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Diagnose nach Südamerika-Reise: Däne infiziert sich mit Zika-Virus

Der Zika-Erreger kommt in Europa an: Ein dänischer Tourist hat sich mit dem Virus angesteckt, das bei Schwangeren zu Schädigungen des ungeborenen Kindes führen kann. Eine Ausbreitung schließen die Ärzte aber aus.

Erstmals ist das Zika-Virus bei einem Patienten in Dänemark diagnostiziert worden. Der Mann habe sich bei einer Reise nach Süd- und Lateinamerika mit dem durch Mücken übertragenen Erreger angesteckt und danach über Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen geklagt, teilte das Universitätskrankenhaus in Aarhus mit. Eine Untersuchung habe die Infektion am Dienstagabend bestätigt.

Das Zika-Virus steht im Verdacht, Schädelfehlbildungen auszulösen.
Das Zika-Virus steht im Verdacht, Schädelfehlbildungen auszulösen.(Foto: dpa)

Der Patient wurde ambulant behandelt und hat das Krankenhaus bereits wieder verlassen. "Sein Zustand ist gut", hieß es. Das Risiko, dass sich das Virus weiter verbreite, sei mininmal. Die Zika-Mücke ist in Dänemark bisher nicht entdeckt worden.

Das Virus grassiert derzeit vor allem in Brasilien, sodass vornehmlich Reisende den Erreger mit nach Europa bringen können. Bei den Infizierten verursacht es zwar keine schwere Erkrankung, steht aber im Verdacht, bei Schwangeren das ungeborene Kind zu schädigen. In den vergangenen Jahren war es auch mehrfach bei deutschen Reiserückkehrern diagnostiziert worden. Das Auswärtige Amt in Berlin riet deshalb insbesondere Schwangeren von Reisen in die Zika-Endemie-Gebiete ab.

Brasilien kämpft gegen Zika-Mücke

Wie ernst die Lage ist, zeigt auch eine drastische Maßnahme in Brasilien, wo die Verbreitung des Virus seinen Anfang nahm. Dort setzt die Regierung 220.000 Soldaten ein, die in betroffenen Gebieten von Haus zu Haus gehen und bei der Bekämpfung der Aedes-Mücken helfen. Die Mücke überträgt neben dem Zika-Virus auch das Dengue-Fieber. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Dengue-Infektionen auf 1,6 Millionen - 843 Menschen starben.

Als weitere Maßnahme gegen das grassierende Zika-Virus sollen 400.000 schwangere Frauen aus ärmeren Schichten kostenlos Moskitoschutzmittel erhalten. Von 3893 bisher festgestellten Fällen an Schädelfehlbildungen, die bei Kindern zu geistiger Behinderung führen, konnte bei sechs Fällen eine vorherige Zika-Infizierung der Schwangeren nachgewiesen werden.

Quelle: n-tv.de

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