Panorama

Heiße DebatteBiermanns Lederjacke brennt

01.12.2009, 22:32 Uhr

Es riecht brenzlig bei einer Diskussion mit dem Liedermacher Wolf Biermann über den 20. Jahrestag des Mauerfalls.

biermann
Das gute Stück hat jetzt ein Loch. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Wolf Biermann und ZDF-Moderator Steffen Seibert diskutierten gerade über den 20. Jahrestag des Mauerfalls, als es plötzlich ziemlich verbrannt roch. Auf der Bühne im Historischen Kassensaal der KfW-Bankengruppe in Berlin hatte der Liedermacher seine Lederjacke versehentlich auf einen kleinen Bodenscheinwerfer gelegt, der das gute Stück in Brand setzte. Dem Sänger und einer tapferen Angestellten gelang es, den Brand mit Wassergläsern zu löschen. Zurück blieb glücklicherweise nur ein Loch in Biermanns Jacke.

Wie alt die Lederjacke war, wusste Biermann nicht mehr so genau - sie stammt wohl aus der Zeit vor der Maueröffnung. Ganz genau wusste der 1976 ausgebürgerte Barde aber noch, dass er am 9. November 1989 die Landsleute in der DDR beneidete. "Ich sah's mit Neid, weil ich nicht dabei war", erzählte er. Er sei froh, dass er sich geirrt habe in der Annahme, die DDR sei ewig. Ein ganz kleines Stück will aber auch er aus der Mauer herausgebrochen haben: "Die sich so tapfer gewehrt hatten in der DDR, taten das auch, weil sie mein Seelenbrot gegessen, meine Lieder gehört hatten."

Als nicht hundertprozentig geschichtsfest erwies sich Moderator Seibert. Er beharrte gegenüber Biermann darauf, dass der berüchtigte Gorbatschow-Goebbels-Vergleich aus den achtziger Jahren vom damaligen CDU-Generalsekretär Heiner Geißler stammte und nicht vom damaligen Kanzler Helmut Kohl (CDU). Hier lag Biermann richtig. Kohl hatte im Oktober 1986 der US-Zeitschrift "Newsweek" auf die Frage, wie er Gorbatschow und seine Absichten beurteile, gesagt: "Er ist ein moderner kommunistischer Führer, der sich auf Public Relations versteht. Goebbels war auch ein Experte in Public Relations."

Quelle: dpa