Panorama
Es wird windig.
Es wird windig.(Foto: imago/CHROMORANGE)
Dienstag, 12. September 2017

"Recht früh im Jahr": Der erste Herbststurm naht

In den nächsten Tagen wird es hierzulande windig: Der erste Sturm des Herbstes braut sich über Deutschland zusammen. Er wird ungemütlich, sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander.

n-tv.de: Anscheinend sind stürmische Zeiten beim Wetter angebrochen. Was erwartet uns?

Björn Alexander: Am Mittwoch erreicht uns der erste Sturm dieses noch jungen Herbstes. Aktuell liegt das dazugehörige Tief "Sebastian" zwar noch westlich der Britischen Inseln. Mit einer kräftigen Höhenströmung verlagert es sich aber Richtung Mitteleuropa. Die ersten Ausläufer des Sturmfeldes bekommt der Westen Deutschlands bereits am Mittwoch in der Früh zu spüren.

Wie wird das aussehen?

Die Nacht zum Mittwoch beginnt erst einmal teils klar und auch der zum Teil ruppige Wind des Tages wird schwächer. Im Westen und Nordwesten ziehen später aber schon wieder neue Wolken mit Regen auf. Und mit den Wolken gibt es zum frühen Morgen hin von der Eifel bis an den Niederrhein stürmische Böen, stellenweise auch schon Sturmböen. An der Nordseeküste und auf den höheren Bergen sind auch schwere Sturmböen aus südlichen bis südwestlichen Richtungen nicht auszuschließen.

n-tv Meteorolge Björn Alexander
n-tv Meteorolge Björn Alexander

Wie schlimm weht der Wind am Mittwoch?

Es wird die erste Herbststurmlage des Jahres. Denn von Westen kommt das Hauptsturmfeld von "Sebastian" zu uns rein. Die heftigsten Böen sind an der Nordsee und auf den Bergen der Mittelgebirge drin.

Welche Windgeschwindigkeiten drohen?

Schwere Sturmböen um 100 Kilometer pro Stunde bis hin zu örtlichen Orkanböen bis Tempo 130. Auf dem Brocken im Harz sind auch Windspitzen bis 140 Kilometer pro Stunde nicht auszuschließen. Auch auf den Bergen der Alpen sind Windgeschwindigkeiten von um die 100 Kilometer pro Stunde möglich.

Worauf müssen wir uns im Flachland einstellen?

Im Norden und der Mitte werden die stärksten Böen im Flach- und Binnenland zwischen 60 und 90 Kilometer pro Stunde erreichen. Die tieferen Lagen weiter südlich bekommen in Spitzen 40 bis 80.

Das klingt ja nicht ganz so dramatisch.

Von den reinen Windgeschwindigkeiten haben wir natürlich schon schlimmere Herbststürme erlebt. Allerdings ist dieser Sturm recht früh im Jahr. Und damit sind die Bäume noch voll belaubt und bieten eine große Angriffsfläche für den Wind. Darüber hinaus sind auch morsche Äste ein leichtes Spiel für die ersten Sturmböen des Herbstes. Der Aufenthalt im Wald ist also viel mehr als im Winter mit Gefahren für Leib und Leben verbunden. Derweil kann der Sturm an der Nordsee für eine leichte Sturmflut sorgen.

Was macht das Wetter dabei?

Es bleibt ungemütlich, weil wechselhaft mit weiteren Schauern und lokalen Gewittern. In den Alpen spüren Sie dabei noch leichten Föhn bei bis zu 22 Grad. Ansonsten werden es oft 15 bis 20 Grad. Abends und in der Nacht zum Donnerstag droht dann jedoch neues Ungemach in Sachen Regen.

Oh je.

Leider ja. Zumindest ein Teil der Wettermodelle berechnen von Frankreich her teilweise kräftige Regenfälle, die auch Unwettercharakter haben und von lokalen Überflutungen begleitet sein können. Das betrifft zunächst einmal das Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Später dann auch die südlichen Teile von Hessen und Thüringen sowie den Norden Bayerns. Am Donnerstag tagsüber wird sich der mitunter gewittrige Regen bis an die Alpen verlagern.

Was bringt der Donnerstag im übrigen Land?

Es geht unbeständig und sehr windig bis stürmisch weiter. Regengüsse ziehen durch und können auch mit Blitz und Donner daher kommen. Dabei setzt sich kühlere Luft durch bei maximal noch 11 bis 18 Grad. Somit sinkt die Schneefallgrenze später auf rund 1700 Meter.

Wird denn der Freitag ruhiger?

Auf jeden Fall. Der Wind wird deutlich schwächer und im Süden und Osten wird es zeitweise sonnig und meist trocken. Im Norden und Westen geht es mit ein paar Schauern weiter. Dazu Höchstwerte von 12 bis 19 Grad. Und auch am Wochenende ist es wechselhaft und herbstlich kühl bei meistens 11 bis 19 Grad.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen