Panorama

Weißer Rauch nach 26 Stunden: +++ Das Protokoll der Papstwahl +++

Im fünften Wahlgang einigen sich die 115 Kardinäle auf einen Nachfolger von Papst Benedikt XVI. Gewählt wird der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio, der zukünftig Franziskus heißen wird.

+++ 09:37 Franziskus eilt zum Gebet +++
Papst Franziskus besucht am Morgen nach seiner Wahl die päpstliche Basilika Santa Maria Maggiore für ein Gebet. Dutzende Menschen, darunter viele Fotografen, erwarteten das neue Oberhaupt der katholischen Kirche. Es ist der erste öffentliche Auftritt des neuen Papstes nach seiner kurzen Ansprache an die Menge der Gläubigen am Vorabend vom Balkon des Petersdomes aus.

+++ 08:58 "Das ist ein wichtiger Schritt +++
"Mit diesem Entscheid bekennt sich die katholische Kirche endlich auch im Papstamt zu ihrer Verfasstheit als Weltkirche, trotz der immer noch herrschenden europäischen Dominanz des Kardinalskollegiums", heißt es einem Kommentar der "Neuen Zürcher Zeitung", die die Papstwahl aus Schweizer Perspektive beleuchtet. "Das ist ein wichtiger Schritt. Die Tatsache, dass Bergoglio Sohn italienischer Einwanderer ist, dürfte den Kardinälen aus Italien die Zustimmung einfacher gemacht haben. Lateinamerika, die Heimat der von Rom verfemten Befreiungstheologie, steht für eine lebendige und wachsende Kirche auf der Seite der Menschen."

+++ 8:32 Orthodoxe Kirche begrüßt den Papst +++
Die russisch-orthodoxe Kirche hofft nach der Wahl Jorge Mario Bergoglios zum Oberhaupt der Katholiken auf eine weitere Verbesserung ihrer Beziehungen zum Vatikan. "Der neue Papst ist für seine konservativen Ansichten bekannt, daher wird sein Pontifikat sicherlich den Glauben stärken", erklärt Erzpriester Dmitri Sisonenko der russischen Agentur Interfax. Sisonenko ist in Moskau für die zwischenchristlichen Beziehungen zuständig.

+++ 8:18 Der neue Papst reist nicht gern +++
Papst Franziskus I. geht nach Angaben des Weihbischofs von Buenos Aires, Eduardo García, nicht gerne auf Reisen. "Ich sehe ihn nicht als einen Papst, der reist - tatsächlich reist Bergoglio nicht gerne", sagt García dem argentinischen Informationssender "Todo Noticias" mit Blick auf seinen Landsmann Jorge Mario Bergoglio.

+++ 8:15 "Kirche will ein Zeichen setzen" +++
"Mit der Wahl von Jorge Mario Bergoglio zum neuen Papst will die katholische Kirche ein Zeichen setzen", schreibt der "Standard". " Es wurde erstmals kein Vertreter aus Europa sondern aus Lateinamerika - einer Region, in der der Katholizismus noch einen wichtigen Stellenwert hat, wo jedoch Evangelikale auf dem Vormarsch sind. Aber es ist eine Weltgegend, in der die Institution Kirche noch eine Anziehungskraft hat. Es ist ein Hoffnungsgebiet für die katholische Kirche."

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+++ 07:30 Wer Jorge Bergolio ist +++
Mit Jorge Bergoglio kommt zum ersten Mal ein Papst aus Lateinamerika. Für viele gilt er als Hoffnungsträger. Doch seine Rolle während der argentinischen Militärdiktatur bleibt umstritten. Wer ist der "Kardinal der Armen?"

+++ 07:20 "Kirche erfindet sich neu" +++
"Die extreme Euro-Zentrierung der vergangenen Jahrhunderte hat der katholischen Kirche nicht nur gut getan", schreibt die "Presse" aus Wien. "Tatsächlich ist die Kirche in vielen Teilen der Welt vitaler als in Europa, wo sie zum Teil noch immer unter den Nachwirkungen der jahrhundertealten engen Verbindung mit dem Staat leidet. Die katholische Kirche erfindet sich selbst durch den Papst aus Lateinamerika nun gewissermaßen neu."

+++ 7:05 Was bedeutet der Name "Franziskus? +++
Der neue Papst wählte einen Namen, den keiner seiner Vorgänger trug. Die Namenswahl wird als ein deutliches Zeichen an die Armen der Welt verstanden. Warum das so ist, lesen Sie hier.

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+++ 6:55 "Neuer Weg nach Jahren des Stillstands" +++
"Mit der Wahl des neuen Papstes Franziskus schlägt die Kirche von Rom nach Jahren des Stillstands einen neuen Weg ein", schreibt "De Telegraaf" aus Amsterdam. "Vor allem muss er nach den Missbrauchsskandalen und den Problemen im Vatikan selbst, das Vertrauen in die Kirche wiederherstellen. Ob Franziskus stark genug ist, die Kirche zu modernisieren, wird sich zeigen. Nach Benedikt XVI. hat Rom mit diesem neuen Papst jedenfalls Veränderung im Blick."

+++ 06:30 Gratulationen aus aller Welt +++
Nach der Wahl des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio zum Papst werden weltweit Glückwünsche übermittelt. US-Präsident Barack Obama spricht von einem historischen Tag und zeigt sich erfreut, dass mit Franziskus das Oberhaupt der Katholiken erstmals aus Amerika kommt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt, die Hoffnungen von "Millionen von Gläubigen in Deutschland und in der ganzen Welt" richteten sich jetzt auf den neuen Papst." Bundespräsident Joachim Gauck sagt mit Blick auf den Namenspatron Franz von Assisi, Franziskus sei vor allem wegen seiner "Hinwendung zu den Armen und Schwachen" ein Vorbild.

+++ 05:55 Glück spricht von "Hoffnungszeichen"
Der Präsident des Zentralkomitees der  deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, würdigt den neuen Papst Franziskus als "großes Hoffnungszeichen für die Kirche". In der südamerikanischen Heimat des neuen Papstes spielten die Laien in der Seelsorge "eine wichtige Rolle". Franziskus stehe zudem "für die Kirche der Armen, nicht  für die Kirche des Pomps".

+++ 02:42 Sieben Millionen Tweets zur Papst-Wahl +++
Die Papst-Wahl war das beherrschende Tagesthema bei Twitter. Insgesamt brachte der Tag über sieben Millionen Tweets zu dem Thema. Nachdem der Argentinier Jorge Mario Bergoglio als neuer Papst Franziskus vorgestellt wurde, habe die Aktivität der Twitter-Nutzer mit 130.000 Mitteilungen pro Minute ihren Höhepunkt erreicht. Allein die Nachricht "HABEMUS PAPAM FRANCISCUM" vom offiziellen Vatikan-Konto "@pontifex" wurde mehr als 68.000 Mal von anderen Nutzern wiederholt.

+++ 01:49 Missbrauchsopfer fordern Kirchenreform +++
Opfer von sexuellem Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche haben den neuen Papst Franziskus zu Reformen aufgefordert. "Der Heilige Franziskus war der größte Reformer der Kirche in der Geschichte, Papst Franziskus muss dasselbe tun", forderte die US-Organisation Netzwerk der Überlebenden von Missbrauch durch Priester (SNAP) in einer Erklärung. SNAP erklärte, Millionen Kinder seien bis heute gefährdet, von katholischen Priestern missbraucht zu werden, weil die Kirche ihre Politik der Vertuschung noch nicht beendet habe. Die Organisation verwies auf zahlreiche Missbrauchsfälle im Jesuitenorden, dem der neue Papst entstammt. Franziskus habe "sowohl eine große Gelegenheit als auch die Pflicht" dabei zu helfen, sexuellen Missbrauch an Kindern durch katholische Geistliche zu verhindern.

+++ 01:12 Papst heißt Franziskus - ohne Zahl +++
Der Name des neuen Papstes ist Franziskus, nicht Franziskus I. Das stellte der Sprecher des Vatikans, Federico Lombardi, klar. Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio ist nicht nur der erste Papst aus Lateinamerika und der erste Jesuit in dem Amt, sondern auch das erste Oberhaupt der katholischen Kirche, das den Namen Franziskus wählte. Erst wenn es einmal einen Nachfolger gibt, der sich ebenfalls so nennt, müsste zur Unterscheidung auch beim ersten Franziskus die Zahl als Namenszusatz hinzugefügt werden. Lombardi, der selbst Jesuit ist, lobte die Wahl des Namens. Franziskus sei "ein großer Zeuge des Evangeliums" gewesen, sagte er. Der neue Papst habe sich nicht für den Namen Ignatius nach dem Gründer des Jesuiten-Ordens, Ignatius von Loyola, entschieden, sagte Lombardi. "Er will damit sagen, dass wir im Dienste der Kirche stehen."

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+++ 00:36 Kardinal Meisner: Überraschende Entscheidung +++
Die Entscheidung für Jorge Mario Bergoglio als neuen Papst ist nach Angaben von Kardinal Joachim Meisner eine überraschende Wahl gewesen. "Ich habe mir das natürlich auch vorher anders vorgestellt. (...) An den Kardinal Bergoglio habe ich nicht gedacht", sagte der Erzbischof von Köln. "Ich hätte mir einen anderen vorgestellt." Es sei aber ein gutes Zeichen, dass der neue Papst ganz anders sei, als er gedacht habe. Die Entscheidung für Bergoglio sei ein tagelanger Prozess gewesen und habe sich nach und nach in den Gesprächen und Abstimmungen herauskristallisiert. "Ich glaube, die meisten, die aus dem Konklave rausgegangen sind, die haben gesagt, das hätten wir nicht gedacht. Der ist uns wirklich geschenkt und der sei uns auch wirklich herzlich willkommen", sagte er. Bergoglio habe das Format Papst zu sein und die Kardinäle seien nach dem Ende der Abstimmung froh über die Wahl gewesen.

+++ 23:32 Kardinal Lehmann: Sehr glücklich über Wahl +++
Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat sich sehr glücklich über die Wahl des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio zum neuen Papst gezeigt. Dies werde "ein starker Akzent sein für die Weltkirche", sagte der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in der ARD. Es sei gut, dass ein Nicht-Europäer Kirchenoberhaupt sei. Er habe im Verhältnis zu den Armen "Maßstäbe gesetzt". Afrikaner, Asiaten und Menschen anderer Kontinente würden sich nun anders vertreten fühlen. Lehmann lobte die unbefangene Art und den Humor von Papst Franziskus.

+++ 23:01 Neuer Papst ein Fußball-Fan +++
Die Wahl von Jorge Mario Bergoglio zum neuen Papst hat in Argentinien auch die Fußball-Fans begeistert. "Maradona, Messi... und jetzt Jorge Mario Bergoglio", titelte die Sportzeitung Olé in ihrer Online-Ausgabe. Franziskus I. gilt in seiner Heimat als großer Anhänger des zehnmaligen Meisters San Lorenzo. Die Zeitung El Grafico nannte ihn gar einen "fanatico" und zeigte ein Foto des Erzbischofs von Buenos Aires mit San-Lorenzo-Wimpel in der Hand. Zum 100. Geburtstag des Klubs im Jahr 2008 hatte Bergoglio, der häufig bei Spielen des Vereins im Stadion war, die Ehrenmitgliedschaft erhalten. Sein Vater spielte zudem für die Basketball-Abteilung von San Lorenzo. Olé überschrieb ein Foto des Papstes auf dem Balkon des Petersdoms, auf dem er dem Publikum zuwinkt, in Anspielung auf Maradonas legendäres Handspiel im WM-Viertelfinale 1986 gegen England mit der Überschrift "La Mano de Dios" - Die Hand Gottes.

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+++ 22:44 Gauck sieht ein "Zeichen" +++
Bundespräsident Joachim Gauck gratuliert dem neuen Papst Franziskus I. zur Wahl. Dass mit ihm erstmals ein Lateinamerikaner katholisches Kirchenoberhaupt werde, sei ein "sichtbares Zeichen" der "weltumspannenden Dimension" der römisch-katholischen Kirche, heißt es in dem Glückwunschschreiben Gaucks. Der Argentinier trete sein Amt "in Zeiten großer Herausforderungen an". Er wünsche ihm für die vor ihm liegenden Aufgaben "Kraft, Weisheit und Gottes Segen", schreibt Gauck.

+++ 22:01 Zollitsch: "Ich bin sehr angetan von dieser Wahl" +++
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, sieht in der Wahl des neuen Papstes ein Signal für Deutschland. «Er hat ein offenes Herz und einen klaren Blick, auch für die Situation in Deutschland», sagte der Freiburger Erzbischof. «Er kennt Deutschland aus eigener Erfahrung, weil er zeitweise hier gelebt hat.» Mit einem Pontifex aus Lateinamerika gewinne zudem die Internationalisierung der katholischen Kirche an Bedeutung. «Wir sind dankbar, dass die Kardinäle diese Wahl getroffen haben», sagte Zollitsch. «Ich bin sehr angetan von dieser Wahl.» Der neue Papst zeichne sich durch «sein bescheidenes Auftreten und seine kraftvollen Predigten» aus. «Bekannt ist er für die Besuche an den hohen kirchlichen Feiertagen in Krankenhäusern und Gefängnissen», erläuterte Zollitsch.

+++ 21:48 ZdK: Europa ist nicht mehr im Mittelpunkt +++
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) sieht in der Papstwahl "ein großes Hoffnungszeichen". Präsident Alois Glück sagte: "Das ist ein programmatisches Signal für eine Kirche, die den Armen nahe ist." Dafür stehe auch die Namenswahl Franziskus. Die Wahl des Überraschungskandidaten Jorge Mario Bergoglio deute darauf hin, "dass viele Kardinäle einen Veränderungsbedarf sehen. Er ist nicht ein Kandidat der Zentrale oder des Zentralismus." Die Kirchenzentrale in Rom müsse nun ihre Struktur reformieren. Glück ergänzte: "Die Wahl eines Nichteuropäers ist Ausdruck der Entwicklung, dass Europa nicht mehr der Mittelpunkt ist und dass die Lebenssituationen in anderen Kontinenten in den Mittelpunkt rücken."

+++ 21:28 Es wird wieder getwittert +++
Direkt nach der Wahl des neuen Papstes Franziskus I. ist auch der Twitter-Account "@Pontifex" wieder in Betrieb genommen worden. "Habemus Papam Franciscum", war um 20.33 Uhr der erste Tweet des neuen Papstes.

+++ 21:06 Parlament unterbricht seine Sitzung +++
Im argentinischen Kongress unterbrach der Vorsitzende der Abgeordnetenkammer, Julián Domínguez, die Sitzung. Er rief aus: "Es gibt einen Papst und der ist Argentinier!" Der Oppositionsführer und Abgeordnete Ricardo Alfonsín zeigte sich "ergriffen und glücklich" über die Wahl Bergoglios. "Als Argentinier fühle ich mich stolz, dass Kardinal Bergoglio der neue Papst ist", sagte er.

+++ 21:00 Merkel erwartet "Orientierung" +++
Kanzlerin Angela Merkel gratuliert dem neuen Papst. "Millionen von Gläubigen in Deutschland und in der ganzen Welt haben auf diesen Augenblick gewartet", sagte sie. "Weit über die katholische Christenheit hinaus erwarten viele von ihm Orientierung, nicht nur in Glaubensfragen, sondern auch wenn es um Frieden, Gerechtigkeit, die Bewahrung der Schöpfung geht." Sie wünsche Papst Franziskus I. "Gesundheit und Kraft für seinen Dienst am Glauben und zum Wohl der Menschen."

+++ 20:54 Ratzinger: "Der Name ist nie gefallen" +++
Der Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI. hat die Wahl des neuen katholischen Kirchenoberhauptes nicht erwartet. "Ich bin völlig überrascht", sagte Georg Ratzinger. "Ich habe keinen Eindruck von ihm." Der 89-Jährige bekannte, dass er Bergoglio nicht "auf meiner Liste hatte". Er habe sich mit seinem Bruder nie über ihn ausgetauscht. "Der Name ist nie gefallen."

+++ 20:45 Jesuiten stehen für eine Hinwendung zur Welt +++
Die Wahl eines Jesuiten zum neuen Papst kann eine Kehrtwende der Kirche bedeuten. "Der Jesuitenordnen steht für eine Hinwendung zur Welt und wurde in den vergangenen Jahrzehnten vom Vatikan zurückgedrängt", sagt der katholische Theologe Prof. Magnus Striet von der Universität Freiburg. "Viele Jesuiten stehen heute für eine Hinwendung zu den Armen und für eine Lösung politischer Probleme. Ich hoffe, dass der neue Papst dem gerecht wird."

+++ 20:39 Erste Worte ohne Pathos +++
Mit "Brüder und Schwestern, guten Abend" hat sich der neue Papst an die ihm zujubelnden Gläubigen gewandt. Wie es scheine, hätten ihn die Kardinäle vom Ende der Welt ausgesucht, sagte er. Man beginne nun den Weg der Brüderlichkeit. Nach wenigen Worten ohne große Ankündigungen für sein Pontifikat zieht er sich zurück.

+++20:33 Kretschmann sieht "starkes Signal"
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Wahl des argentinischen Kardinals Jorge Mario Bergoglio zum neuen Papst als wegweisend gewürdigt. "Das ist ein starkes Signal, dass die katholische Kirche Weltkirche ist und die südliche Halbkugel stärker in den Blick rückt", sagte der gläubige Katholik. "Lateinamerika ist der katholische Kontinent schlechthin." Er nehme an, dass in der Wahl auch ein starker sozialer Impuls liege.

+++ 20:27 Papst betet für seinen Vorgänger +++
Nachdem der neue Papst sich für seine Wahl bedankt hat, betet er für seinen Vorgänger Benedikt XVI. das "Ave Maria".

+++ 20:24 Papst nimmt Jubel demütig entgegen +++
Anders als Papst Benedikt zeigt sein Nachfolger Franziskus kaum ein Zeichen der Freude, als er zum ersten Mal vor das Kirchenvolk tritt. Er winkt kurz, betrachtet die Szene dann aber ohne große Regung.

+++ 20:21 Papst wird "Franziskus I." heißen +++
Jorge Mario Kardinal Bergoglio wird sich von nun an "Franziskus I." nennen. Das verkündete Kardinalprotodiakon Jean-Louis Tauran von der Loggia des Petersdoms. Der neue Papst wird sich in Kürze zeigen.

+++ 20:17 Wende für die katholische Kirche +++
Zum ersten Mal in der Neuzeit wird ein Mann zum Papst gewählt, der nicht aus Europa stammt. Es ist der Argentinier Jorge Mario Kardinal Bergoglio.

+++ 20:10 Licht hinter dem Balkon +++
Hinter dem Balkon, auf dem sich der neue Papst bald zeigen wird, brennt nun Licht. Der Vorhang bewegt sich. Auf dem Petersplatz ruft die Menge "Viva il Papa" – es lebe der Papst.

+++ 20:02 Warten auf den Segen +++
Das Pontifikat wird in wenigen Minuten mit dem Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") beginnen.

+++ 19:50 Ansturm auf den Petersplatz +++
Aus ganz Rom strömen nun tausende weitere Schaulustige in Richtung Petersplatz und versuchen, einen Blick auf den neuen Papst zu erhaschen. Noch ist nicht klar, wer es ist. Der neue Papst zeigt sich erst in Kürze. Er wird dann auch den berühmten Segen Urbi et Orbi spenden.

Ein Soldat der Schweizer Garde salutiert der Kapelle.
Ein Soldat der Schweizer Garde salutiert der Kapelle.(Foto: AP/dpa)

+++ 19:40 Blaskapelle zieht auf den Petersplatz +++
Die päpstliche Kapelle bereitet sich darauf vor, für den neuen Papst die Vatikan-Hymne zu spielen. Mit Marschmusik zieht sie auf den Petersplatz.

+++ 19:24 Jubel auf dem Petersplatz +++
Tausende Schaulustige auf dem Petersplatz in Rom feiern den weißen Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle. Sie schwenken Fahnen und jubeln darüber, dass es einen neuen Papst gibt. Das Oberhaupt der Katholischen Kirche wird sich gegen 19:45 auf dem Balkon über dem Platz zeigen.

+++ 19:08 Es gibt einen neuen Papst +++
Der Rauch nach dem fünften Wahlgang in der Sixtinischen Kapelle ist weiß. Die Katholische Kirche hat damit einen neuen Papst. Wer es ist, wird erst in Kürze bekannt sein. Die Glocken am Petersplatz läuten.

+++ 18:54 Nur noch Minuten bis zum nächsten Rauch +++
Der fünfte Wahlgang in der Sixtinischen Kapelle wird in Kürze beendet sein - dann verbrennen die Kardinäle alle Wahlzettel des Tages. Ist der Rauch weiß, gibt es einen neuen Papst. Ist er schwarz, geht das Wählen an diesem Donnerstag weiter.

+++ 18:40 Papst-Wahl dauert länger als die in 2005 +++
Seit etwa 18.30 Uhr dauert die diesjährige Papst-Wahl länger als die im Jahr 2005. Die Wahl Benedikts brauchte 26 Stunden, diese Marke ist nun überschritten. Unter Experten galt die Wahl Benedikts allerdings als zügig.

Hier sitzt es sich gut.
Hier sitzt es sich gut.(Foto: dpa)

+++ 18:32 Möwen rasten auf dem Schornstein +++
Der Schornstein der Sixtinischen Kapelle ist offenbar ein guter Ort zum Pausieren. Immer wieder setzen sich Möwen auf den runden Deckel des Rohrs. Die tausenden Schaulustigen auf dem Petersplatz quittieren die Landungen und Starts der Tiere mit Raunen.

+++ 18:20 Vierter Wahlgang wohl ohne Entscheidung +++
Beim insgesamt vierten Wahlgang hat es offenbar keine Entscheidung gegeben. Im Falle einer erfolgreichen Papst-Wahl hätte inzwischen weißer Rauch erscheinen müssen. Nun läuft wohl der fünfte Wahlgang. Der entsprechende Rauch wird gegen 19 Uhr zu sehen sein.

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+++ 18:02 Spekulationen über den Papst-Namen laufen +++
Vor dem ersten öffentlichen Auftritt des neuen Papstes steht die Namenswahl. Sie ist nicht nur die erste Amtshandlung des frisch vom Konklave gewählten Kirchenoberhaupts, sondern auch Programm. Gibt doch der Name einen ersten Hinweis, in welche Richtung der neue Pontifex die kriselnde Weltkirche mit ihrem 1,2 Milliarden Mitgliedern führen will. Vor Beginn des Konklaves zur Wahl des neuen Papstes machte der Name Franz oder Franziskus die Runde. Bei Wettfreunden hoch im Kurs steht jedoch Leo - lateinisch für Löwe. Die Wahl des Namens Pius - ihn trugen in den zurückliegenden 150 Jahren gleich vier Päpste - würde hingegen auf ein erzkonservatives Programm hindeuten. Der Pole Karol Wojtyla ehrte den bislang letzten Italiener auf dem Stuhl Petri, indem er sich Johannes Paul II. nannte. Der Deutsche Joseph Ratzinger nannte sich Benedikt zu Ehren des Heiligen Benedikt von Nursia, der das Christentum in Europa verwurzelte, und von Papst Benedikt XV., der während des Ersten Weltkriegs zur Versöhnung zwischen den Völkern aufrief.

+++ 17:35 Vatikan antwortet auf Kritik an Kardinälen +++
Der Vatikan wirft der US-Missbrauchsopfer-Organisation SNAP "negative Vorurteile" gegen einige der im Konklave sitzenden Kardinäle vor. "Wir sind überzeugt, dass es exzellente Gründe dafür gibt, weshalb diese Kardinäle respektiert werden sollten und jedes Recht haben, im Konklave zu sitzen", so Vatikansprecher Federico Lombardi. SNAP hatte vor dem Konklave eine Liste mit den Namen von zwölf Kardinälen vorgelegt. Diese sollten nach Auffassung der Organisation nicht am Konklave teilnehmen, weil sie pädophile Priester geschützt haben sollen. Lombardi sagte, im Vatikan sei niemand überrascht, dass die Organisation versucht habe, Vorteile aus der großen Aufmerksamkeit für das Konklave zu ziehen und ihren Anschuldigungen eine größere Resonanz zu geben. Er glaube aber, dass die Ansichten der SNAP-Verantwortlichen stark von ihren negativen Vorurteilen beeinflusst seien. Der von SNAP beschuldigte US-Kardinal Roger Mahony habe ebenso wie die anderen beschuldigten Kardinäle Antworten und Erklärungen gegeben, sagte Lombardi.

Dennis Rodman
Dennis Rodman(Foto: AP/dpa)

+++ 17:10 Dennis Rodman eilt nach Rom - mit einer Mission +++
US-Basketballstar Dennis Rodman möchte den neuen Papst treffen. Er befindet sich deswegen bereits in Rom. "Ich möchte überall auf der Welt sein, wo ich gebraucht werde", sagte er. "Ich möchte eine Botschaft von Frieden und Liebe in die Welt tragen." Rodman hatte Ende Februar bereits Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un besucht. Zusammen mit einigen Mitgliedern der Showmannschaft Harlem Globetrotters warb der Ex-NBA-Star bei dem bizarren Treffen unter anderem für den Basketball.

+++ 16:50 Vierter Wahlgang beginnt +++
In diesen Augenblicken beginnt der vierte Wahlgang in der Sixtina. Erreicht ein Kandidat eine Zweidrittel-Mehrheit, wird die erfolgreiche Wahl sofort durch weißen Rauch der Welt verkündet. Kommt es nicht dazu, gibt es gar keinen Rauch und der fünfte Wahlgang beginnt. Einen richtigen Favoriten gibt es bei der Papstwahl nicht. Dennoch haben sich die meisten Experten auf zwei der 115 Kardinäle eingeschossen: den Brasilianer Odilo Scherer und den Italiener Angelo Scola. Bei den britischen Buchmachern steht allen voran der Mailänder Erzbischof hoch im Kurs. Doch was zeichnet den 72-Jährigen eigentlich aus?

+++ 16:30 Auch Ratzinger schaut auf den Schornstein +++
Während die Kardinäle allmählich in der Sixtina eintreffen, verfolgt auch der emeritierte Papst die Entscheidung im Vatikan. Schon am Dienstagabend schaltete Benedikt XVI. in Castel Gandolfo den Fernseher ein. Wer se in Nachfolger auf dem Stuhl Petri wird, interessiert den 85-Jährigen schließlich auch, und deshalb sah auch er den ersten schwarzen Rauch im Fernsehen. Auch die Eröffnungsmesse vor der Wahl und den Einzug in die Sixtinische Kapelle beobachtete er "mit großem Interesse und geistiger Anteilnahme", wie Vatikan-Sprecher Federico Lombardi versicherte. Wie Ratzinger beim Zuschauen zumute war, ist allerdings nicht bekannt. Seinen letzten Tweet veröffentlichte er am 28. Februar, an seinem letzten Tag als Papst.

+++ 16:15 Magister warnt neuen Papst +++
Der Vatikan-Experte der linken italienischen Wochenzeitung "L'Espresso", Sandro Magister, rät dem neuen Papst, sich möglichst bald mit der Rolle seines Vorgängers auseinanderzusetzen und dessen Status zu definieren. Magister warnt: Egal, wie das Konklave ausgeht - auch nach seinem Rücktritt bleibt Benedikts Einfluss spürbar. Auch einige Theologen wie der Dominikaner Frei Betto sehen die Gefahr, dass Benedikt seinen Nachfolger lähmen könnte. Falls etwa eine Überraschung geschehe und der neue Papst ein Progressiver werde, werde er wohl nichts tun, um den unter den Kardinälen hoch angesehenen Benedikt zu verärgern. Erst nach seinem Tod werde die Öffentlichkeit in einem solchen Fall dann den wahren neuen Papst kennenlernen.

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+++ 16:00 Europäer dominieren Konklave +++
Der durchschnittliche Kardinal im Konklave ist Europäer und über 70 Jahre alt. Das ergeben Statistiken des Vatikans. De mnach sind insgesamt nur fünf der 115 Kardinäle unter 60. Unter ihnen ist der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki (56). Gleich 60 Mitglieder des so genannten "Senat des Papstes" kommen aus europäischen Ländern. 19 stammen aus Lateinamerika, 14 aus Nordamerika, 11 aus Afrika und 10 aus Asien. Die ozeanischen Staaten stellen nur einen Kardinal: George Pell, der Erzbischof von Sidney. 66 Teilnehmer der Konklave wurden übrigens von Benedikt XVI. ernannt, 49 noch von seinem Vorgänger Johannes Paul II.

+++ 15:45 Kardinäle vor Rückkehr in Sixtina +++
Über drei Stunden – so viel Zeit haben die 115 Kardinäle zwischen den Wahlgängen zwei und drei am Vormittag und dem vierten, der nun bevorsteht. Nach ausgiebiger Mittagsruhe treten sie gleich den Rückweg in die Sixtinische Kapelle an. Gegen 16.45 Uhr wird dort die Papstwahl fortgesetzt. Papst Benedikt XVI. wurde 2005 übrigens im vierten Wahlgang nach insgesamt 26 Stunden gewählt. Die Wahl seines Nachfolgers dauert inzwischen schon über 24 Stunden.

+++ 15:30 Lokale werben mit "Habemus Pizza" +++
Die römischen Lokalbesitzer verstehen es, die Papstwahl für sich zu nutzen. Insbesondere rund um den Petersplatz werben sie in diesen Tagen mit Schilderaufschriften wie "Habemus Pizza" oder "Dal Papa" um Gäste. "Habemus Pizza" oder auch "Habemus Café" lehnt sich an die wohl berühmtesten Worte einer Papstwahl, "Habemums Papam" - Wir haben einen Papst - an. Auch die Tourismusbranche ist überzeugt: Der neue Papst wird zu Ostern die Zahl der Rom-Besucher in die Höhe schnellen lassen.

Der böse Kardinal? Roger Mahony darf auch mitwählen.
Der böse Kardinal? Roger Mahony darf auch mitwählen.(Foto: REUTERS)

+++ 15:05 Bistum entschädigt Missbrauchsopfer +++
Er ist wohl der umstrittenste Kardinal im Konklave: Roger Mahony. Im Januar hatte das Erzbistum von Los Angeles Unterlagen veröffentlicht, aus denen hervorging, dass die eigene Kirchenleitung über Jahre hinweg pädophile Priester trotz massiver Vorwürfe vor einer Strafverfolgung schützte und weiter beschäftigte. Zentrale Figur war Mahony, der inzwischen emeritierte Erzbischof. Einem Bericht der "Los Angeles Times" zufolge hatte die Klage von vier Missbrauchsopfern Erfolg. Das Erzbistum muss ihnen eine Entschädigung von 9,9 Millionen Dollar (rund 7,6 Millionen Euro) zahlen. Die Erzdiözese in Los Angeles ist mit rund fünf Millionen Mitgliedern die größte katholische Diözese in den USA.

+++ 14:30 Lombardi: Es gibt keine Spaltung +++
Drei erfolglose Urnengänge bei der Wahl eines Papstes sind nach Angaben des Vatikan-Sprechers Federico Lombardi "ganz normal und kein Zeichen irgendeiner Spaltung" unter den Kardinälen. Das Konklave stehe damit in den Traditionen früherer Papstwahlen, wobei im 20. Jahrhundert lediglich Pius XII. nach drei Wahlgängen bereits gewählt gewesen sei. "Wir sind in der entscheidenden Phase dieses Monats" nach dem Rücktritt von Benedikt XVI., sagte Lombardi.

God bless America?
God bless America?(Foto: REUTERS)

+++ 14:05 Feiern die USA Papst-Premiere? +++
Alle sprechen von der Allmacht der italienischen-Fraktion unter den Kardinälen. Aber wie wär's denn eigentlich mit einem nordamerikanischen Papst? Eine junge Frau hätte mit Sicherheit nichts dagegen. In eine US-amerikanische Fahne gehüllt, verfolgt sie das Geschehen auf dem Petersplatz. Ganz schlecht stehen die Chancen nicht, dass ihr Wunsch in Erfüllung geht. Timothy Dolan (63) und Patrick O'Malley (68), die Erzbischöfe von New York und Boston, werden bei den Buchmachern durchaus Chancen eingeräumt. Die historischen Fakten dürften der jungen Frau hingegen wenig Hoffnung machen: Bislang stammten ausnahmslos alle Päpste aus europäischen Ländern. Der letzte nicht-italienische Papst vor Johannes Paul II. (1978-2005) war übrigens Hadrian VI., der in Utrecht, den heutigen Niederlanden geboren wurde. Er saß von 1522 und 1523 auf dem Heiligen Stuhl.

+++ 13:40 Wettbüros sehen "Leo" vorne +++
Wie heißt der neue Papst? Direkt nach seiner Wahl durch die Kardinäle muss der Nachfolger von Benedikt XVI. den von ihm erwählten künftigen Namen nennen. Dabei hat er drei Möglichkeiten: Er kann in der Fassung auf Latein an seinem Taufnamen festhalten, den Namen eines Vorgängers oder den eines Heiligen für sich wählen. In den britischen Wettbüros steht derzeit der Name Leo ganz vorne auf der Favoritenliste. Sollte dies eintreffen, hieße der neue Papst Leo XIV.. Auch Gregor XVII. und Pius XIII. halten die Buchmacher für aussichtsreiche Namen.

Ob groß oder klein: Für jeden möglichen neuen Papst gibt es ein Gewand in der richtigen Größe.
Ob groß oder klein: Für jeden möglichen neuen Papst gibt es ein Gewand in der richtigen Größe.(Foto: AP/dpa)

+++ 13:15 Des Papstes Kleider liegen schon bereit +++
Einen Nachfolger für Benedikt XVI. gibt es bisher noch nicht. Doch das weiße Gewand, in dem der neue Papst nach seiner Wahl das erste Mal den Segen "Urbi et orbi" sprechen wird, liegt schon in einem kleinen Raum neben der Sixtinischen Kapelle bereit - in drei verschiedenen Größen, weil noch nicht klar ist, welche Statur der Nachfolger von Benedikt XVI. haben wird. Die Gewänder des neuen Kirchenoberhauptes würden in der päpstlichen Hofschneiderei Gammarelli in Rom angefertigt. Neben den Roben aus weißer Baumwolle haben Gammarelli und sein Team auch die Mozzetta, einen Schulterumhang aus rotem Samt und gesäumt mit weißem Pelz, sowie ein Paar Schuhe aus rotem Leder vorbereitet.

+++ 12:55 Beck wünscht sich Reformpapst +++
"Wir wünschen uns alle einen Reformpapst, der die Kirche öffnet, bei der Stellung der Frau in der Kirche, bei der Sexuallehre, beim Zölibat", twittert der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck: "Dignitatis Humanae statt Ratzingers Rückfall in die Propagierung des Ultramontanismus wäre ein Fortschritt für die Stellung der katholischen Kirche im pluralistischen und demokratischen Gemeinwesen."

+++ 12:25 Gläubige müssen sich gedulden +++
Wann der Nachfolger von Papst Benedikt XVI. feststeht, ist offen. Die meisten Vatikan-Beobachter rechnen aber damit, dass die Kardinäle noch in dieser Woche einen der ihren auf den Stuhl Petri heben, um als 266. Papst die Weltkirche der 1,2 Milliarden Gläubigen zu leiten. Vor allem Kardinälen aus Italien sowie Nord- und Südamerika werden gute Chancen zugetraut.

+++ 12:00 Kardinäle fahren zum Mittagessen +++
Am Nachmittag sind bis zu zwei weitere Wahlgänge geplant. Doch zunächst fahren die 115 Kardinäle ins Gästehaus Santa Marta. Dort wollten sie sich bei einem Mittagessen stärken. Die für die Kardinäle kochenden Nonnen bereiten Menüs aus Suppe, Spaghetti, kleinen Fleischtaschen und gedünstetem Gemüse zu. Das berichtete die "Corriere della Sera".

Der dritte Wahlgang brachte keine Entscheidung über einen Papst-Nachfolger.
Der dritte Wahlgang brachte keine Entscheidung über einen Papst-Nachfolger.(Foto: AP/dpa)

+++ 11:41 Es raucht wieder +++
Auch der dritte Wahlgang ist inzwischen ausgewertet worden. Aus dem Schornstein quillt schwarzer Rauch. Damit ist klar: Die für die Papstwahl erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit von 77 Stimmen wurde erneut verfehlt. Viele Menschen verlassen nun den Petersplatz. Der vierte Wahlgang beginnt erst um 16.50 Uhr.

+++ 11:20 Zweiter Wahlgang wohl beendet +++
Über der Sixtinischen Kapelle ist bisher kein Rauch aufgestiegen. Das bedeutet mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass auch im zweiten Wahlgang kein neuer Papst gewählt wurde. Denn: Die Wahlzettel würden nach dieser Runde nur dann verbrannt, wenn sich die Kardinäle auf einen Nachfolger Benedikts XVI. geeinigt hätten. Derzeit müsste daher schon der dritte Wahlgang laufen. Im Anschluss daran steigt übrigens auf jeden Fall Rauch auf, egal ob die nötige Zweidrittelmehrheit erreicht wurde oder nicht.

+++ 11:15 Italien gegen den Rest der Welt +++
Im Konklave stehen sich verschiedene Fraktionen gegenüber. Laut Benedikt-Biograf Andreas Englisch gibt es "die Italiener und den Rest der Welt". Da die Italiener über knapp ein Viertel der Kardinäle verfügten, sei es wahrscheinlich, dass sie sich durchsetzen und einen Mann aus ihren Reihen auf den Heiligen Stuhl hieven. Großen Einfluss wird allerdings auch dem emeritierten Papst Benedikt XVI. zugeschrieben. Lesen Sie hier mehr über die mächtigen Lobbys, die die Papstwahl entscheiden.

Fällt im Laufe des Vormittags noch eine Entscheidung?
Fällt im Laufe des Vormittags noch eine Entscheidung?(Foto: AP/dpa)

+++ 11:00: Zeitung: Kein "natürlicher Anführer" +++
Auf dem Petersplatz wird es jetzt voller. Immer mehr Menschen drängen sich vor der Absperrung und schauen Richtung Schornstein. Die französische Zeitung "Le Parisien" kommentiert derweil den Beginn des Konklaves: "Bei dieser Versammlung der Kardinäle zur Wahl des Papstes ist der Kontext ein anderer als bei der vorherigen. Es gibt mehr Gegensätzlichkeit zwischen Progressiven und Konservativen. Alle sind entweder Erben von Johannes Paul II. oder von Benedikt XVI. Niemand tritt - wie Joseph Ratzinger nach dem Tod von Karol Wojtyla - als "natürlicher Anführer" auf. Das Rennen ist folglich offener und lässt die als Kandidaten für das Amt des Papstes infrage kommende Persönlichkeiten, die Papabili, sehr unterschiedlich erscheinen."

+++ 10:40 So verpassen Sie den Rauch garantiert nicht +++
Das Ergebnis der Papstwahl interessiert nicht nur die 1,2 Milliarden Katholiken. Niemand will den Moment verpassen, wenn der weiße Rauch endlich aus dem Schornstein aufsteigt. Wollen Sie auch auf dem Laufenden bleiben? Dann bestellen Sie hier die n-tv.de Breaking News. Sobald der neue Papst gewählt ist, erhalten Sie von uns eine Nachricht aufs Handy. Alternativ bieten wir Ihnen an dieser Stelle einen exklusiven Videostream.

+++ 10:15 Rauch gibt Rätsel auf +++
Der dicke schwarze Rauch, der nach dem ersten Wahlgang aus dem Schornstein stieg, sorgt für Gesprächsstoff. Beim Konklave 2005 ließen sich schwarzer und weißer Rauch kaum unterscheiden – trotz unterschiedlicher chemischer Zusätze. Offenbar haben die Zuständigen nun eine wirkungsvolle Mischung aus Kaliumperchlorat, Anthracen und Schwefel erzeugt, die den Wahlzetteln beigemengt wird.

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+++ 09:50 Taschenkontrollen auf Petersplatz +++
Am Dienstagabend standen hier Tausende, aber heute Morgen ist der Betrieb auf dem Petersplatz noch überschaubar. Das könnte auch am Regenwetter liegen. Die, die gekommen sind, haben sich daher Regenschirme mitgebracht. Rund um den Vatikan herrscht übrigens die höchste Sicherheitsstufe. Auf dem Petersplatz gibt es Taschenkontrollen. Außerdem sind Spürhunde im Einsatz. Das twittert Vatikan-Experte Jürgen Erbacher.

+++ 09:30 Zweiter Wahlgang beginnt +++
Es geht los: In diesen Augenblicken beginnt der zweite Wahlgang in der Sixtina. Nach dem vergeblichen Anlauf am Vortag versuchen die 115 Kardinäle nun erneut, einen Nachfolger für den am 28. Februar zurückgetretenen Benedikt XVI. zu bestimmen. Erreicht ein Kandidat eine Zweidrittel-Mehrheit, wird die erfolgreiche Wahl sofort durch weißen Rauch der Welt verkündet. Fällt in den zwei Wahlgängen bis zum Mittag keine Entscheidung, gibt es nach der Mittagspause ab 16.50 Uhr noch einen vierten und gegebenenfalls auch einen fünften Wahlgang.

+++ 09:05 Englisch will einen, "der auf den Tisch haut" +++
Die katholische Kirche leidet unter "dem römische Mief", sagt der Biograf von Papst Benedikt XVI., Andreas Englisch, im n-tv.de Interview. Auch wenn er glaubt, dass wieder ein Italiener das Rennen machen wird, hofft er auf den Australier George Pell. Er ist in seinen Augen jemand, "der auf den Tisch haut", ein "sehr starker Papst" werden würde und mit der "Vetternwirtschaft" aufräumt.

Schwarzer oder weißer Rauch, das ist hier die Frage.
Schwarzer oder weißer Rauch, das ist hier die Frage.(Foto: dapd)

+++ 08:50 Schornstein wird zum Quotenrenner +++
Trotz kalten Wetters werden mittags und abends zahlreiche Menschen auf den Petersplatz strömen und zum Schornstein auf der Sixtinischen Kapelle empor schauen. Auch im Fernsehen und auf den Riesenleinwänden vor dem Petersdom wird praktisch ständig das lange Kupferrohr eingeblendet, aus dem der Rauch steigt. Ob der Schornstein raucht, sehen Sie hier.

+++ 08:30 Nächster Wahlgang in einer Stunde +++
Noch läuft die Morgenmesse, doch gegen 9:30 Uhr beginnt der zweite Wahlgang in der Sixtinischen Kapelle. Für die Kardinäle hat nun ein gleichmäßiger Ablauf begonnen, in dem es nur noch ums Gebet und die Wahlgänge geht.

Die Cappella Paolina wurde von Papst Paul III. in Auftrag gegeben.
Die Cappella Paolina wurde von Papst Paul III. in Auftrag gegeben.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

+++ 08:15 Messe beginnt +++
In der Cappella Paolina feiern die Kardinäle die Morgenmesse. Nach dem Gottesdienst werden sie in feierlicher Prozession in die Sixtina ziehen.

+++ 07:45 Kardinäle machen sich auf den Weg +++
Die Purpurträger begeben sich vom Gästehaus in die Cappella Paolina und feiern dort in einer halben Stunde eine gemeinsame Messe. Die Kapelle befindet sich im Apostolischen Palast und ist von der Sixtinischen Kapelle nur durch einen Saal getrennt.

+++ 07:10 Afrikaner hoffen auf schwarzen Papst +++
Eine überwältigende Mehrheit der Afrikaner glaubt einer Umfrage des US-Senders CNN zufolge, dass die Zeit für einen afrikanischen Papst gekommen ist. Afrika sei reif für einen schwarzen Papst, meinen 82 Prozent der Befragten. Allerdings denken nur 61 Prozent, dass auch die Welt dafür bereit sei. Kardinal Peter Turkson aus Ghana gilt nicht nur in englischen Wettbüros als einer der Favoriten für den Stuhl Petri.

+++ 06:50 Dauer der Wahl ungewiss +++
Wie lange die Wahl dauert, ist nicht abzusehen. Eine zeitliche Begrenzung gibt es nicht. Beobachtern zufolge gibt es etwa ein halbes Dutzend aussichtsreicher Kandidaten. Als Favoriten gelten vor allem der Mailänder Erzbischof Angelo Scola und Odilo Scherer aus São Paulo.

+++ 06:30 Wann raucht der Schornstein? +++
Jeweils mittags und abends verkündet weißer oder schwarzer Rauch, wie die Wahlgänge bei diesem zweiten Konklave im 21. Jahrhundert ausgegangen sind. Erreicht ein Kandidat zwischen zwei Stimmabgaben eine Zweidrittel-Mehrheit, wird die erfolgreiche Wahl sofort durch weißen Rauch der Welt verkündet.

Über dem Vatikan geht die Sonne auf.
Über dem Vatikan geht die Sonne auf.(Foto: dpa)

+++ 6:10 Tag zwei der Papstwahl beginnt +++
Im Vatikan geht die Wahl eines neuen Papstes weiter. Nach der erfolglosen ersten Abstimmung am Vorabend, die Vatikan-Beobachter als Stimmungstest unter den 115 Kardinälen werten, sind jetzt bis zu vier Wahlgänge am Tag vorgesehen.

+++ 03:10 Kardinäle schlafen komfortabler +++
Bis zur Wahl von Johannes Paul II. schliefen die beteiligten Kardinäle immer auf Feldbetten, in großen Räumen und Wohnungen nahe der Sixtinischen Kapelle. Nur bewegliche Trennwände gaben den Wahlmännern etwas Privatsphäre. Sanitäre Anlagen wurden gemeinsam genutzt. Erst im Jahr 1996 wurde dies geändert - Johannes Paul II ließ ein neues Gästehaus bauen. Dort gibt es genug Platz für alle Kirchenvertreter. Bei einem Konklave wurden die neuen Räumlichkeiten erstmals während der Wahl von Benedikt XVI. genutzt.

Protokoll: Tag 1 im Konklave

Quelle: n-tv.de

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