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Donnerstag, 31. August 2017

Würdiges Ende dieses Sommers: Der Herbst kommt nass und kühl

Der Sommer war für viele Deutsche ein Reinfall. Gibt es dafür goldene Herbsttage? n-tv Meteorologe Björn Alexander verliert nicht die Hoffnung. Aber: "Am Wochenende wird es wechselhaft bis nass und sehr kühl."

n-tv.de: Mit dem August endet für die Meteorologen bereits der Sommer. Warum ist das so?

Graue Wolken über Dresden: So oder so ähnlich wird es in Deutschland an diesem Wochenende überall aussehen.
Graue Wolken über Dresden: So oder so ähnlich wird es in Deutschland an diesem Wochenende überall aussehen.(Foto: dpa)

Björn Alexander: Im Gegensatz zu den kalendarischen Wechseln der Jahreszeiten braucht man in der Statistik, um die es hierbei geht, feste Zeiträume. Der Wechsel der Jahreszeit nach dem Sonnenstand ist nicht fix, sondern schwankt zeitlich immer ein wenig. In diesem Jahr beispielsweise ist das am 22. September. Vor zwei Jahren war es hingegen am 23. September. Will man aber die Jahreszeiten miteinander vergleichen, dann geht das natürlich nicht. Deshalb beginnt der Herbst meteorologisch oder statistisch immer am 1. September, der Winter am 1. Dezember, der Frühling am 1. März und der Sommer am 1. Juni.

Kurz zusammengefasst: Wie war der Sommer 2017?

Im Süden Deutschlands erlebte man einen deutlich zu warmen Sommer, rund 2 bis 3 Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Je weiter wir nach Norden blicken, umso (unter-)durchschnittlicher waren dagegen die letzten drei Monate. Dabei hat der Sommer aber natürlich überall ziemlich gut angefangen. Sehr markant waren die Niederschlagsereignisse, wie im Harz oder im Berliner Raum. Und das bringt uns zum dritten Punkt, der in der Statistik nur bedingt rauskommt. Denn die Unbeständigkeit - also das Fehlen von stabilen Hochs, die uns mal längere Zeit schönes und störungsfreies Wetter hätten bringen können - war ein Markenzeichen des Sommers 2017.

Dürfen wir denn jetzt auf einen goldenen Herbst oder gar einen sommerlichen September hoffen? So war es ja in den vergangenen Jahren.

Am Wochenende erwartet uns erst einmal der Herbst. Es wird wechselhaft bis nass und sehr kühl. Für die nächste Woche sind die Wettermodelle noch unentschlossen. Mit Glück könnte es aber vielleicht sogar für eine Hochdruckwetterlage reichen, die dann durchaus mal Potenzial für ein paar Tage Altweibersommer hat.

Wobei "Altweibersommer" ja irgendwie immer etwas eigenartig klingt.

Aber auch nur "klingt". Denn mit alten Frauen - was man vielleicht denkt - hat das ursprünglich wenig zu tun. Der Wortteil "Weiber" hat seine Wurzel im Wort "weiben" aus dem Althochdeutschen. Und das bedeutete ehemals "weben". Also das Weben der Spinnweben, die den Morgentau sichtbar grau erscheinen lässt. Erst später kamen dann auch weitere Interpretationen hinzu, die dann was mit älteren Frauen mit silbernem oder grauen Haar oder dem gealterten Sommer zu tun haben.

n-tv Meteorologe Björn Alexander
n-tv Meteorologe Björn Alexander

Gibt es denn am Wochenende auch die mit Tau benetzten Spinnweben zu bewundern?

Könnte ich mir in den Frühstunden stellenweise durchaus schon mal vorstellen. In jedem Fall wird sich spätestens am Wochenende die Garderobe hierzulande schlagartig umstellen. Denn die letzten Reste der Sommerluft sind weg und es wird doch recht kühl mit Tageshöchstwerten, die nur noch selten 20 Grad erreichen. Und auch nachts gibt’s einen dicken Gruß vom Herbst. Die Tiefstwerte in der Nacht zum Sonntag liegen beispielsweise oft nur noch bei 5 bis 11 Grad. Milder bleibt es nur direkt an der See bei 11 bis 16 Grad. Unterdessen sinkt die Schneefallgrenze in den Alpen - zumindest vorübergehend - auf 2000 Meter oder knapp darunter.

Kalte Nächte, Schnee auf den Bergen. Was bringt uns das Wochenende denn sonst noch so an Wetterkapriolen?

Am Samstag im Süden und Südosten viele Wolken und immer wieder Regen. Besonders kalt zeigt sich der Alpenrand bei Werten um die 10 Grad. Und wer am Wochenende auf die Berge hinauf will, der muss knapp unterhalb der 2000er-Marke mit Flocken rechnen. Im Westen und Norden Deutschlands gibt es Sonne und Wolken im Mix und nur örtliche Schauer. Dazu erreichen die Temperaturen mit Sonnenunterstützung aber auch nicht mehr als 17 bis 20 Grad.

Und am Sonntag?

Wird es alles in allem etwas milder bei 11 bis 21 Grad. Am meisten Sonne bekommen wahrscheinlich die Nordlichter mit 8 bis 10 Sonnenstunden. Am wenigsten nach wie vor der Alpenrand. Wobei es auch dort vielleicht mal für den einen oder anderen Sonnenstrahl reichen wird. Im übrigen Land geht es auch am Sonntag tendenziell unbeständig mit gelegentlichen Schauern weiter.

Wie sieht es nächste Woche aus?

Die Chancen auf ein neues Hoch steigen. Damit bliebe es immer häufiger trocken und vor allem im Westen und Norden dürfte sich die Sonne häufig richtig gut durchsetzen. Und auch in der zuvor noch wolkigeren Südosthälfte könnte es allmählich freundlicher werden. Die Temperaturen machen es dem Wetter gleich und erholen sich. Am Montag und Dienstag bei 14 bis 22 Grad. Die zweite Wochenhälfte könnte dann sogar öfter schön und angenehm mild verlaufen. Die Unsicherheiten sind zwar noch groß. Nach jetzigem Stand könnte es aber vielerorts für Werte zwischen 20 und 25 Grad reichen.

Quelle: n-tv.de

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