Panorama

20 Kilometer um FukushimaBewohner dürfen kurz zurück

10.05.2011, 10:34 Uhr
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In einheitlicher Sicherheitskleidung werden die Menschen in die Sperrzone gebracht. (Foto: REUTERS)

Nur für zwei Stunden und auf eigene Gefahr lassen Japans Behörden die Bewohner der Evakuierungszone rund um das AKW Fukushima noch einmal zurück in ihre Häuser und Wohnungen. Es ist wohl die letzte Chance, persönliche Dokumente und Erinnerungen an sich zu nehmen.

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Ein Mann schaut im Zimmer seiner Kinder, was ins neue Leben mitsoll. (Foto: AP)

In Japan sind erstmals Bewohner der Sperrzone um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima mit staatlicher Genehmigung kurzzeitig in ihre Häuser zurückgekehrt. Mit einem Regierungsbus wurden die in weiße Schutzanzüge, Brillen und Handschuhe gekleideten Flüchtlinge aus dem Dorf Kawauchi in die 20 Kilometer um die Atomruine verhängte Zone gebracht, wie lokale Medien berichteten.

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich so aufgeregt sein würde, in mein Haus zurückzugehen", sagte ein Einwohner des Ortes Kawauchi dem Fernsehsender Asahi. In Schutzkleidung und mit Strahlenmessgeräten und Funkgeräten ausgestattet durften die Menschen für zwei Stunden in ihre Häuser gehen, um persönliche Dinge zu holen. Es war der erste organisierte Besuch in dem verstrahlten Gebiet seit die Regierung nach dem schweren Erdbeben und Tsunami vom 11. März eine 20-Kilometer-Sperrzone um das stark beschädigte Akw einrichtete.

Während ihres zweistündigen Aufenthalts trugen die 95 Bewohner eine 70 mal 70 Zentimeter große Plastiktasche mit sich, mit der sie Habseligkeiten wie Fotos oder Unterlagen einsammeln konnten. zuvor hatten sie Übungen in den Notunterkünften absolviert, wie sie sich während des Aufenthalts in der Sperrzone zu verhalten haben. Verboten war bespielsweise, Haustiere oder Nahrungsmittel mitzunehmen. Zudem musste alles vermieden werden, womit die Schutzkleidung beschädigt werden könnte.

Räumung in Raten

Die Gegend war zunächst zur Evakuierungszone erklärt worden, doch waren immer wieder Menschen trotz der Strahlengefahr auf eigene Faust zurückgekehrt, um Habseligkeiten herauszuholen. Seit dem 22. April hat die Regierung die Zone zum Sperrgebiet erklärt.

Die ehemaligen Bewohner dürfen nur noch mit staatlicher Genehmigung und unter Auflagen kurzzeitig in ihre früheren Häuser zurück. Anschließend werden sie auf radioaktive Strahlen untersucht. Die Bewohner müssen zudem unterschreiben, dass sie die Sperrzone auf eigene Verantwortung betreten. Dies löste laut der Nachrichtenagentur Kyodo bei manchen Unmut aus. Schließlich seien sie Opfer der Lage.

Quelle: dpa/AFP