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Nach den besonders stürmischen Karnevalstagen bleibt es in weiten Teilen des Landes ungemütlich.
Nach den besonders stürmischen Karnevalstagen bleibt es in weiten Teilen des Landes ungemütlich.(Foto: dpa)

Schmuddelwetter zum Wochenende: Der Winter müht sich um eine Rückkehr

Wenige Tage nach den stürmischen Karnevalstagen beruhigt sich die Wetterlage. Dennoch bleibt es ungemütlich, wie n-tv Meteorologe Björn Alexander zu berichten weiß. Dabei sind es nicht nur die niedrigen Temperaturen, die einige Nasen zum Laufen bringen könnten.

n-tv.de: Das Wetter war in den letzten Tagen ja für etliche Kapriolen gut. Wird es denn jetzt endlich mal beständiger und ruhiger?

Björn Alexander: Nach den teils sehr stürmischen und nassen Tagen zuletzt erleben wir jetzt alles in allem tatsächlich eine relative Ruhe. Jedoch frischt vor allem am Samstag der Wind von Südwesten her stark bis stürmisch auf. Mit der Beständigkeit ist es auch ein größeres Problem. Die will sich nämlich noch nicht wirklich einstellen. Aber zumindest ist es momentan bei weitem nicht mehr so nass, wie es viele von uns über die Karnevalstage erleben mussten.

Apropos Karneval: ein heiß diskutiertes Thema war ja die Absage von einigen Rosenmontagsumzügen. Wie ist denn dein Resümee zum Thema?

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Ich denke, dass - in Anbetracht der Modell- und Wetterlage am frühen Montagmorgen, als die Entscheidungen fallen mussten - die Situationen schon vernünftig eingeschätzt worden sind. Denn diese Wetterlage hatte ganz einfach viel Potenzial, wie auch die Messwerte der Windspitzen in Düsseldorf oder Mainz gezeigt haben. Nämlich zur Mittagszeit mit Windböen der Stärke 9 bzw. 10. Das ist ein unkalkulierbarer Risikofaktor, dem man Rechnung getragen hat.

Das sah man in Köln aber anders.

In Köln oder Bonn hatten die Jecken Glück, denn dort blieben die Windspitzen im Bereich der Stärke 6 oder 7. Aber auch das hätte anders ausgehen können. Und dass man hinterher immer klüger ist und dass es häufig verschiedene Meinungen gibt, ist auch klar. Nur war keine dieser Meinungen in der Verantwortung für diese Großveranstaltungen, die ja auch über einen nicht unerheblichen Zeitraum hinweg andauern sollten.

Dann bleiben wir doch jetzt direkt mal im Rheinland, wo der Rhein schon einen recht hohen Wasserstand hat. Droht Hochwasser?

n-tv Meteorologe Björn Alexander.
n-tv Meteorologe Björn Alexander.

An der Saar und der Mosel gab es diese Woche schon ein kleines Hochwasser. Dort sinken die Pegelstände aber wieder. Und auch am Rhein ist der Wasserstand zwar hoch, aber derzeitig noch eher unkritisch. Köln hat momentan einen Pegelstand von knapp 6,70 Metern und steigt vielleicht noch bis rund 7 Meter. Was dann in den nächsten Tagen bleibt, das ist ein insgesamt hoher Grundpegel. Sollte also nochmals viel Regen oder Nassschnee im Einzugsgebiet des Rheins fallen, dann könnte es schnell kritisch werden. Und ähnlich ist die Situation auch an den meisten anderen Flüssen. Eher niedrige Wasserstände vermelden hingegen die Donauzuflüsse. Denn die kommen zum großen Teil aus den Alpen, wo es in diesen Tagen geschneit hat. Dieses Niederschlagswasser ist somit erst einmal gebunden.

Wie sieht es denn derzeit überhaupt aus in Sachen Schnee?

Sagen wir mal so: der Winter müht sich und das ist in Anbetracht des viel zu milden Februarstarts gar nicht so leicht. Gemessen am Gesamtmonat waren die ersten 10 Tage des Monats knapp 5 Grad überm langjährigen Mittel. Aber - um auf die Frage zurück zu kommen - jetzt hat es in den Skigebieten endlich mal wieder nennenswerte Schneefälle geben. Das gilt übrigens auch in den deutschen Mittelgebirgen. Auf dem Kahlen Asten lagen heute früh 11 Zentimeter, auf dem Brocken und dem Fichtelberg knapp 40, auf dem Feldberg im Schwarzwald sind es zwischen 20 und 70 Zentimeter.

Bleibt es denn dabei?

Vorerst einmal ist das ganz große Tauwetter nicht in Sicht. Am Wochenende steigen die Temperaturen zwar wieder etwas an. Aber dafür wird es dann nächste Woche spürbar kälter.

Ein richtiger Wintereinbruch?

Zumindest im Bergland geht es winterlich weiter und die Skibedingungen dürften sich weiter verbessern. Im Flachland ist es dagegen eher kühl bis nasskalt, in den Nächten verbreitet mit Frost oder Bodenfrost.

Klingt nach Grippe- und Erkältungswetter.

Aber nicht nur die feuchtkalte Polarluft bringt die Nasen zum Laufen. Auch die Pollen von Erle und Hasel sind aufgrund der zuletzt sehr milden Witterung unterwegs. Allerdings wird der Pollenflug und die Vegetation durch die kühleren Temperaturen und die Nachtfröste jetzt erst einmal etwas ausgebremst.

Wie sind denn die konkreten Aussichten fürs Wochenende?

Am Samstag im Norden sowie generell in der Osthälfte freundlich oder sonnig. Ansonsten gibt’s aus Südwesten Wolken, Wind und Regen. Dazu erreichen die Temperaturen 3 bis 10 Grad. Eine ähnliche Spanne wird auch der Sonntag bringen. Dabei ist es verbreitet wechselhaft mit Schauern. Nur der Südosten Bayerns hat mehr Chancen auf etwas Sonne und trockeneres Wetter.

Und dann wird es kälter?

Genau. Am Montag wechselhafte 0 bis 7 Grad. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag sind es dann eher mal minus 1 bis plus 5 Grad, so dass sich auch im Flachland häufiger mal Flocken untermischen. Danach könnte sich endlich mal wieder ein Hoch für unser Wetter stark machen. Ob das für mildere Temperaturen sorgt oder vielleicht sogar nochmals kalte Luft aus Osten anzapft, ist aber noch völlig offen.

Quelle: n-tv.de

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