Kampf gegen verseuchtes WasserBeben erschüttert Großraum Tokio
Die Arbeiter in der Atomruine Fukushima versuchen unermüdlich, das AKW unter Kontrolle zu bringen. Erschwert wird ihre Arbeit durch massenweise verseuchtes Wasser. Unterdessen halten Nachbeben die Japaner weiter in Atem. Berichte über Schäden gibt es ebenso wenig wie eine Tsunami-Warnung.
Die Arbeiter im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima kämpfen weiter gegen radioaktiv verseuchtes Meerwasser. Mit Hilfe des Minerals Zeolith versuchen sie, ins Meer geflossenes radioaktives Material zu absorbieren. Im Schacht eines Meerwasserrohrs des Reaktors 2 steigt das dort angesammelte hochgradig verseuchte Wasser beständig an.
Unterdessen hat ein weiteres Nachbeben der Stärke 5,9 die Katastrophenregion und den Großraum Tokio erschüttert. Berichte über neue Schäden gab es nicht, auch keine Tsunami-Warnung. In der Hauptstadt Tokio ließ das Beben, das sich um 11.19 Uhr Ortszeit (04.19 Uhr MESZ) ereignete, die Gebäude erzittern. Seit dem verheerenden Erdbeben und dem nachfolgenden Tsunami vom 11. März wird Japan nahezu täglich von Nachbeben erschüttert.
Effektivität der Methode wird gesucht
Die Arbeiter in der Atomruine deponierten drei je 100 Kilogramm schwere Säcke mit Zeolith nahe der Ansaugrohre für den Reaktor 1 im Meer. Sieben weitere der 80 Zentimeter hohen Säcke seien vorbereitet worden, melden japanische Medien. Der Kraftwerksbetreiber Tepco will zunächst prüfen, wie effektiv diese Methode ist. Es werde erwogen, Zeolith dann auch in den Turbinengehäusen der Reaktoren einzusetzen, wo sich verseuchtes Wasser angesammelt hat.
Unterdessen hat Tepco herausgefunden, dass das in einem Tunnelschacht des Reaktors 2 angesammelte stark verseuchte Wasser seit dem Abend des 15. April bis zum Samstagmorgen (Ortszeit) um 1,5 Zentimeter auf 88,5 Zentimeter Höhe gestiegen ist. Neben dem zur Kühlung des Reaktors eingesetzten Wassers könnte auch Grundwasser eingesickert sein, hieß es. Außer mit Säcken voll Zeolith versuchen die Arbeiter mit Stahlplatten die Verseuchung des Meeres einzudämmen.
Clinton in Japan erwartet
US-Außenministerin Hillary Clinton will Japan am Sonntag einen Kurzbesuch abstatten. Sie dürfte dabei Japan die weitere Unterstützung seiner Schutzmacht versichern. Washington unterstützt Japans Katastropheneinsatz mit mehr als 200.000 Soldaten, 160 Maschinen der Luftwaffe und 20 Marineschiffe. Der Einsatz trägt den Namen "Operation Tomodachi" (Operation Freund). Clinton wird Premier Naoto Kan und Außenminister Takeaki Matsumoto treffen und an einer Tee-Gesellschaft des Kaisers teilnehmen. Laut Medienberichten wird sie aber anders als geplant nicht in die Katastrophengebiete reisen.