Sonntag, 06. April 2008
Mit fliegenden Ohren ins Ziel: Dackelrennen in Itzehoe
Rauhaarteckel "Snoopy" ist ein richtiger "Renn- Dackel". Zuletzt war die fünfjährige Hundedame aus Sarlhusen in Schleswig-Holstein mit ihrem Herrchen Jörg Römer (38) bei einem Dackelrennen in Berlin, jetzt trat sie in Itzehoe an. Gemeinsam mit 58 anderen Kurzhaar-, Langhaar- und Rauhaardackeln, die nach Größe nochmals in Normal-, Kaninchen- und Zwerg-Teckel unterschieden werden, lief sie um Platz und Sieg.
Dabei scheint der Dackel eigentlich nicht zum Rennen geschaffen. Böse Zungen beschreiben ihn als ein Tier, dass halb so hoch ist wie ein Hund und doppelt so lang. Doch "Snoopy" schert die Meinung jener bösen Lästermäuler offensichtlich wenig. Die kleine Renndackeldame jagt mit fliegenden Ohren und blitzenden Augen die 50 Meter lange Grasbahn zum Ziel hinab, lässt ihre Konkurrenten weit abgeschlagen hinter sich.
Nach einem K.-o.-System laufen meist vier Hunde zusammen. Man darf beim Dackelrennen keine zu hohen Ansprüche an den Gehorsam stellen. Stattdessen ist bei Herrchen und Frauchen eher sportliches Verständnis gefragt, wenn "Jenny" einen Frühstart hinlegt oder "Rambo" den Parcours eher nach seinem Instinkt als nach Zuruf- Befehlen durchquert. Fast im Takt fliegen Schwanz und Ohren, die kleinen Beinchen trippeln emsig.
Zwar ist der Dackel ein richtiger Jagdhund. Doch mit seinen kurzen Beinen und der schmalen Brust hat er keine Chance, flinkes Wild zu hetzen. Er schafft gerade einmal Tempo 25 - nicht viel, vergleicht man dies mit schnellen Windhunden, die kurzfristig Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h erreichen können. Somit kann ein Dackel das Wild nur aufscheuchen. Wenn dieses dann flüchtet, bleibt dem Jäger noch Zeit zum Zielen und Schießen.
Außerdem wurde der Dackel für die sogenannte Baujagd gezüchtet: Das heißt, er soll in die unterirdischen Höhlen kriechen, um Fuchs und Dachs aus ihren Bauten herauszulocken und dem Jäger vor die Büchse zu treiben.
Doch das alles ist "Snoopy" egal. Sie jagt am Sonntag auf der Rennbahn vergnügt ihrem gelben Quietsche-Entchen hinterher, mit dem Herrchen ins Ziel vorausgeeilt ist. Für sie macht es offensichtlich keinen Unterschied, ob sie alleine mit ihrem Besitzer zuhause im Garten spielt oder jetzt zwischen anderen spielbegeisterten Artgenossen auf der Rennbahn in Itzehoe.
Wolfgang Runge, dpa
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