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Küch hat die Erfahrungen der Braunschweiger Sonderkommission zu Flüchtlingskriminalität aufgeschrieben.
Küch hat die Erfahrungen der Braunschweiger Sonderkommission zu Flüchtlingskriminalität aufgeschrieben.(Foto: picture alliance / dpa)

Autor von "Soko Asyl": "Damit bessere ich nicht meine Pension auf"

Als Ulf Küch das Schweigen über Flüchtlingskriminalität brach, feierte ihn auch das politisch rechte Lager. Inzwischen wird dem Kripo-Beamten vorgeworfen, viel Geld mit seinem "PC-Machwerk" zu verdienen. Das mag sein, ist aber trotzdem nicht die ganze Wahrheit.

Der Chef der Braunschweiger Kripo, Ulf Küch, spendet die ihm zustehenden Einnahmen aus dem Verkauf seines Buches "Soko Asyl" nach eigenen Angaben komplett für die Flüchtlingshilfe und karikative Zwecke. "Das Geld wird nicht auf meinem Konto landen. Wer glaubt, ich bessere damit meine Pension auf, irrt", sagte er auf Anfrage. Schon vor der Vertragsunterschrift mit dem Riva-Verlag habe festgestanden, dass er den Betrag von "ein paar Tausend Euro" spenden werde.

"Weil von Anfang an klar war, dass das Geld gemeinnützigen Zwecken zukommt, habe ich das Buchprojekt noch nicht mal bei meinem Arbeitgeber als Nebeneinnahme angemeldet. Ich wollte und werde nie daran verdienen", sagte Küch, der stellvertretender Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter ist. Dies gelte auch für Einnahmen aus Lesungen und Diskussionsveranstaltungen rund um "Soko Asyl".

Das viel beachtete Buch schickt sich gerade an, ein Bestseller zu werden. Küch berichtet darin über die Erkenntnisse der Braunschweiger Sonderkommission, die sich nur um mutmaßlich von Flüchtlingen begangene Straftaten kümmert. Ihr erklärtes Ziel ist es, mit Fakten und Differenzierung gegen Diffamierung vorzugehen. "Der Anteil von Kriminellen unter den Flüchtlingen ist prozentual nicht höher als der Anteil von Kriminellen in der deutschen Bevölkerung", sagte Küch.

"Das Goldene Herz" profitiert

Nach Angaben des Kripo-Chefs geht seine Spende an "Das Goldene Herz", eine gemeinsame Initiative der "Braunschweiger Zeitung" und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes der Stadt. "2015 steht die Aktion ganz im Zeichen der Flüchtlingshilfe", erklärte die Aktion. Der Leiter der Lokalredaktion des Blattes, Henning Noske, bestätigte auf Anfrage die Angaben Küchs. Zwischen dem Polizisten und dem Zeitungsverlag gebe es eine mündliche Vereinbarung, Honorare für Autorenschaft und Lesungen an das "Das Goldene Herz" abzutreten, sagte der Journalist. Eine Abrechnung erfolge "am Ende des Jahres". Erst dann stehe der Betrag fest. Küch meint dazu: "Es ist kein riesiges Vermögen."

In Internetforen wird der Kripo-Beamte seit Erscheinen des Buches angegriffen. Bei Amazon heißt es etwa: "Herr Küch sollte sich gewaltig schämen, springt er doch auf den Zug des politischen Mainstreams um Geld zu verdienen, und belügt gleichzeitig schamlos die Bürger." Der Polizist sagte: "Solche Behauptungen sind ein schlechter Witz." Einerseits finde er die Vorwürfe ärgerlich, andererseits erschrecke ihn das Ausmaß an Dummheit und Boshaftigkeit sowie der fehlende Willen zum Zuhören und zum Austausch von Argumenten.

Der Riva-Verlag schließt sich der Initiative nicht an, spendet aber nach eigenen Angaben sämtliche Einnahmen aus dem Buch "Rezepte für ein besseres Wir: Koch mit uns über den Tellerrand". Die Köche, die die Gerichte vorstellen, seien durchgehend Asylsuchende, sagte ein Verlagssprecher. "Das ist mehr, als wenn wir den Gewinn für "Soko Asyl" spenden würden." Da der Autorenanteil "höher als normalerweise" sei, "verdienen wir nicht viel daran". Für das Kochbuch zeichnet der Pearl-Verlag verantwortlich, der wie Riva zur Münchner Verlagsgruppe gehört.

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Quelle: n-tv.de

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