Panorama

Die Hilfsgelder bleiben ausCholera-Epidemie in Simbabwe

23.01.2009, 18:12 Uhr

In dem afrikanischen Land ist das öffentliche Gesundheitssystem angesichts von Wirtschaftskrise und Hyperinflation fast völlig zusammengebrochen.

Das Rote Kreuz und die UN schlagen Alarm: Die Bekämpfung der Cholera-Epidemie in Simbabwe werde immer schwieriger, warnten die Organisationen. Das Geld zur Eindämmung der gefährlichen Infektionskrankheit versiege. Während der afrikanische SADC-Staatenbund am Montag einen erneuten Vermittlungsversuch in den festgefahrenen Verhandlungen zur Bildung einer Koalitionsregierung plant, will die Europäische Union die Sanktionen gegen das Regime von Präsident Robert Mugabe verschärfen.

Der dänische Außenminister Per Stig Moller betonte bei einem Besuch in Südafrika: "Ich hoffe, dass die SADC-Staaten ihren Einfluss für eine Lösung zugunsten der armen Leute in Simbabwe nutzen werden." Sein Land sei zudem sehr besorgt über das Ausmaß der Cholera, die nun auch im Nachbarland Südafrika für 33 Tote und mehr als 3000 Erkrankte gesorgt hat. Mit Stand vom Donnerstag ging das UN-Koordinationsbüro für humanitäre Hilfe (OCHA) in Genf nun von 2773 Toten und knapp über 50.000 Infizierten aus.

Es fehlt an allen Enden

In dem afrikanischen Land ist das öffentliche Gesundheitssystem angesichts von Wirtschaftskrise und Hyperinflation fast völlig zusammengebrochen. Die Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden seien demotiviert, hieß es in einem in Genf veröffentlichten UN-Bericht. Nach einer Studie des Kinderhilfswerks UNICEF ziehen sich immer mehr Menschen wegen fehlender Bezahlung, unzureichenden Transportmöglichkeiten und nur begrenztem Arbeitsmaterial aus dem Gesundheitswesen des Krisenlandes zurück. In vielen Krankenhäusern könne kaum noch ein Notdienst aufrechterhalten werden. So fehlten Medikamente, wenn auch Hilfslieferungen etwa vom Internationalen Komitee des Roten Kreuz (IKRK) und aus Deutschland eingetroffen seien. Dringend würden Wassertanks benötigt, die Stromversorgung sei unzureichend.

Sanktionsliste wird erweitert

In Brüssel werden die EU-Außenminister am Montag etwa 50 Personen und Unternehmen aus Simbabwe zu einer Sanktionsliste hinzufügen, sagten EU-Diplomaten am Freitag. Bisher umfasste die Liste 166 Namen. Die Personen, die als enge Vertraute Mugabes gelten, unterliegen einem Einreiseverbot, bei Unternehmen wird das in der EU angelegte Vermögen eingefroren. Die Liste war zuletzt am 22. Juli vergangenen Jahres aktualisiert worden. Die EU reagiert mit der Verschärfung auf die Weigerung Mugabes, sich mit seinem Gegenspieler Morgan Tsvangirai auf eine Machtteilung zu einigen.