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Experten verfolgen jede Bewegung des gewaltigen Wracks.
Experten verfolgen jede Bewegung des gewaltigen Wracks.(Foto: dpa)

Bergung kommt voran: "Concordia" richtet sich langsam auf

Noch nie zuvor hat es eine so komplizierte Bergung eines Passagierschiffs gegeben. Das Wrack der havarierten "Costa Concordia" wird mit gewaltigen Stahlseilen in winzigen Schritten zurück in eine aufrechte Position gezogen. Nach einigen Stunden sind bereits Fortschritte zu sehen.

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Mit drei Stunden Verspätung hat die wohl spektakulärste Schiffsbergung aller Zeiten begonnen: Vor der italienischen Insel Giglio wird die verunglückte "Costa Concordia" aufgerichtet. Solch eine Bergung ist ein absolutes Novum in der Geschichte, riskant und teuer. "Alle Überprüfungen wurden abgeschlossen, der Einsatz hat begonnen", sagte der Projektleiter der italienischen Firma Micoperi, Sergio Girotto. Nach Auskunft von Augenzeugen ragt das Wrack nach etwa zwei Stunden bereits um gut einen Meter weiter aus dem Wasser als zuvor.

Die Behörden hatten genauere Informationen über Wetterbedingungen abgewartet, bevor die Arbeiten genehmigt wurden. Dennoch verzögerten Gewitterstürme den Beginn. Umweltschützer befürchten, dass während des Aufrichtens Schadstoffe aus dem Inneren des Schiffes ins Meer gelangen. In der kompliziertesten Phase der einzigartigen Bergungsaktion ziehen Experten den Kreuzfahrtkoloss mit Stahlseilen und aufwendiger Technik im Schneckentempo zurück in eine aufrechte Position. Erst nach mehreren Stunden soll sichtbar werden, dass das Schiff mit einem hydraulischen System in die aufrechte Position kommt.

Danach muss das Schiff in der Vertikalen stabilisiert werden. Während des Einsatzes zur Bergung der "Costa Concordia" ist im weiten Umfeld kein Schiffsverkehr zugelassen. Eine letzte Fähre verließ Giglio am Morgen gegen 06.05 Uhr. Verfolgen Sie die Aktion hier im n-tv Livestream.

Teuer und aufwendig

Das 300 Meter lange Kreuzfahrtschiff mit einem Volumen von mehr als 114.000 Tonnen soll danach auf mehreren im Meeresboden verankerten Plattformen liegen und im Frühjahr 2014 weggeschleppt werden. Auf dem Festland soll das Wrack dann zerlegt werden. Wenn es nach den Wünschen der Behörden geht, sollen die Arbeiten im ersten Halbjahr 2014 abgeschlossen sein.

In den 20 Monaten seit dem Schiffbruch wurde die "Costa Concordia" stabilisiert und Treibstoff und Abwässer abgepumpt. Die Bergung des Schiffs ist eine der größten und aufwendigsten aller Zeiten. Sie wird nach Angaben der Reederei Costa Crociere mindestens 600 Millionen Euro kosten.

Das mehr als 114.000 Tonnen schwere Schiff war am 13. Januar 2012 vor der Mittelmeer-Insel Giglio gekentert. 32 Menschen starben bei dem Unglück. Das Schiff war zu nahe an die italienische Insel Giglio herangefahren. Bei der Rettung der Passagiere gab es zahlreiche Verzögerungen. Francesco Schettino, der Kapitän des Schiffes, muss sich wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und Körperverletzung sowie Verlassens des Schiffs noch während der Evakuierung vor Gericht verantworten.

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Quelle: n-tv.de

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