Freitag, 03. Juli 2009
Tagungsgebäude wackelt: Beben vor G-8
Nur Tage vor dem G8-Gipfel in den Abruzzen verbreiten erneut Erdstöße bis zur Stärke 4,1 Schrecken im Erdbebengebiet bei L'Aquila. Staatschef Berlusconi hatte nach dem schweren Beben vom April den Gipfel aus "Solidaritätsgründen" von der Insel La Maddalena in die verwüstete Abruzzen-Hauptstadt verlegt.Zunächst gab es keine Angaben über mögliche Verletzte oder größere Schäden, berichteten italienische Medien. Zahlreiche Bewohner liefen in Panik auf die Straße. Das Epizentrum war laut Presseinformationen einen Kilometer vom Tagungsort der G-8, einer Militärkaserne, entfernt. Die Zeitung "Corriere della Sera" berichtete, der Erdstoß habe die Kaserne aus Stahlbeton erzittern lassen und in dem Gebiet die Alarmanlagen der Autos ausgelöst.
Zur Sicherheit Helikopter ...
Der italienische Zivilschutz versicherte, dass die Kaserne erdbebensicher sei. Das hätten sämtliche Überprüfungen seit dem schweren Erdbeben von Anfang April ergeben. Für den Fall der Fälle stehen aber Helikopter bereit, um die Politiker in Sicherheit bringen zu können.
"Um gefährlich zu sein, müsste es ein Erdbeben sein, das es seit Menschengedenken in L'Aquila nicht gegeben hat", sagte der Leiter der Abteilung Erdbebenrisiko des Zivilschutzes, Mauro Dolce. "Wir haben die Verantwortung übernommen, die Kaserne, aber auch die Hotels für die Journalisten für 'bewohnbar' zu erklären", fügte er hinzu.
Der schwere Erdstoß habe die Schränke in seinem Büro verrückt, berichtete der Telecom-Italia-Mitarbeiter Domenico Colantori. "Es ist furchtbar. Wir müssen wieder in unsere Büros zurück, während uns die Angst noch in den Knochen sitzt", sagte Colantori, der nach dem schweren Erdbeben vom 6. April obdachlos geworden war. "Jedes Mal, wenn irgendwo eine Tür schlägt, springe ich fast aus dem Fenster vor Angst", sagte er.
"Akt der Solidarität"
Das Erdbeben vom 6. April hatte bei einer Stärke von 6,3 knapp 300 Menschenleben gefordert und mehr als 60.000 Bewohner obdachlos gemacht. Daraufhin verlegte Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi den Gipfel der führenden Industriestaaten und Russlands (G8) von der Insel La Maddalena in die Abruzzen-Hauptstadt L'Aquila. Dieser Akt der "Solidarität" bringe Geld für den Wiederaufbau in den Abruzzen, hatte Berlusconi erklärt.
AFP/dpa
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