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Rund 80.000 Kinder in Afghanistan konnten noch nicht gegen Polio geimpft werden.
Rund 80.000 Kinder in Afghanistan konnten noch nicht gegen Polio geimpft werden.(Foto: dpa)

Pakistan und Afghanistan betroffen: Behörden melden Polio-Infizierungen

Es gibt weltweit noch zwei Länder in denen gehäuft Kinderlähmungen gemeldet werden: Pakistan und Afghanistan. Nachdem breit angelegte Impfkampagnen erste Erfolge erzielen, fürchten Experten nun Rückschläge durch die instabile Sicherheitslage.

In Pakistan und Afghanistan sind die ersten beiden neuen Fälle der gefährlichen Kinderlähmung gemeldet worden. Nach einem Bericht der Zeitung "Dawn" unter Berufung auf das Nationale Gesundheitsinstitut wurden ein knapp dreijähriger Junge in der pakistanischen Millionenmetropole Karachi und ein fünfjähriges Kind in der südafghanischen Stadt Kandarhar als infiziert erkannt. Beide Kinder seien geimpft gewesen.

Das pakistanische Kind sei aber wegen Unterernährung nur unzureichend geschützt gewesen, das afghanische Kind hätte nicht genug Impfungen erhalten. Der von "Dawn" zitierte Experte sagte, er sei besorgt wegen der großen Zahl unkontrollierter Grenzübertritte zwischen den beiden Ländern. In Afghanistan hätten jüngste Impfkampagnen 80.000 Kinder nicht erreichen können.

Pakistan und ein Afghanistan sind die einzigen Länder, in denen die Kinderlähmung noch endemisch ist. Nach einem Rekord von mehr als 300 Neuinfizierungen in 2014 waren in Pakistan im Jahr 2015 laut nationaler Anti-Polio-Initiative nur noch 51 neue Fälle gemeldet worden - die geringste Zahl seit 2007. Das ging vor allem auf die Öffnung bisher unzugänglicher, unsicherer Gebiete durch Militäroffensiven gegen Extremisten zurück. Diese hatten Impfungen oft verhindert.

In Afghanistan gab es laut der globalen Impfinitiative zur Polio-Ausrottung bis zum 30. Dezember 19 neue Fälle. Experten sind besorgt, dass die zunehmende Unsicherheit Impfkampagnen verhindert.

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Quelle: n-tv.de

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