sich in seiner Abwesenheit den Kanonenschlag selbst in den Mund gesteckt und ihn detonieren lassen. Er habe ihn dann nach einem lauten Knall tot am Küchentisch gefunden. Diese Schilderung war nach Auffassung des Gerichts nicht zweifelsfrei zu widerlegen.

Quelle: n-tv.de

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