Panorama
Donnerstag, 30. Juli 2009

Ferkel-Kastrationen: Bauern "streben Verzicht an"

13513151.jpgNach Protesten von Tierschützern und dem drohenden Verlust von Großkunden "strebt" der Deutsche Bauernverband "einen völligen Verzicht" auf qualvolle Ferkel-Kastrationen an. Bisher ist es häufig üblich, den jungen Tieren die Hoden ohne Betäubung zu entfernen. Bis zum völligen Verzicht auf die Kastrationen sollen nun schmerzstillende Mittel eingesetzt werden, teilte der Verband mit.

Die Fastfoodketten McDonald's und Burger King hatten am Mittwoch angekündigt, spätestens von 2011 an kein Fleisch mehr von kastrierten Schweinen zu verwenden. Der Deutsche Tierschutzbund wertete das als ersten Erfolg seiner Kampagne "Ferkelprotest". Tierschutz-Organisationen üben zur Zeit Druck auf die Politik und den Lebensmitteleinzelhandel aus, um die qualvollen Ferkel-Kastrationen in Deutschland und Europa zu verbieten. Seit dem 1. April sollen Ferkeln nur noch die Hoden entfernt werden, wenn sie zuvor ein Schmerzmittel bekommen haben.

Jahrhundertealte Methode

Seit Jahrhunderten werden weltweit nahezu alle männlichen Ferkel kastriert, um zu verhindern, dass bei der Zubereitung von Schweinefleisch unangenehmer Ebergeruch entsteht. Der Tierschutzbund verwies darauf, dass bereits Alternativen wie die EU-weit zugelassene Impfung gegen den Ebergeruch und die Betäubung mit dem Narkosegas Isofluran vorhanden seien.

Im brandenburgischen Prignitz ermittelt unterdessen die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der illegalen Kastration von Ferkeln gegen einen Schweinebetrieb. Dort sollen zu alten Ferkeln ohne Betäubung die Hoden entfernt worden sein, wie der Neuruppiner Staatsanwalt Detlef Hommes sagte. Auslöser war eine Anzeige von Tierschützern. Zudem sei nun eine weitere Anzeige gegen die Kreisveterinärin eingegangen, die die Praxis in dem Betrieb geduldet haben soll. Verstöße gegen das Tierschutzgesetz können laut Hommes mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet werden.

Quelle: n-tv.de

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