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Verbunden durch die Katastrophe: Chile schickt Koloss nach Japan

Gemäß dem Versprechen des chilenischen Präsidenten Piñera schickt sein Land eine Sechs-Tonnen-Statue ins japanische Minami Sanriku. Das Original wurde bei Erdbeben und Tsunami im Jahr 2011 zerstört. Die Verbindung zwischen Chile und Japan geht auf eine Naturkatastrophe vor über 50 Jahren zurück.

Minami Sanriku war durch das Erdbeben und den Tsunami im März 2011 stark zerstört worden.
Minami Sanriku war durch das Erdbeben und den Tsunami im März 2011 stark zerstört worden.(Foto: dpa)

Ein riesiges Weihnachtsgeschenk aus Chile erhält eine japanische Stadt am Pazifik, das bei dem Tsunami im vergangenen Jahr nahezu vollständig  zerstört wurde: Nach einem Monat Schiffsreise traf eine sechs Tonnen schwere Moai-Statue aus dem südamerikanischen Land in der Hauptstadt Tokio ein, von wo aus sie nach Minami Sanriku gebracht werden soll. Nachdem das Original durch das Erdbeben und den nachfolgenden Tsunami im März 2011 zerstört worden war, hatte der chilenische Präsident Sebastián Piñera dem Dorf eine noch "größere, großartigere und schönere" Statue versprochen.

Moai-Statuen auf einer der Osterinseln: Eine solche macht Chile Minami Sanriku zum Geschenk.
Moai-Statuen auf einer der Osterinseln: Eine solche macht Chile Minami Sanriku zum Geschenk.(Foto: picture-alliance/ dpa)

"Ich hoffe, diese Moai-Statue wird nicht nur den Kindern, sondern dem ganzen Dorf helfen, sich zu erholen", sagte Yasunori Mogi, ein 30-jähriger Lehrer an der örtlichen weiterführenden Schule. "Das ist so ein tolles Weihnachtsgeschenk." Bevor die fünf Meter hohe neue Skulptur im Mai in Minami Sanriku ihren Platz findet, wird sie ab März in Tokio und Osaka ausgestellt werden.

Katastrophe von 1960

Die Verbindung zwischen Minami Sanriku und dem 17.000 Kilometer entfernten Chile geht auf das Jahr 1960 zurück. Damals erschütterte ein Erdbeben der Stärke 9,5 das südamerikanische Land; mehr als 1600 Menschen starben, rund zwei Millionen Menschen wurden obdachlos. Das Beben löste auch einen Tsunami aus, infolgedessen in Japan 142 Menschen getötet wurden - mehr als ein Viertel davon in Minami Sanriku.

Jahrzehnte später feierten beide Länder den Wiederaufbau nach der Katastrophe; nach einem Besuch des chilenischen Botschafters in Japan wurde in dem damals kleinen Fischerdorf eine Statue aufgestellt, die den geheimnisvollen Tuffstein-Figuren auf der Osterinsel nachempfunden ist, den Moai. Die Skulptur wurde durch die Tsunami-Wellen umgestürzt, dabei wurde der zwei Meter hohe Kopf abgetrennt, der heute vor der Schule steht.

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Quelle: n-tv.de

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