Größter Edelstein des Hauses Preußen"Beau Sancy" wird versteigert
Mit zwei bis vier Millionen Euro Erlös rechnet Sotheby's bei der Versteigerung des größten Edelsteins des Chefs des Hauses Hohenzollern. Der "Beau Sancy" gehörte mehreren großen Königshäusern und ist Zeuge von 400 Jahren europäischer Geschichte.
Vier Königsfamilien schmückten sich mit dem Diamanten, jetzt kommt er unter den Hammer: Georg Friedrich Prinz von Preußen, Chef des Hauses Hohenzollern, trennt sich von seinem größten Edelstein. Der "Beau Sancy" ("Der schöne Sancy"), jahrhundertelang im stolzen Besitz der Preußenkönige, wird am 15. Mai in Genf versteigert. Das bestätigte die Leiterin der Generalverwaltung des vormals regierenden Preußischen Königshauses, Michaela Blankart.
Das Auktionshaus Sotheby's schätzt den Wert des Kronjuwels (34,98 Karat) auf zwei bis vier Millionen Dollar (etwa 1,5 bis drei Millionen Euro). Grund der Versteigerung sind finanzielle Engpässe: Georg Friedrich Prinz von Preußen, der im vergangenen August in Potsdam geheiratet hatte, habe als Chef des Hauses Hohenzollern auch diverse Zahlungsverpflichtungen übernommen: "Beihilfen, Apanagen und Renten für Bedienstete", sagte Blankart und fügte hinzu: "Das heißt nicht, dass er pleite ist."
Zeuge von 400 Jahren europäischer Geschichte
Laut Sotheby's ist der "Beau Sancy" einer der bedeutendsten historischen Edelsteine, die je zur Auktion kamen: "Überliefert durch die königlichen Familien von Frankreich, England, Preußen und des Hauses Oranien hatte der berühmte Diamant die Ehre, Zeuge von 400 Jahren europäischer Geschichte sein zu dürfen."
Erworben wurde der Stein Mitte bis Ende 1500 von Nicolas de Harlay, Lord von Sancy, in Konstantinopel. 1604 kaufte ihn Heinrich IV., König von Frankreich, und schenkte ihn seiner Frau Maria de Medici. Diese ließ den Stein an ihrer Krone anbringen. Nach der Ermordung Heinrich IV. musste die Königin fliehen und ihre Besitztümer verkaufen. So gelangte der "Beau Sancy" ins Haus Oranien und durch die Verbindungen der Adelsgeschlechter später nach England sowie Anfang 1700 schließlich nach Preußen.