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Fahrradfahren könnte in den kommenden Wochen aufgrund des Wetterumschwungs schwieriger werden.
Fahrradfahren könnte in den kommenden Wochen aufgrund des Wetterumschwungs schwieriger werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Hoffen auf eine weiße Weihnacht: Der Winter kommt

Hartnäckig hältsich zurzeit das Herbstwetter und lockt mit milden Temperaturen zu ausgiebigen Spaziergängen.Doch n-tv-Wetterexperte Björn Alexander weiß, der Winter kommt. Der Einzug des Frühwinterslässt nicht mehr lange auf sich warten und das in ganz Europa.

n-tv.de: Björn, manhört es immer wieder: das typische Herbstwetter soll schon bald dem Winterweichen. Ist da was dran?

Nicht nur Zweibeiner würden sich über eine weiße Weihnacht freuen.
Nicht nur Zweibeiner würden sich über eine weiße Weihnacht freuen.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Wetterlage wird sich auf jeden Fall binnen der nächstenTage umstellen. Das ruhige Herbstwetter zuletzt, das vor allem auf den Bergenviel Sonne brachte, neigt sich seinem Ende und in der kommenden Woche hält derFrühwinter Einzug. Damit sind wir allerdings in Europa nicht ganz alleine. Dennselbst in weiten Teilen Skandinaviens bis herauf an den Polarkreis hat sich derWinter bisher sehr zurück gehalten. Dort gibt es die Abkühlung bereit zu Beginnder nächsten Woche. Bei uns dauert das noch ein bisschen länger.

Kommt es mir so voroder war es im November bisher eigentlich zu warm?

Das ist tatsächlich so. Statistisch gesehen verliefen dieersten drei Novemberwochen milder als der Durchschnitt. Im Flächenmittel fürganz Deutschland in etwa ein Grad. Extrem war es im Bergland. Die Zugspitzeverzeichnete bis jetzt einen Temperaturüberschuss von knapp vier Grad. Außerdemwar es insgesamt relativ trocken.

Schade, dass sich dasändern soll.

Und deshalb gibt es in einigen Landesteilen noch eine kleineSchonfrist. Die Großwetterlage stellt sich nämlich nur recht langsam um.Momentan liegt Deutschland genau zwischen zwei umfangreichen Druckgebilden. Zumeinen eine großflächige Tiefdruckzone über dem Atlantik. Dem gegenüber hältsich ein starkes Hoch über Russland. Das verliert aber allmählich an Einflussund damit folgt bei uns der Wetterwechsel.

Wer profitiert amlängsten vom Hoch?

n-tv-Wetterexperte Björn Alexander.
n-tv-Wetterexperte Björn Alexander.

Am längsten freundlich oder sonnig und trocken bleibt es imSüden und Südosten außerhalb von Nebelfeldern. Dort wird es erst in der neuenWoche wechselhafter. Im Westen und Norden hingegen ziehen auch am Wochenendedichtere Wolken durch. Und die bringen zeitweiligen Regen und Wind mit.

Das ist aber nochnicht der Winter.

Nein. Zumal es zunächst einmal recht mild bleibt. AmWochenende sind durchaus nochmals sechs bis 14 Grad zu erwarten. Auch die neueWoche startet auf einem verhältnismäßig hohen Temperaturniveau. Allerdingsdehnt sich der tiefe Druck von Westen her immer weiter bis zu uns aus. DieFolgen sind zum einen wechselhaftes und teils stürmisches Wetter. Zum anderennaht die Rückseite des Tiefs.

Klingt spannend. Istdas so etwas wie "die kalte Schulter"?

Im Prinzip schon. Bisher lag der tiefe Druck westlich vonuns. Da die Luft entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn um das Tief herum weht,dominierte bei uns die südliche Luftströmung, die die milden Temperaturenbrachte. Jetzt rutscht die Tiefdruckaktivität nach Mitteleuropa und über demAtlantik dehnt sich gleichzeitig ein Hoch nordwärts bis nach Island aus. DieseKombination öffnet dann die Tür für kalte Luft, die über Skandinavien nachMitteleuropa strömen kann. Dadurch setzt sich zur Mitte der nächsten Wochenasskaltes Schmuddelwetter bei uns durch. Um auf die "Schulter"zurück zu kommen: bildlich rutscht die Kaltluft an der Rückseite des Tiefs nachSüden. Sie rutscht dem Tief "den Buckel runter".

Schnee, Eis undDauerwinter?

Das kann man im Detail noch nicht sagen. Aber es gibtAnzeichen dafür, dass wir einen längerfristigen Wintervorstoß erleben könnten.Da haben die Wettermodelle noch reichlich Varianz in den Ansätzen. Sicher ausheutiger Sicht ist: ab der Mitte der kommenden Woche wird es überall nasskalt.Das Temperaturniveau wandert in Richtung Gefrierpunkt und nachts dürften Frostund Glätte immer häufiger ein Thema werden. Und im Bergland wird der Frühwinterfür Neuschnee sorgen. Ob am ersten Adventswochenende dann auch Flocken bis insFlachland tanzen, ist noch vollkommen offen. Die Möglichkeit ist aber auf jedenFall gegeben.

Klingt nachWeihnachtsmarkt mit Glühwein zum Aufwärmen?

Kälter und winterlicher wird es sicher. Ob der Glühweingegen die kälteren Temperaturen wirkt? Das bezweifele ich sehr. Zumindest aberfühlt es sich so an und besser schmecken wird der gewürzte Wein durch diekälteren Werte ganz bestimmt.

Gibt es auch schonTendenzen zur "weißen Weihnacht"?

Anhand der Wettermodelle nicht wirklich. Zumal ja schon dieweitere Entwicklung in der nächsten Woche recht unsicher ist. Was mansicherlich sagen kann ist, dass die Wahrscheinlichkeit für eine weiße Weihnachtmit der Umstellung der Wetterlage natürlich ansteigt. Denn bislang liegt nennenswerterSchnee ja nur in den höheren Lagen der Alpen. Entscheidend für die Stärke unddie Fortdauer des Winters ist die Entwicklung des Polarwirbels. Das alleinekönnte Thema eines ganzen weiteren Gesprächs sein. An dieser Stelle nur soviel: sollte sich der Polarwirbel – wie in einigen Wettermodellen teilen – dannkönnte es sich richtig Einwintern in Deutschland. Das bleibt aber nochabzuwarten.

Darüber müssen wirnoch einmal sprechen.

Aber bitte erst Mitte nächster Woche, dann sollten wir mehrwissen.

Quelle: n-tv.de