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(Foto: picture alliance / dpa)

Fragiles Umweltbewusstsein: Deutsche machen mehr Müll

Jeder Deutsche schafft pro Jahr mehr als 450 Kilo Müll in die Tonne. Fast die Hälfte davon ist Haus- und Sperrmüll, den Rest teilen sich Papier, Plastik, Glas und Biomüll. Den Umweltschutz halten die Deutschen trotzdem für immer wichtiger.

Fast eine halbe Tonne Müll wirft jeder Einwohner Deutschlands im Jahr weg. Insgesamt 37,2 Millionen Tonnen Abfälle seien 2011 bei deutschen Haushalten eingesammelt worden, 400.000 Tonnen mehr als im Jahr zuvor, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Diese Menge entspreche durchschnittlich 454 Kilogramm je Einwohner, vier Kilogramm mehr als im Vorjahr. In der Bilanz enthalten sind Haus- und Sperrmüll, Bioabfälle, Altpapier, Glas und Verpackungen.

Fast die Hälfte des pro Kopf anfallenden Mülls (195 Kilogramm) habe 2011 Haus- und Sperrmüll ausgemacht, teilten die Statistiker mit. An Wertstoffen wie Papier, Verpackungen oder Glas hätten Verbraucher rund 146 Kilogramm pro Person weggeworfen, 111 Kilogramm an Bioabfällen. Zwei Kilogramm pro Kopf seien an sonstigem Abfall angefallen. Verwertbare Bioabfälle und Wertstoffe machten damit 57 Prozent der Haushaltsabfälle aus, Haus- und Sperrmüll den Rest.

Mehr Ökostrom

In anderen Bereichen tut sich etwas bei der Umsetzung von Umweltbewusstsein in Alltagshandeln. So verzeichnet eine repräsentive Umfrage von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt, für die im Sommer 2012 rund 2000 Personen befragt wurden, in einigen Bereichen große Fortschritte. So gaben 20 Prozent an, Ökostrom zu beziehen.

Das entspricht einer Verdopplung gegenüber 2010. Demgegenüber sank jedoch die Bereitschaft zum Kauf energieeffizienterer Elektrogeräte im selben Zeitraum von 65 Prozent auf 52 Prozent. "Die Umsetzung des Umweltbewusstseins im Alltag fällt den Bürgerinnen und Bürgern offenbar nicht immer leicht", erklärte das Umweltministerium.

Finanzkrise vor Umweltschutz

Allerdings betrachten die Deutschen den Umweltschutz zunehmend als wesentliche Aufgabe der Politik. Der Schutz von Natur und Klima liegt ihrer Ansicht nach auf Platz zwei der Liste der wichtigsten politischen Aufgaben, ergab die in Berlin veröffentlichte Umfrage v. Wichtiger ist ihnen nur die wirtschaftliche Entwicklung nach der Finanzmarktkrise.

Der Anteil der Bürger, für die Umweltschutz zu den wichtigsten politischen Gegenwartsproblemen zählt, hat sich der Studie zufolge in relativ kurzer Zeit massiv erhöht. Derzeit sind 35 Prozent dieser Meinung. Vor zwei Jahren waren es 20 Prozent weniger. Umweltministerium und Umweltbundesamt erheben die Studie mit dem Titel "Umweltbewusstsein in Deutschland" seit 1996 alle zwei Jahre.

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Quelle: n-tv.de

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