S-Bahn in der NotChaos in Berlin hält an

Die Fahrgäste der Berliner S-Bahn müssen sich noch längere Zeit mit einem Notfahrplan abfinden. Zunächst wolle er einen Überblick über den Gesamtzustand der S-Bahn-Flotte haben, sagt der für den Personenverkehr zuständige Bahnvorstand Ulrich Homburg.
Die Fahrgäste der Berliner S-Bahn müssen sich noch längere Zeit mit einem Notfahrplan abfinden. Zunächst wolle er einen Überblick über den Gesamtzustand der S-Bahn-Flotte haben, sagte der für den Personenverkehr zuständige Bahnvorstand Ulrich Homburg. In sieben bis zehn Tagen werde er dann darüber informieren, in welchen Schritten die S-Bahn den Betrieb wieder hochfahren könne. Ziel sei es, im Dezember wieder den normalen Fahrplan anzubieten, vorausgesetzt dass keine neuen Probleme auftauchten. Zu Berichten über Mängel an Heizungen und Türen bestimmter S-Bahn-Baureihen nahm Homburg nicht konkret Stellung.
Seit einer Woche kann die S-Bahn nur noch ein Viertel ihrer Wagen einsetzen, weil alle Bremsen der modernsten Baureihe überholt werden müssen. Dies war seit dem Jahr 2004 vernachlässigt worden. Bereits Ende Juni hatte die S-Bahn einen Großteil der Wagen aus dem Verkehr ziehen müssen, um Räder auszutauschen.
Homburg sagte, ein überzogener Sparkurs des Mutterkonzerns sei nach seiner Einschätzung nicht die Ursache der Wartungsmängel bei der Tochter S-Bahn. Der Materialaufwand für die Instandhaltung der S- Bahnen sei in den vergangenen Jahren sogar deutlich gestiegen, von 30,5 Millionen Euro 2006 auf 49,7 Millionen Euro 2008.
Homburg verwies darauf, dass die Berliner S-Bahn, gemessen an der Fahrleistung, mehr Personal habe als ihre Hamburger Schwester. Auch die Fahrzeugreserve sei mit 11 Prozent größer als bei den S-Bahnen in Stuttgart, München (je 8 Prozent) und Hamburg (7,5 Prozent). Keine Angaben machte er jedoch dazu, wie sich die Personalstärke bei der Instandhaltung seit 2004 verändert hat.