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Es sieht aus wie nach einem Bombenanschlag, berichten Einwohner.
Es sieht aus wie nach einem Bombenanschlag, berichten Einwohner.(Foto: REUTERS)

Erdbeben auf Neuseeland: Christchurch ruft Notstand aus

Ein schweres Erdbeben versetzt die Einwohner in Neuseelands zweitgrößter Stadt Christchurch in Panik. Häuser und Brücken stürzen ein, die Strom- und Wasserversorgung fällt aus. Mehrere Menschen sind verletzt, zwei von ihnen schwer. Seismologen warnen vor einem größeren Nachbeben.

Zwei Menschen sind bei einem starken Erdbeben in Neuseeland schwer verletzt worden. Nach Krankenhausangaben erlitten mehrere Menschen leichte Verletzungen wie Schnittwunden, Prellungen oder Knochenbrüche. Die am stärksten betroffene Stadt Christchurch auf der Südinsel rief den Notstand aus.

Das Beben der Stärke 7,1 - zuvor waren von Experten 7,2 und 7,4 genannt worden - zerstörte in der größten Stadt der Südinsel Gebäude, Brücken, Straßen und Autos. Es seien zehn spürbare Nachbeben der Stärken 3,9 bis 5,2 registriert worden. Seismologen warnten vor einem größeren Nachbeben.

"Wie nach einem Bombenanschlag"

Das ganze Ausmaß der Schäden ist noch nicht bekannt.
Das ganze Ausmaß der Schäden ist noch nicht bekannt.(Foto: dpa)

"Es sieht in unserem Stadtteil aus wie nach einem Bombenanschlag", berichtete die Bochumerin Sabine Cook, die seit 22 Jahren in Christchurch wohnt. Durch das Beben hat sie ihr Haus verloren: "Die Polizei hat uns noch einmal ins Haus gelassen, um schnell die nötigsten Sachen in Tüten und Koffer zu packen", sagte die Immobilienmaklerin. "Jetzt wissen wir nicht, wie es weitergeht." Sie sei mit ihrem neuseeländischen Mann zunächst bei deutschen Freunden untergekommen.

Auch der öffentliche Personennahverkehr war nach den Erschütterungen gestört. Der Schienenverkehr auf der Südinsel wurde aus Sicherheitsgründen eingestellt.

Plünderungen in Christchurch

In Christchurch wurden einige Fälle von Plünderungen bekannt. Die Polizei sperrte bis Sonntag den Innenstadtbereich ab. Bis dahin soll das Ausmaß der Schäden eingeschätzt worden sein. Der neuseeländische Ministerpräsident John Key und andere Kabinettsmitglieder wollten sich vor Ort selbst ein Bild von der Zerstörung machen.

Das US Geological Survey ging von einer Stärke von 7.2 auf der Richterskala aus.
Das US Geological Survey ging von einer Stärke von 7.2 auf der Richterskala aus.(Foto: dpa)

In der Stadt fiel großflächig die Strom- und Wasserversorgung aus, wie örtliche Medien berichteten. Auch Handynetze seien ausgefallen. Viele Menschen liefen im Dunkeln in Schlafanzügen auf die Straßen, hieß es auf der Website der Lokalzeitung "The Press".

Der internationale Flughafen der Stadt wurde evakuiert. Ein Mann, der die Erschütterungen dort erlebt hatte, berichtete: "Das ganze Terminal fing an zu schwanken."

Nach Angaben der US-Geologiebehörde USGS lag das Epizentrum rund 30 Kilometer nordwestlich von Christchurch. Die Erschütterungen am Samstagmorgen um 4.35 Uhr örtlicher Zeit (18.35 MESZ) seien auf der ganzen Südinsel zu spüren gewesen. "Wir sind sofort aus dem Haus. Es hat bestimmt zwei Minuten lang ganz schlimm gegrollt und gedonnert. Es war ganz schlimm", berichtete Sabine Cook.

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Quelle: n-tv.de

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