Panorama

Todeszahl in Taiwan steigt: Bergungskräfte suchen 100 Vermisste

Nach dem schweren Erdbeben in Taiwan gibt es bislang 15 bestätige Todesopfer. Die Einsatzkräfte sind sich allerdings sicher: Die Zahl der Toten wird noch steigen. In den Trümmern der eingestürzten Gebäude sind noch dutzende Menschen eingeschlossen.

Bei dem schweren Erdbeben im Süden Taiwans sind mindestens 15 Menschen getötet und rund 500 verletzt worden. In einer groß angelegten Bergungsaktion suchten Rettungskräfte am Samstag in den Trümmern nach Verschütteten. 100 Menschen galten noch als vermisst. Die Behörden rechnen damit, dass die Zahl der Opfer weiter ansteigt.

Mit schwerem Gerät versuchen die Bergungskräfte Überlebende aus den Trümmen zu retten.
Mit schwerem Gerät versuchen die Bergungskräfte Überlebende aus den Trümmen zu retten.(Foto: dpa)

Die Erdstöße erreichten die Stärke 6,4 und überraschten die Menschen am frühen Morgen um 3.57 Uhr Ortszeit im Schlaf. In der Zwei-Millionen-Metropole Tainan blieben die zumeist kleineren Häuser unbeschädigt, doch wurden mehrere höhere Häuser schwer beschädigt oder stürzten ein. Ein 17-stöckiges Wohngebäude kippte komplett auf die Seite.

Die Zahl der Toten steigt fast stündlich

In dem Hochhaus waren rund 250 Menschen behördlich gemeldet. Die Behörden planen eine Untersuchung, ob es Mängel in der Struktur oder Bauweise gab. Bis zum Abend wurden neun Tote dort gefunden. Unter ihnen ist ein erst zehn Tage alter weiblicher Säugling. Die Mehrheit der Bewohner konnte lebend geborgen werden. Doch waren am Abend noch Menschen dort eingeschlossen oder verschüttet. Mit schwerem Gerät und Trägern mussten Wände gestützt werden, damit das Haus nicht weiter einstürzt.

Auch in den Trümmern anderer stark beschädigter Häuser wurden mehrere Menschen vermisst. Die Zahl der Toten stieg fast stündlich. Bei dem Beben wurde eine 56-jährige Frau von einem herabfallenden Wassertank erschlagen. Auch erlag ein 40-Jähriger den schweren Verletzungen durch umfallende Möbel in seinem Hotelzimmer. Von den 475 Verletzten konnte ein Großteil nach der Behandlung im Krankenhaus wieder nach Hause gehen, berichteten die Behörden.

Militär versorgt Hunderte Obdachlose

Mit Einbruch der Dunkelheit gestalteten sich die Bergungsarbeiten schwieriger. Auch wurde es empfindlich kalt für Taiwan, das sonst eher wärmere Temperaturen gewohnt ist. 1200 Feuerwehrleute und Rettungskräfte waren mit Baggern, 23 Suchhunden und Spürgeräten im Einsatz, um Verschüttete zu finden und zu bergen. Die Suche werde auch in der Nacht fortgesetzt, versicherte der Bürgermeister von Tainan, Lai Ching-te. Das Militär baute an vier Orten der Stadt Lager mit 1200 Betten für Obdachlose auf. Präsident Ma Ying-jeou flog sofort ins Erdbebengebiet.

Das Epizentrum des Erdbebens lag in Meinong nahe der Hafenstadt Kaohsiung in einer dicht besiedelten Region. Allein in der südlich von Tainan gelegenen Stadt Kaohsiung leben 2,8 Millionen Menschen. Zeitweise war die Strom- und Wasserversorgung für Hunderttausende unterbrochen.

Die Erdstöße überraschten auch Superstar Madonna und ihre Musiker, die auf ihrer Rebel Heart Tour in Taiwan sind. Ihr Manager Guy Oseary schrieb aus dem 350 Kilometer entfernt gelegenen Taipeh auf Instagram: "Erdbeben hier in Taipeh. Vier Uhr früh...Wir sind alle Ok... Hoffe, dass es vorbei ist." Am Samstagabend ist ein zweites Konzert von Madonna in Taiwans Hauptstadt geplant.

Quelle: n-tv.de

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