Panorama

Tsunami-Alarm in JapanBeamter entschuldigt sich

01.03.2010, 11:56 Uhr

Wegen des Tsnunami-Alarms hatten nach dem Erdbeben in Chile Zehntausende die Nacht in Schutzräumen verbracht. Der zuständige Beamte des japanischen Wetteramts bittet nun um Entschuldigung.

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Eine Straße im Norden Japans. Der Tsunami ging glimpflich ab (Foto: AP)

Der vom japanischen Wetteramt aus Furcht vor Flutwellen nach dem Erdbeben in Chile erlassene Tsunami-Alarm hat sich nach Angaben der Behörde im Nachhinein als etwas übertrieben erwiesen. Der für Erdbeben und Tsunamis zuständige Beamte des Wetteramts, Yasuo Sekita, bat deswegen auf einer Pressekonferenz um Entschuldigung dafür, dass am Sonntagmorgen (Ortszeit) erstmals seit 15 Jahren in Japan die höchstmögliche Warnstufe für einen Tsunami ausgegeben und später wiederholt verlängert worden war.

Mehr als 500.000 in Küstengebieten lebende Menschen waren aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen und sich in Schulen oder anderen öffentlichen Gebäuden zu versammeln. Dort waren vorsorglich Nahrungsmittel und Decken gelagert worden. Der Alarm für befürchtete bis zu drei Meter hohe Flutwellen war immer wieder im Fernsehen und Radio ausgestrahlt sowie durch Sirenen und Lautsprecher in den Straßen verbreitet worden. Die erste Flutwelle, die am Sonntagnachmittag auf Land traf, war nur 30 Zentimeter hoch. Bis zum Abend folgten weitere, bis zu 1,20 Meter hohe Flutwellen. 1960 war nach einem Erdbeben in Chile ein Tsunami über Japan hereingebrochen, der in dem Inselstaat mehr als 140 Menschen tötete.

Während alle anderen Pazifik-Anrainerstaaten ihren Tsunami-Alarm aufhoben, blieb er in Japan 25 Stunden lang bis Montag um 10.15 Uhr (02.15 Uhr MEZ) in Kraft - wenn auch die Warnstufe bereits herabgesetzt wurde. Zehntausende Menschen verbrachten die Nacht in Schutzräumen.

Quelle: AFP