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In den kommenden Tagen muss der Frühling erstmal einen Rückschlag hinnehmen. Es wird wieder kälter.
In den kommenden Tagen muss der Frühling erstmal einen Rückschlag hinnehmen. Es wird wieder kälter.

Die Bandbreite des Monats März: Der Frühling macht Pause

Wer Schal, Handschuhe und Mütze bereits in die hinterste Ecke des Schranks verbannt hat, der muss enttäuscht werden. Die milden Temperaturen pausieren vorerst. Die kommenden Tage werden wieder kälter.

n-tv.de: Björn, Deutschland ist gefühlt im Frühlingsrausch. Bleibt das Wetter weiterhin so schön?

Björn Alexander: Das Traumwetter vom Sonntag mit frühlingshaft warmen Temperaturen macht leider vorerst einmal eine Pause. Aber Niederschläge sind in größeren Mengen nicht in Sicht. Und alles in allem passt sich das Temperaturniveau in den kommenden Tagen und auch Nächten der Jahreszeit an. Also alles ganz normal.

Ausflüge in die Sonne sind in den nächsten Tagen erstmal nicht möglich.
Ausflüge in die Sonne sind in den nächsten Tagen erstmal nicht möglich.

Dafür war unser Sonntag aber schon außergewöhnlich, oder?

Eigentlich nicht unbedingt. Der März kann eben schon richtig viel Frühling. Nehmen wir zum Beispiel den März 2014. Der war 3,5 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt. Zuvor war der Februar 2014 schon fast 4 Grad zu warm, was für einen extrem frühen Frühling sorgte. Auf der anderen Seite kann der März auch noch richtigen Winter bringen.

Wann war denn das?

Beispielsweise im Jahr 2013. Schnee und Kälte besorgten uns einen richtigen Märzwinter. Der war über 3 Grad kälter als der Durchschnitt. Zwischen 2013 und 2014 lagen also fast 7 Grad Temperaturunterschied.

Aber jetzt sind wir wieder in normalen Bereichen?

Ja. In den nächsten Tagen werden die Höchstwerte im Westen bei 8 bis 14 Grad liegen. Im Osten sind es kältere 5 bis 8 Grad, auf den Bergen um die 3 Grad. Am Wochenende wird es sogar nochmals kälter und zudem weht ein teils eisiger Wind. Gefühlt bleibt von unserem Frühling vom letzten Wochenende somit wohl kaum etwas übrig. Aber das entspricht eben auch der Bandbreite des Monats März. Gemessen am Gesamtmonat ist der März 2015 bisher etwas wärmer als normal. Das Sonnensoll beträgt bereits über 100 Prozent und ist somit schon übererfüllt. Dabei war es vergleichsweise nass. Im ersten Monatsdrittel sind schon über die Hälfte des Gesamtmonatsniederschlages gefallen.

Mir würde das an Regen auch schon reichen.

Allzu viel wird in den nächsten Tagen auch nicht mehr dazu kommen. Da und dort wird es zwar noch etwas Regen oder Schnee geben, die großen Mengen sind das aber nicht mehr.

Wie wird das Wetter denn im Detail?

Der Mittwoch bringt im Süden und Südosten noch letzte Wolkenreste. Dabei fällt zeitweise noch etwas Regen oder Nieselregen, oberhalb von etwa 900 Metern auch Schnee, wobei die Schneefallgrenze später auf circa 500 Meter absinkt. Ansonsten breitet sich mit einem Wind aus nördlichen Richtungen aber trockenere Luft bei uns aus. Diese sorgt dann auch in den Nächten wieder häufiger für Frost oder Bodenfrost mit entsprechender Glättegefahr. Dafür wird der Mittwoch im übrigen Land nach Auflösung von Nebel oder Hochnebel vielfach sehr nett. Einzig im Osten ziehen auch schon mal hochnebelartige Wolkenfelder durch.

Wie warm wird es?

In den Niederungen im Westen noch am wärmsten mit den bereits angesprochenen Werten von 11 bis 14 Grad. Im großen Rest sind es die niedrigeren Temperaturen von 4 bis 9 Grad.

n-tv Meteorologe Björn Alexander
n-tv Meteorologe Björn Alexander(Foto: n-tv)

Was macht der Donnerstag?

Bringt weiterhin recht ruhiges Wetter. In den östlichen Landesteilen mit den Wolken eines Tiefdruckgebietes über Südosteuropa und örtlichen Niederschlägen. Oberhalb von 400 Metern mit leichtem Schneefall, darunter etwas Regen. Deutlich mehr Sonne bekommen die Regionen von der Nordsee bis herunter an den Schwarzwald und ins Allgäu. Dort bei 10 bis 14 Grad, während es mit weniger Sonne und auf den Bergen nur für 3 bis 8 Grad reichen dürfte. Dazu weht schon ein lebhafter und kalter Nordostwind, der dafür sorgen wird, dass sich das sogar nochmal deutlich kälter anfühlen wird.

In welche Richtung zeigt der Trend fürs Wochenende?

Eher ins spätwinterliche hinein. Denn das Kaltluftgebläse von Osten her wird sich weiter verstärken. Bereits am Freitag breiten sich außerdem die Wolkenfelder vom Osten her weiter aus. Am längsten schön bleibt es noch ganz im Westen und Südwesten. Dort bei 9 bis 14 Grad. Im wolkigeren Rest sind es 4 bis 8 Grad - gefühlt durch den kalten Ostwind aber weiterhin darunter.

Das hat mit Frühling wirklich nur wenig gemein.

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Ein Trend, der sich leider weiter fortsetzen wird. So überwiegen am Samstag nur noch im Südwesten die freundlichen Anteile bei zu 11 Grad. Deutlich wolkiger ist es vor allem im Norden und Osten. Stellenweise lassen die hochnebelartigen Wolken dort etwas Regen oder Sprühregen fallen. Oberhalb von 400 Metern Schnee. Die Temperaturen erreichen ohne Sonne und auf den Bergen nur noch 1 bis 7 Grad. Außerdem weht der kalte Wind aus östlichen Richtungen.

Schal, Handschuhe und Mütze sollten wir also noch nicht zu weit wegpacken.

Definitiv nicht. Besonders, weil es am Sonntag nochmals kälter wird. Nach frostigem Start in den Tag erreichen die Höchstwerte nur noch 0 bis 10 Grad. Dabei könnte es im Süden am ehesten trocken und phasenweise freundlich bleiben. Nach Norden hin ist es wechselhafter oder wolkiger mit etwas Schneegriesel oder Nieselregen.

Und die nächste Woche?

Bringt uns wahrscheinlich wieder frühlingshafte Temperaturen und kaum noch Niederschläge sowie ansteigende Sonnenanteile. Kurzum: den ein oder anderen Rückschlag muss der Frühling leider noch hinnehmen, aufhalten lässt er sich aber nicht mehr.

Quelle: n-tv.de

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