Panorama

Mord in Kieler BäckereiBrüder und Schwager verurteilt

23.03.2012, 13:35 Uhr
justitia
(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Die Liebe zu einer Frau wird einem 27-jährigen Iraker zum Verhängis. Da seine Freundin noch verheiratet ist, töten ihn deren Verwandte mit 18 Messerstichen. Nun werden sie zu langen Hafstrafen wegen Totschlags verurteilt.

Mit langjährigen Haftstrafen hat das Kieler Landgericht den gewaltsamen Tod eines 27-jährigen Irakers geahndet. Die Richter verurteilten alle fünf Angeklagten wegen Totschlags. Vier Brüder wurden zu Freiheitsstrafen zwischen fünf und zwölfeinhalb Jahren verurteilt. Ihr mitangeklagter Schwager muss 14 Jahre ins Gefängnis. Einen von der Anklage vermuteten Ehrenmord hielt das Gericht jedoch nicht für erwiesen.

Der Iraker war im Januar 2011 in einer Kieler Bäckerei mit 18 Messerstichen getötet worden. Kurz zuvor war er mit der Schwester der vier Brüder zusammenzogen. Die Frau war mit dem ebenfalls verurteilten Ehemann nach muslimischem Recht verheiratet, lebte aber schon länger getrennt von ihm.

Die Tat war teilweise von einer Überwachungskamera aufgezeichnet worden. Der 27-Jährige hatte in dem Laden Brot gekauft. Kurz darauf stürzte er wieder in das Geschäft - verfolgt von mehreren Männern, die auf ihn einstachen. Ehemann und Opfer stammen aus dem Irak, die Brüder im Alter von 22 bis 45 Jahren haben die libanesische Staatsangehörigkeit. Sie alle schwiegen im Prozess.

Die Schwester lebt seit der Tat an einem geheimen Ort. Sie berief sich im Prozess auf ihr Aussageverweigerungsrecht. Sie galt als Hauptbelastungszeugin der Staatsanwaltschaft, um den Vorwurf des Ehrenmordes zu stützen. Ihre Aussage vor dem Ermittlungsrichter durfte aber wegen eines Verfahrensfehlers vor Gericht nicht verwendet werden.

Quelle: ntv.de, dpa