Dienstag, 20. Oktober 2009
Statistik über Kidnappings: Deutsche werden oft entführt
Susanne Osthoff, Jürgen Chrobog und Familie Wallert: Wenn Deutsche von Extremisten entführt werden, verfolgen zahlreiche Menschen deren ungewisses Schicksal in den Medien mit. Noch häufiger als Deutsche werden Franzosen und Chinesen entführt.
Die deutsche Archäologin Susanne Osthoff wurde Ende 2005 im Irak entführt.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Chinesen und Franzosen werden laut einer Studie weltweit am häufigsten entführt - doch bereits an dritter Stelle stehen deutsche Staatsbürger. Zwischen 1998 und 2008 habe sich die Zahl der Entführungen weltweit mehr als verdreifacht, heißt es in einer Studie der auf Entführungen spezialisierten Versicherungsgesellschaft Hiscox. Nachdem schon 2008 ein "Rekordjahr" gewesen sei, zeichne sich 2009 eine ähnlich hohe Zahl von Entführungen ab. Hauptgrund sei der Anstieg bei Fällen von Piraterie, bei denen ganze Schiffsbesatzungen gefangen genommen würden, insbesondere vor Somalia.
Dass Chinesen, Franzosen und Deutsche am häufigsten entführt würden, liege daran, dass diese häufig in oder durch unsichere Gebiete reisten, erklärte die Gesellschaft, die sich als weltweiter Marktführer für Versicherungen gegen Entführungen und Lösegeldforderungen bezeichnet. 82 Prozent der Entführungen gingen im vergangenen Jahr auf das Konto von Piraten. 2004 seien es erst 53 Prozent gewesen.
Mit der Lösegeld-Politik der betroffenen Regierungen habe die Zahl der Entführungen aber offenbar nichts zu tun, sagte Hiscox-Experte Nicolas Fontveille. "Das ist kein entscheidender Faktor." Denn die Zahlungsbereitschaft der Regierungen in Deutschland und Frankreich unterscheide sich da nicht von der etwa in Großbritannien oder den USA, die weniger Entführungsfälle aufwiesen. Konkrete Zahlen für die Entführung nach Staatsbürgergruppen wollte Hiscox nicht nennen. In Deutschland sorgten vor allem die Entführung der Archäologin Susanne Osthoff im Irak, die der Familie Chrobog im Jemen sowie die Entführung der Göttinger Familie Wallert auf den Philippinen für Aufsehen.
kkl/AFP
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