Panorama

Was sonst noch passierteDie Krise als Lustkiller

31.07.2010, 14:02 Uhr
Zeus
Griechische Frauen sind verunsichert. Und haben deshalb weniger Sex. (Foto: REUTERS)

Wenn Frau schon sparen muss, dann richtig. Und so verzichten viele Griechinnen in der Krise auch auf die eine oder andere Zärtlichkeit. Lesen Sie, was sonst noch passierte.

Eine Klatsche pro Haushalt, Lustkiller Sparen, ein zehnjähriger Irrtum in einer Hinterhof-Moschee und Zwillinge, die auch ihre Kinder fast zeitgleich bekommen. Lesen Sie, was sonst noch passierte.

Krise als Luskiller

Sparen verdirbt den Spaß am Sex: Griechische Frauen haben wegen der Finanzkrise weniger Lust auf Sex. In einer Studie der Griechischen Gesellschaft für Sexualität gaben 72 Prozent der befragten Frauen an, dass die Krise ihr Sexualleben negativ beeinflusst hätte. 68 Prozent der Frauen erklärten, sie hätten aus diesem Grund weniger sexuelle Kontakte mit ihren Ehemännern oder Lebensgefährten als vor der Krise. Wichtigste Ursache für die Abstinenz sei "die Verunsicherung über die Zukunft", heißt es in der Studie.

Wegen des riesigen Haushaltsdefizits und der drückenden Schulden müssen die Griechen bis Ende 2012 rund 30 Milliarden Euro sparen. Löhne und Gehälter wurden gekürzt. Die Mehrwertsteuer ging von 19 auf 23 Prozent rauf. Allein die Steuern auf Tabak und Spirituosen sind in jüngster Zeit dreimal gestiegen.

Eine Klatsche pro Haushalt

Fliege
Fliegenklatschen als sportliche Beschäftigung: Das empfiehlt ein französischer Bürgermeister. (Foto: picture alliance / dpa)

Im Kampf gegen die zunehmende Zahl von Fliegen in seinem Dorf hat ein französischer Bürgermeister zu altbewährten Mitteln gegriffen. Er habe 250 Fliegenklatschen bestellt, sagte Jean-Marie Auzanneau-Fouquet, Oberhaupt des Dörfchens Exoudun nahe der westfranzösischen Kleinstadt Niort. Um das Gemeindesäckel nicht zu belasten, habe er die Rechnung über insgesamt 130 Euro aus eigener Tasche bezahlt.

Der Bürgermeister will die Instrumente gegen die Fliegenplage höchstpersönlich verteilen - die Menge reicht für eine Klatsche pro Haushalt. Das sei auch eine gute Gelegenheit, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, erklärte er. Die Initiative sei auf ein positives Echo gestoßen. Schließlich sei die Fliegenklatscherei nicht nur "hygienisch und sparsam", sondern auch eine gute sportliche Übung.

Falsche Richtung

In Saudi-Arabien haben die Mitglieder einer kleinen islamischen Gemeinde festgestellt, dass sie zehn Jahre lang in die falsche Richtung gebetet haben. "Zehn Jahre lang haben wir mit Blick auf die Gebetsnische der Moschee gebetet, die nach Nordosten zeigt, obwohl sie eigentlich nach Südosten zeigen sollte", sagte ein Mitglied der Gemeinde im nördlichen Teil der Ortschaft Hadda der Zeitung "Saudi Gazette".

Mekka
In Indonesien wurde kürzlich die Gebetsrichtung korrigiert. (Foto: picture alliance / dpa)

Wer für den Fehler beim Bau der Hinterhof-Moschee, die von einem Privatmann gestiftet wurde, verantwortlich ist, ließ sich nicht ermitteln. Die korrekte Richtung festzustellen, hätte für den Bauherren eigentlich nicht allzu schwierig sein müssen. Denn Hadda liegt nur 20 Kilometer von Mekka entfernt.

Muslime in aller Welt beugen ihr Haupt beim Gebet in Richtung der Kaaba. Die Kaaba ist das zentrale Heiligtum des Islam in Mekka. In den Moscheen zeigt eine auf die Kaaba ausgerichtete Gebetsnische ("Mihrab") an, wie sich die Gläubigen zum Gebet aufstellen müssen. Die Besucher der kleinen Moschee lösten ihr Problem erst einmal pragmatisch: Sie richten ihre Gebetsteppiche jetzt in Richtung Südosten aus.

In Indonesien hatten kürzlich sogar Millionen von Muslimen erklärt bekommen, dass sie in die falsche Richtung beten. Schuld waren in diesem Fall aber keine schlampigen Bauherren, sondern die Religionsgelehrten des Landes. Sie hatten die Gläubigen bisher immer angewiesen, sich in Richtung Westen zu verbeugen. Vor einigen Tagen stellten sie jedoch fest, wer sich in Richtung Westen verneige, ziele auf Afrika und nicht auf Mekka. Der indonesische Rat der Religionsgelehrten gab nun ein neues Rechtsgutachten ("Fatwa") heraus, das die Muslime beim Beten in Richtung Nordwesten dirigiert.

Nachwuchs in kurzer Folge

Die Zwillingsbrüder aus Israel machen seit ihrer Kindheit fast alles gemeinsam - jetzt bekamen sie auch fast gleichzeitig Nachwuchs: Ihre Ehefrauen brachten im Abstand weniger Stunden Babys zur Welt, wie die israelische Zeitung "Jediot Achronot" schrieb. Die eineiigen Zwillinge Idan und Koren Schreiber wohnten zwar in verschiedenen Städten. Ihre Frauen hätten jedoch durch Zufall einen sehr ähnlichen Geburtstermin erhalten, so dass sie die gemeinsame Niederkunft in einem Krankenhaus in Haifa nahe des Elternhauses der Brüder planten. Der Nachwuchs der Väter - ein Junge und ein Mädchen - kam wie erhofft in kurzer Folge.

Entschädigung für Impotenzvorwürfe

Eine Inderin muss ihrem Ex-Mann eine saftige Entschädigung zahlen, weil sie sich wegen seiner angeblichen Impotenz von ihm hatte scheiden lassen. Wie die indische Nachrichtenagentur Press Trust of India berichtete, verurteilte ein Gericht im Bundesstaat Madhya Pradesh Vandana Gurjar zu einer Geldstrafe von 200.000 Rupien, knapp 3300 Euro. Das ist mehr, als Millionen Inder im Jahr verdienen. Gurjar war von ihrem Mann Hemant Chhalotre verklagt worden, weil sie mit ihren Anschuldigungen sein Ansehen verletzt und ihn obendrein schwer vermittelbar gemacht habe.

Quelle: nha/dpa/AFP