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(Foto: REUTERS)

Warum zerbrach der Jet?: Bremsen könnten Ursache sein

Es gibt erste Vermutungen, wie es dazu kommen konnte, dass ein Flugzeug über die Landebahn eines russischen Flughafens hinausfuhr und zerbrach. Alles deutet auf Versagen der Technik hin. Ihre alten Tupolew-Maschinen ausmustern will die Fluggesellschaft nicht.

Fehlerhafte Bremsen könnten die Ursache für das Flugzeugunglück am Samstag in Russland gewesen sein. Nach der Landung habe der Pilot alle ihm zur Verfügung stehenden Bremssysteme eingesetzt, sagte ein Mitglied der Untersuchungskommission. Die Maschine sei aber nicht zum Stehen gekommen. "Höchstwahrscheinlich lag es an einer fehlerhaften Schubumkehr oder an den Bremsen", fügte er hinzu. Derzeit werde der Flugdatenschreiber der Maschine untersucht, teilten die Ermittlungsbehörden mit.

Die Tupolew-204 der russischen Fluggesellschaft Red Wings war am Samstag bei der Landung am Flughafen Moskau-Wnukowo in drei Teile zerbrochen. Vier Menschen kamen dabei ums Leben. Ein fünftes Crewmitglied erlag am Sonntag seinen schweren Verletzungen. Insgesamt waren acht Menschen an Bord, die alle zur Besatzung gehörten. Zuvor hatten Behörden angegeben, dass die Crew aus zwölf Mitgliedern bestand.

Der Vorfall rückt erneut die Sicherheit russischer Passagiermaschinen in den Vordergrund. Trotz der Forderungen von Präsident Wladimir Putin, die Kontrollen zu verschärfen, weisen russische Airlines oder Fluggesellschaften früherer Sowjet-Republiken gravierende Mängel auf. Dem Weltverband IATA zufolge lag die Unfallrate dieser Gesellschaften im vergangenen Jahr dreimal so hoch wie der weltweite Durchschnitt.

Erst am 21. Dezember war ebenfalls eine Tupolew-204 mit 70 Passagieren an Bord in Sibirien über die Landebahn hinausgeschossen. Die Tupolew-204 – von der Größe vergleichbar mit einer Boeing 757 und dem Airbus A321 – wurde Mitte der 1990er Jahre gebaut. Die Produktion ist inzwischen eingestellt. Red Wings, die neun Maschinen dieses Typs in der Flotte hat, erklärte, sie wolle das Modell nicht ausmustern.

Quelle: n-tv.de

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