"Och dat noch!": Die Jecken sind los
Bei Sonnenschein und wärmendenTemperaturen hat am Sonntag im Rheinland der Karneval begonnen. Weil der 11.11.auf einen arbeitsfreien Sonntag fiel, drängten sich besonders viele Jecken und Narrenin den Karnevalshochburgen. Auch andernorts wurde kräftig geschunkelt. Lang istdie närrische Zeit diesmal nicht: Schon in drei Monaten ist wieder alles vorbei.
In Köln bekam das Dreigestirnaus Prinz, Bauer und Jungfrau prominente Unterstützung. TV-Moderator Stefan Raabgriff wenige Stunden vor seiner neue Polit-Talkshow "Absolute Mehrheit"zur Gitarre und sang mit der Kölner Kultband Höhner, was in der Domstadt ohnehinunbestritten ist: "Ävver et Hätz bliev he in Kölle" (Aber das Herz bleibthier in Köln). Der Heumarkt war so voll, dass die Polizei den Zugang schon eineStunde vor Beginn des närrischen Treibens sperren musste.
Hoppeditz aus demSenftopf
Punkt 11 Uhr 11 erwachtein Düsseldorf der Obernarr Hoppeditz, stieg vor dem Rathaus aus einem überdimensionalenSenftopf und forderte die Einführung der griechischen Drachme in ganz Europa. "Ochdat noch!" lautet das Motto des Karnevals in der Landeshauptstadt. Bier undSekt wurden wie im vergangenen Jahr in Köln und Düsseldorf in Plastikflaschen- undbechern ausgeschenkt.
In Mainz wurde das närrischeGesetz verlesen. Eines der elf Gebote: "Die Würde des Narren ist unantastbar- egal, wo man hingreift." Das Motto für die neue Narrensaison ist nicht unpolitisch:"Der Rettungsschirm für Groß und Klein ist Fassenacht in Mainz am Rhein."
Im brandenburgischen KarnevalszentrumCottbus rückte Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) schon mal den Schlüssel zumRathaus raus. An die Stadtkasse will er die Jecken aber nur lassen, wenn er sieam Ende der fünften Jahreszeit mit weniger Schulden zurückbekommt.
Frühstart in München
In Baden-Württemberg gehtdie traditionelle Fasnet eigentlich erst im Januar los. Dennoch hieß es für vieleZünfte im Südwesten auch am Sonntag schon: "Es goht degege" - es gehtwieder in Richtung fünfte Jahreszeit. In Freiburg ließen die Fasnetrufer vor demRathaus das erste Narrenbier anzapfen. In Landkreis Ravensburg lud die WeingartenerPlätzlerzunft pünktlich um 11 Uhr 11 zur traditionellen Martinisitzung.
Mit einem Frühstart gingdas närrische Treiben in München los. Das neue Prinzenpaar zeigte sich bereits amSamstag auf dem Viktualienmarkt. Die Begründung: "Am Sonntag ist doch auf demMarkt tote Hose."
Quelle: n-tv.de


