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In Frankreich schlägt das DSK-Buch hohe Wellen.
In Frankreich schlägt das DSK-Buch hohe Wellen.(Foto: REUTERS)

Autorin kommt mit Skandalbuch durch: DSK muss Verkauf hinnehmen

Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn kämpft um seinen Ruf: In einem Buch verunglimpft eine ehemalige Geliebte den Franzosen als chauvinistisches Mischwesen aus Mensch und Schwein. Ein Gericht entscheidet nun: DSK muss das hinnehmen, auch wenn die Autorin bestimmte Auflagen erfüllen muss.

"Belle et Bête": halb Mensch, halb Schwein.
"Belle et Bête": halb Mensch, halb Schwein.(Foto: REUTERS)

Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat im juristischen Kampf gegen das Buch einer ehemaligen Liebhaberin nur einen Teilerfolg errungen. Der Erzählung von Marcela Iacub muss nach einer Gerichtsentscheidung zwar ein Hinweis auf Verstöße gegen das Persönlichkeitsrecht beigefügt werden. Zudem sollen Autorin und Verlag zusammen 50.000 Euro Schadensersatz zahlen. Ein von ihm gefordertes Verkaufsverbot wurde allerdings nicht angeordnet.

In dem Buch "Belle et Bête" (je nach Lesart "Schöne und Biest" oder "Schön und Dumm") hat die Autorin nach eigenen Angaben eine Beziehung zu Strauss-Kahn verarbeitet. Dabei beschreibt sie den früheren Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) als chauvinistisches und vulgäres Mischwesen aus Mensch und Schwein.

Halb Fiktion, halb wahr

Zuvor hatte Strauss-Kahn das Buch vor Gericht als "verachtenswert und verlogen" bezeichnet. Er forderte, Richterin Anne-Marie Sauteraud solle der Praxis von Journalisten und Verlegern, "die für Geld alles machen", einen Riegel vorschieben.

"Belle et Bête" schlägt in Frankreich hohe Wellen, seitdem das Magazin "Le Nouvel Observateur" Auszüge aus dem Buch sowie ein Interview mit der Autorin veröffentlicht hatte. Iacub gibt an, mit Strauss-Kahn von Januar bis August 2012 eine Affäre gehabt zu haben. In dem Buch kommt Strauss-Kahns Name zwar nicht vor; Iacub hat aber bestätigt, dass der einstige Hoffnungsträger der französischen Sozialisten die Hauptfigur ihres Buches ist. Das Buch vermischt demnach wahre Begebenheiten mit Fiktion.

Strauss-Kahn war im Mai 2011 als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgetreten, nachdem er in New York wegen Vergewaltigungsvorwürfen festgenommen worden war. Ihm wurde vorgeworfen, in einem New Yorker Luxushotel ein Zimmermädchen zum Oralsex gezwungen zu haben. Ein Strafprozess wurde wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens später eingestellt. In Frankreich wird gegen "DSK" derzeit im Zusammenhang mit Sex-Partys mit Prostituierten wegen "bandenmäßiger Zuhälterei" ermittelt.

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Quelle: n-tv.de

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