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Die Babys müssen nicht zwangsweise im Krankenhaus vertauscht worden sein, sagt Uniklinikum-Chef Falzberger.
Die Babys müssen nicht zwangsweise im Krankenhaus vertauscht worden sein, sagt Uniklinikum-Chef Falzberger.(Foto: picture alliance / dpa)

Babys in Österreich vertauscht: Blutspende-Ergebnis erschüttert Familie

In der Uniklinik in Graz werden vor 25 Jahren Babys vertauscht. Durch einen Zufall erfährt eine junge Frau jetzt, dass sie mit ihrer Mutter unmöglich verwandt sein kann. Um den Fall umfassend aufzuklären, braucht es die Mithilfe hunderter Familien.

25 Jahre lang wächst eine Frau in dem Glauben auf, mit ihrer Mutter auch blutsverwandt zu sein. Bis zu jenem Tag, der alles ändern soll. Die junge Österreicherin kommt vom Blutspenden mit der Erkenntnis zurück, dass ihre Mutter nicht ihre leibliche ist. In der Hoffnung auf Beratung kontaktieren Mutter und Tochter die Rechtsabteilung der steiermärkischen Krankenkasse, wie die "Kleine Zeitung" berichtet. Die Vermutung liegt nahe, sie sei als Baby im Krankenhaus vertauscht worden. Das Uniklinikum Graz, in dem die junge Frau zur Welt kam, bestätigt den Fall. Zwischen dem 15. Oktober und dem 20.November hätte es demnach zu der Verwechslung kommen können.

Die Grazer Klinik versichert, intensive Recherchen durchgeführt zu haben. Im April 2015 habe man die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, da die Babys auch außerhalb des Krankenhauses hätten vertauscht worden sein können. "Wir wollten den Fall durch eine unabhängige Instanz prüfen lassen", wird Klinikleiter Gebhard Falzberger in der "Kleinen Zeitung" zitiert.

Die Wahrscheinlichkeit Kinder in Krankenhäusern zu verwechseln, sei sehr gering. Man sei bemüht, den Fall gemeinsam mit der betroffenen Familie aufzuklären. Derweil hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren wieder eingestellt. Laut Klinik ist der Fall strafrechtlich verjährt.

Recherchen der Klinik ergaben, dass in dem betroffenen Zeitraum 200 Mädchen zur Welt kamen. Die einzige Chance, damit die Familie endlich Gewissheit hat und der Fall abschließend aufgeklärt werden kann, wäre ein DNA-Test. Doch die Uniklinik kann die Familien zu einem solchen Test nicht zwingen. Sie müssten freiwillig einwilligen.

Quelle: n-tv.de

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