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Von Hund und Mensch ersehnt: Der Ausbruch des Frühlings.
Von Hund und Mensch ersehnt: Der Ausbruch des Frühlings.(Foto: dpa)

"Tiefstwerte um den Gefrierpunkt": Der Frühling lässt auf sich warten

Der Frühling kommt - zumindest der kalendarische. Ansonsten sieht es noch trüb und grau aus. Für Ostern allerdings gibt es Hoffnung: Tageshöchstwerte bis zu 20 Grad seien möglich, sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander.

n-tv: Am Donnerstag hatte man schon fast das Gefühl, der Frühling sei nun bei uns angekommen. Heute ist es aber - zumindest hier in Berlin - alles mal wieder grau in grau und kalt. Wie wird es denn am Wochenende?

Björn Alexander: Leider vielerorts nicht so wirklich schön. Im Süden stemmt sich zwar die Märzsonne noch länger gegen die kühlere und wolkigere Nordseeluft. Aber ansonsten hat die Sonne höchstens mal vorübergehend Chancen durchzukommen. Und auch die Temperaturen sind verbreitet nach wie vor zu kalt für die Jahreszeit. Das gilt natürlich auch für die komplette erste Märzhälfte, die gemessen am Durchschnitts-März rund 1 Grad zu kalt war.

Dabei steht im Kalender doch, dass am Sonntag Frühlingsbeginn ist.

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Das stimmt. Das heißt aber auch nur, dass die Sonne am Sonntag genau über dem Äquator steht, dass damit Tag und Nacht gleich lang sind und dass danach die Tage wieder länger sind als die Nächte. Übrigens lässt sich der Frühling auch nach dem Stand der Vegetation definieren.

Und wie sieht es da aktuell aus?

Der sogenannte phänologische Frühling, also der, der nach seiner Ausprägung bzw. dem Stand der Vegetation definiert wird, ist etwa zwei bis drei Wochen gegenüber der "normalen" Entwicklung voraus. Zu Beginn des Winters, der ja viel zu mild ausgefallen ist, waren es sogar mehr als vier Wochen, stellenweise bis zu sechs Wochen. Allergiker gegen die Frühblüher haben es bestimmt gemerkt. Bereits im letzten Dezemberdrittel setzte die Haselblüte ein. Die haben wir jetzt quasi schon hinter uns.

Und welche Pollen fliegen jetzt?

Vor allem die der Erle. Und auch die Birke steht schon in den Startlöchern. Damit befinden wir uns in Bezug auf die Vegetation momentan im Vorfrühling. Wenn die Forsythie blüht, dann spricht man vom Erstfrühling. Und zuletzt kommt der Vollfrühling, der mit der Apfelblüte sowie Flieder und Himbeere einhergeht.

Bleibt nur die Frage: Wann wird es dabei endlich mal länger warm?

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Das wird auch zu Beginn der Karwoche erst einmal schwierig bis unmöglich. Denn auch im Süden ist spätestens am Montag Schluss mit dem Kurzfrühling. Dann wird es nach jetzigem Stand verbreitet wechselhaft und kühl. Verbreitet mit Tageshöchstwerten im einstelligen Bereich und nächtlichen Tiefstwerten um den Gefrierpunkt. Nur in den tiefsten Lagen im Westen und Südwesten sind tagsüber häufiger mal Werte von etwas über 10 Grad drin.

Was macht der Trend zu Ostern?

Trotz der großen Unsicherheit aufgrund des langen Prognosezeitraums deutet momentan tatsächlich einiges darauf hin, dass es mildere Temperaturen geben dürfte. Selbst Tageshöchstwerte von 15 bis 20 Grad sind derzeitig in der großen Lotterie der Wettermodelle im Ostertrend. Jedoch sind damit auch neue Regengebiete nicht auszuschließen.

Osterzeit ist ja für viele von uns auch Reisezeit. Wie sieht es denn in den Ferienzielen aus?

Wer jetzt in den Skiurlaub aufbricht, den erwarten am Wochenende tolle Bedingungen. Rund um die Alpen scheint die Sonne, die Schneeauflage ist gut und die Lawinengefahr gering. Auch auf den deutschen Mittelgebirgen liegt zum Teil noch eine ganz gute Schneeauflage. Wer dem Winter hingegen entfliehen möchte, der findet die wärmeren Temperaturen natürlich am Mittelmeer. Häufig sind es dort so um die 15 bis 22 Grad. Im Wasser sind es dort übrigens zwischen 13 Grad in den westlichen Bereichen und bis zu 18 Grad im östlichen Mittelmeer.

Scheint dort auch die Sonne?

Leider nicht durchweg. Denn zwischenzeitlich verirren sich nach jetzigem Stand auch immer wieder Tiefausläufer bis nach Südeuropa, so dass es auch dort immer mal wieder unbeständiger mit Schauern sein kann. Ein geringeres Regenrisiko gibt es derweil im Norden Afrikas und dort erreichen die Temperaturen auch schon mal über 25 Grad. 

Letzte Frage noch einmal zum Wochenende hierzulande: Wie wird’s?

Der Samstag wird leider verbreitet wolkig oder trüb, und besonders über der Landesmitte ist auch mal etwas Sprühregen drin, im Bergland ein paar Flocken oder Schneegriesel. Von den Küsten bis in den Osten gibt’s hingegen schon mal ein paar mehr Auflockerungen. Am schönsten bleibt es derweil vom Südschwarzwald bis herüber an die Alpen mit viel Sonne und 10 bis 14 Grad. Sonst werden es 4 bis 10 Grad. Sonntag dann südlich der Mainlinie zumindest noch zeitweise Sonnenschein, in den Alpen erneut recht sonnig. Und in diesen Regionen 8 bis 13 Grad. Im übrigen Land überwiegen dagegen leider die trüben Wolken, aus denen mal wieder etwas Nieselregen fallen kann bei 3 bis 9 Grad.  

Quelle: n-tv.de

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